Pressemitteilung

„Gesundheitsregion KölnNord“: Modellprojekt und Blaupause

18.06.2026 AOK Rheinland/Hamburg 4 Min. Lesedauer

In der „Gesundheitsregion KölnNord“ geht es primär um eine von Bürgerinnen und Bürgern mitgestaltete Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung in Nippes und Chorweiler. Für die AOK Rheinland/Hamburg hat das Projekt mit Blick auf notwendige Strukturreformen im Gesundheitswesen aber auch eine über die Kommune weit hinausgehende Bedeutung.

Im vergangenen Herbst startete der Aufbau der „Gesundheitsregion KölnNord“. Nach produktiven Treffen von jeweils 30 Bürgerinnen und Bürgern in neuen „Gesundheitsräten“ in Nippes und Chorweiler diskutieren jetzt erstmals gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus den Gesundheitsräten mit Expertinnen und Experten der Stadt Köln und weiteren Akteuren über Defizite und Möglichkeiten der Versorgung vor Ort. „DieKümmerei“ in Chorweiler spielt als Modell für eine neue Versorgungssystematik eine zentrale Rolle im Projekt. 

Die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg bekräftigt mit ihrer Beteiligung am Kölner Projekt ihr Engagement für Gesundheitsregionen, in denen Versorgung lokal und gezielt analysiert und organisiert wird – sektorenunabhängig und unter Beteiligung aller relevanten Akteure. „Versorgung findet immer vor Ort statt und lässt sich effektiver in überschaubaren Gesundheitsregionen planen – auch wenn die Rahmenbedingungen häufig auf Bundes- und Landesebene vorgegeben werden“, sagt Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „In der Gesundheitsregion KölnNord können sich die Menschen an der Analyse der Versorgung und an der Debatte um mögliche Verbesserungen konkret beteiligen – das ist in dieser Form einzigartig und schafft Akzeptanz und Engagement. Vor allem weitet dieses Verfahren den Blick über die klassischen ambulanten und stationären Versorgungsbereiche hinaus auf alle Faktoren, die mit Gesundheit zu tun haben, zum Beispiel die Lebensbedingungen“, so Mohrmann.  

Die gemeinsame Initiative der Stadt Köln, der AOK Rheinland/Hamburg, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), der LIGA der Wohlfahrtsverbände und des HerzNetzCenters Köln (HNC) wird vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und steht für einen kooperativen Ansatz: Die Akteure, die sich um gesundheitliche und soziale Belange und Bedarfe der Menschen vor Ort kümmern, wirken zusammen. „Wir brauchen über politische und gesetzgeberische Initiativen hinaus eine neue Form der Zusammenarbeit und Vernetzung, um die Defizite unseres Gesundheitssystems zu beheben. Die aktuelle Debatte um das ,GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz‘ und die organisierten Widerstände gegen die Reformbemühungen belegen, dass Korrekturen nicht mehr ausreichen. Wir brauchen mutige, strukturell wirksame Reformen“, betont Mohrmann. 

Dazu gehöre die in Nordrhein-Westfalen im Konsens gelungene Reform der Krankenhausplanung Die Planung von Krankenhäusern steht in der Verantwortung der Bundesländer, die damit die… genauso wie ein effizienterer Zugang zur ambulanten Versorgung im Rahmen einer interprofessionellen Primärversorgung Unter Primärversorgung wird die gesundheitliche Grundversorgung und Beratung verstanden, in der auch… . „Wir brauchen aber auch einen ganzheitlicheren Blick auf Gesundheit, der nicht nur die klassischen Versorgungsbereiche und -angebote, sondern auch soziale Faktoren, Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… und Gesundheitskompetenz berücksichtigt“, so Mohrmann. „Genau dieser Ansatz kann in der Gesundheitsregion erprobt werden.“ 

Ein elementarer Bestandteil der „Gesundheitsregion KölnNord“ ist „dieKümmerei“ in Chorweiler, eine seit 2021 vom HerzNetzCenter Köln betriebene sowie von der AOK Rheinland/Hamburg geförderte, niedrigschwellige und multidisziplinäre Anlaufstelle für gesundheitliche Informationen, Beratung und Begleitung. Deren Wirken und Relevanz gehen trotz und gerade wegen der konsequenten Einbindung in die kommunalen Strukturen weit über Köln hinaus: „Die Kümmerei und die Gesundheitsregion stehen für eine neue Versorgungssystematik“, sagt HNC-Geschäftsführer Prof. Hans Wilhelm Höpp. Gesundheit und Versorgung werden in „derKümmerei“ in Form eines „Health in all Policies“-Konzepts neu gedacht. „Die hier gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse verändern den gesamten gesundheitspolitischen Diskurs.“ 

Ein ähnliches Konzept verfolgt die AOK Rheinland/Hamburg mit ihren Gesundheitskiosken in Hamburg („Gesundheitshaus“ in Billstedt), Essen, Solingen und Aachen. „Wir wollen den Menschen dort Orientierung und Hilfestellung bieten, um ihre Gesundheitskompetenz und damit die Gesundheitsgerechtigkeit zu erhöhen“, sagt Mohrmann. „Unsere Gesundheitskioske sind keine Konkurrenz und kein Ersatz für medizinische Versorgung, sondern ein ergänzendes Angebot für alle, die entsprechenden Beratungsbedarf in gesundheitlichen und sozialen Fragen haben. Vor diesem Hintergrund können die Gesundheitskioske eine wichtige Rolle für künftige Primärversorgungszentren spielen und ärztliche Ressourcen schonen.“ Konsequent eingebunden in eine kleinräumig orientierte Gesundheitsplanung stellen niedrigschwellige Beratungseinrichtungen zudem einen elementaren Baustein dar für eine zukunftsweisende Versorgungsarchitektur kommunaler Gebietskörperschaften. „Die Gesundheitsregion KölnNord zeigt, wie essenziell es ist, die Bedarfe der Menschen zu kennen, zu berücksichtigen und mit Blick auf die gesundheitliche Chancengerechtigkeit in einem strukturierten Dialog gemeinsame Antworten zu finden“, sagt Mohrmann.

 

Die Gesundheitsregion KölnNord

Die „Gesundheitsregion KölnNord" ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Köln, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, der AOK Rheinland/Hamburg, der LIGA der Wohlfahrtsverbände Köln, des Landschaftsverbands Rheinland und des HNC HerzNetzCenters Köln.  Das Vorhaben wird durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen mit Fördermitteln in Höhe von rund 750.000 Euro für eine Förderlaufzeit von drei Jahren unterstützt.

1 passender Download

  • 20260618_PM_Gesundheitsregion_Koeln_Kuemmerei_final.pdf

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Porträt von Heiko Schmitz
Pressesprecher

Dr. Heiko Schmitz

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