Pressemitteilung

Hessen: Lungenkrebshäufigkeit steigt stetig und steil an

18.06.2026 AOK Hessen 3 Min. Lesedauer

Aktuelle Analyse zeigt: 2024 gab es 3.000 Betroffene mehr als 2017 / am wenigsten Lungenkrebs im Taunus / Offenbach liegt an der Spitze

Ein Mann raucht eine Zigarette.
Regelmäßiger Tabakkonsum erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken.

Im Jahr 2024 waren 14.100 Hessinnen und Hessen an einem Tumor der Lunge erkrankt - 0,32 Prozent der Bevölkerung und 3.000 mehr als im Jahr 2027.* Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Hessen. Von den Erkrankten waren 8.000 Männer und 6.100 Frauen. Lungenkrebs ist damit eine der häufigsten Krebserkrankungen – mit stark steigender Tendenz. Da er anfangs keine Beschwerden bereitet, wird er meistens erst spät entdeckt. Eine personalisierte Therapie kann jedoch helfen, das Leben auch dieser Patienten zu verlängern. Die AOK Hessen übernimmt die Kosten für eine vernetzte Diagnostik und Behandlungsplanung für die bestmögliche Therapie.

In Hessen zeigen sich starke regionale Unterschiede, was die Häufigkeit der Diagnose Lungenkrebs angeht. Während 2024 in Darmstadt, im Taunus, der Bergstraße und Fulda unter 0,3 Prozent der Bevölkerung betroffen waren, lag die so genannte Prävalenz ist eine Messgröße aus der Epidemiologie, die die Häufigkeit einer Krankheit zu einem bestimmten… in Nordhessen deutlich höher. Negative Spitzenreiter waren der Werra-Meißner-Kreis und der Landkreis Kassel mit Werten von 0,46 und 0,41 Prozent. 

Hintergrund hierfür dürfte vor allem die in Nordhessen höhere Altersstruktur sein. Rechnet man solche alters- oder geschlechtsbezogenen Unterschiede jedoch bewusst heraus, ergibt sich ein anderes Bild: Hier liegt Offenbach mit großem Abstand an der Spitze (0,44 Prozent). Aber auch in dieser „fairen“ Betrachtung zeigt sich, dass die Lungenkrebshäufigkeit im Taunus (Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis) signifikant geringer ist. 

Personalisierte Medizin hilft

Gut zu wissen: Vier von fünf betroffenen Patientinnen und Patienten weisen einen sogenannten nichtkleinzelligen Lungenkrebs auf. Etwa 20 bis 50 Prozent dieser Tumoren haben Veränderungen im Erbgut, die für das Wachstum der Geschwulste verantwortlich sind – sogenannte Treibermutationen. Diese Treibermutationen lassen sich durch spezifische Medikamente gezielt hemmen. Das ist die sogenannte personalisierte Medizin oder Präzisionsmedizin. Wenn entsprechende Patientinnen und Patienten mit diesen Medikamenten behandelt werden, kann ihr Leben gegenüber der bisherigen Therapie im Durchschnitt um etwa zwei bis fünf Jahre verlängert werden. 

AOK Hessen unterstützt Betroffene

Die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… hat deshalb mit dem nationalen Netzwerk Genomische Medizin (nNGM) Verträge geschlossen und übernimmt die Kosten für die hochspezialisierte Tumordiagnostik sowie die Behandlung im Netzwerk. Nutzen können das Angebot alle Versicherten der AOK, die an fortgeschrittenem Lungenkrebs - mit oder ohne Symptome - leiden. Auch für die kleinzelligen Karzinome gibt es solche Treibermutationen. Sie sind aber deutlich seltener, sodass die personalisierte Therapie hier bislang seltener eingesetzt werden kann.

*Als Erkrankung gilt, wenn in den letzten zehn Jahren eine entsprechende Krebsdiagnose dokumentiert wurde (Zehn-Jahres-Prävalenz). Es werden Erkrankungsfälle bei Personen ab dem 30. Lebensjahr gezählt.

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