Pressemitteilung

Mehr als 18.000 Videosprechstunden in Westfalen-Lippe – aber noch Luft nach oben 

05.01.2024 AOK NordWest 3 Min. Lesedauer

Ärzteschaft und Patienten sollten Chancen der Digitalisierung künftig noch besser nutzen

Junge Frau sitzt zu Hause auf dem Sofa und hat eine Videosprechstunde mit ihrem Arzt. Gerade hält sie ein kleines braunes Medizin-Fläschchen für den Arzt in die Kamera.
Mehr als 18.000 Videosprechstunden wurden in Westfalen-Lippe im ersten Halbjahr 2023 durchgeführt. Doch da ist noch Luft nach oben.

Dortmund. In Westfalen-Lippe bleiben erhebliche Potenziale von Videosprechstunden bislang ungenutzt. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… NordWest. Danach wurden im ersten Halbjahr 2023 insgesamt 18.067 Videosprechstunden von Versicherten der AOK NordWest mit Ärztinnen und Ärzten in Westfalen-Lippe durchgeführt. Das sind 22,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2022 mit 23.316 Videosprechstunden, aber immer noch deutlich mehr als vor der Corona-Pandemie. Im ersten Halbjahr 2019 ließen sich gerade einmal 90 AOK-Versicherte per Bildschirm beraten. Wurden die Videosprechstunden zunächst vor allem wegen der Infektionsgefahr mit COVID-19 in Anspruch genommen, werden sie inzwischen als Alternative zum persönlichen Praxisbesuch genutzt. Allerdings ist hier noch Luft nach oben. „Die Onlinebehandlungen bieten für die Ärzteschaft gute Chancen, ihren Praxisalltag zu optimieren, Patientenströme effizienter zu steuern und das Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung eine… -Patientenverhältnis zu stärken“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest. Ab 1. Januar 2024 wurden dafür mit dem ‚Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens’ und dem verbindlichen Einsatz des eRezeptes gute Rahmenbedingungen geschaffen.

„Die Onlinebehandlungen bieten für die Ärzteschaft gute Chancen, ihren Praxisalltag zu optimieren, Patientenströme effizienter zu steuern und das Arzt-Patientenverhältnis zu stärken.“

Videosprechstunden bieten große Chancen für Patienten und Ärzteschaft

Fest steht, dass die Digitalisierung durch die Corona-Pandemie einen riesengroßen Schub erfahren hat. Bestes Beispiel sind die Videosprechstunden. „Wir sehen Telemedizin als eine sinnvolle Ergänzung zum persönlichen Kontakt zwischen Patientinnen und Patienten und einem Arzt oder einer Ärztin. Und nicht nur auf dem Land, wo die Wege zur Praxis weiter sein können, machen digitale Lösungen wie die Videosprechstunde Sinn“, so Ackermann. Hiervon profitieren sowohl die Patientinnen und Patienten als auch die Ärztinnen und Ärzte. Die Patienten ersparen sich die Anfahrt und Wartezeiten. Die Ärzte können Praxisabläufe effizienter organisieren und Ansteckungsrisiken minimieren. „Gerade die telemedizinischen Services wie die digitale Fernuntersuchung, -diagnose und -überwachung zeigen, wie gefragt und unverzichtbar sie sind“, so Ackermann.

Videosprechstunde mit eRezept kombinieren

Der AOK-Chef weist darauf hin, dass mit der Videosprechstunde ein gutes Instrument zur Verfügung stehe, das jetzt von der Ärzteschaft weiterentwickelt und in die Praxisabläufe intelligent integriert werden müsse. Dabei lägen die Vorteile für die Ärzteschaft und die Versicherten gleichermaßen auf der Hand: Nicht nur bei Akutanlässen wie bei Atemwegs- oder anderen Infektionserkrankungen, sondern gerade auch in der kontinuierlichen Patientenbegleitung bietet dieses Instrument beste Chancen für eine optimierte Versorgung, die auch zur Stärkung des Arzt-Patientenverhältnisses beitragen könne. „Die Instrumente stehen bereit, sie müssen nur noch konsequent genutzt werden“, so Ackermann. So könne im Rahmen der Videosprechstunde der Arzt oder die Ärztin bei Bedarf auch ein eRezept online ausstellen, das von der Patientin oder dem Patienten oder einer bevollmächtigten Person zum Beispiel über die E-Rezept-App oder über die Gesundheitskarte direkt in der Apotheke Den Apotheken als Gewerbebetrieben für die Zubereitung und den Verkauf von Arzneimitteln ist durch… eingelöst werden könne. Ein Besuch der Arztpraxis sei in diesen Fällen nicht mehr erforderlich.

Videosprechstunden am häufigsten in der Psychotherapie

Am häufigsten nutzten Psychotherapeuten Ausübung von Psychotherapie ist nach dem Psychotherapeutengesetz vom 1. Januar 1999 die mittels… und psychotherapeutisch tätige Ärzte sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeuten in Westfalen-Lippe die Videosprechstunden. Auf dem zweiten Rang folgten Allgemeinmediziner und Internisten.

Neue Regelung ab 1. Januar 2024

Aufgrund einer Sonderregelung konnten Ärzte und Psychotherapeuten während der Corona-Pandemie bis Ende März 2022 unbegrenzt Videosprechstunden abrechnen. Danach wurde die Zahl von Videoterminen gesetzlich auf 30 Prozent der Kapazität einer Praxis beschränkt. Diese Regelung wurde zum 1. Januar 2024 durch das ‚Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens’ aufgehoben. Danach können Ärztinnen und Ärzte ab sofort unbegrenzt Videosprechstunden durchführen. Voraussetzung ist, dass die Patientin oder der Patient der Praxis aus der bereits laufenden Behandlung ausreichend bekannt ist.

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  • Foto: Junge Frau in Videosprechstunde mit ihrem Arzt

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Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest