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Neue WIdO-Daten: Stationäre Pflege wird immer teurer

23.07.2026 2 Min. Lesedauer

Der Eigenanteil in der vollstationären Pflege hat zur Mitte dieses Jahres einen neuen Höchststand erreicht. Nach neuen Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) müssen Pflegebedürftige jetzt für das Leben im Pflegeheim im Bundesschnitt 3.652 Euro aufbringen. Am höchsten war der Gesamteigenanteil in Baden-Württemberg (4.075 Euro), am niedrigsten in Sachsen-Anhalt (3.199 Euro). Laut WIdO haben sich die pflegebedingten Eigenanteile seit 2017 mehr als verdreifacht. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung stiegen in diesem Zeitraum um knapp 52 Prozent. Die Beteiligung der Pflegeheimbewohner an Investitionskosten legte um 23,4 Prozent zu.

Zum Stichtag 30. Juni setzte sich der durchschnittliche Eigenanteil zusammen aus 2.049 Euro für Pflegekosten, die nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt werden, 1.077 Euro für Unterbringung und Essen sowie 526 Euro für Investitionskosten. In allen drei Bereichen gab es teils deutliche regionale Unterschiede. Die pflegebedingten Eigenanteile waren am niedrigsten in Rheinland-Pfalz (1.756 Euro) und am höchsten in Berlin (2.414 Euro). Für Unterkunft und Verpflegung mussten Betroffene in Niedersachsen lediglich 854 Euro aufwenden, während in Nordrhein-Westfalen (NRW) im Schnitt 1.375 Euro fällig wurden.

Der Beitrag der Pflegedürftigen zu Investitionskosten ist aktuell in NRW mit 649 Euro fast doppelt so hoch wie in Sachsen-Anhalt (330 Euro). Die zunehmende finanzielle Belastung geht darauf zurück, dass die Bundesländer ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Übernahme der Investitionskosten nicht ausreichend nachkommen. Die Länder könnten „zur Begrenzung der Eigenanteile dadurch beitragen, dass sie die Pflegebedürftigen beim Tragen der Investitionskosten entlasten“, formulierte es Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zurückhaltend bei der Vorstellung ihrer Pläne zur Pflegereform. 

Nicht eingerechnet in die WIdO-Zahlen sind individuelle Zuschüsse, die Heimbewohner ab Pflegegrad zwei entsprechend ihrer Aufenthaltsdauer in einer Einrichtung bekommen. Im ersten Jahr übernimmt die Pflegeversicherung 15 Prozent des Eigenanteils an den Pflegekosten. Der Zuschlag steigert sich auf 30 Prozent im zweiten, 50 Prozent im dritten und 75 Prozent ab dem vierten Jahr Heimaufenthalt. 

Der Entwurf für das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sieht eine zeitliche Streckung der Zuschüsse zum Pflege-Eigenanteil vor: 15 Prozent für die ersten achtzehn Monate vollstationärer Pflege, danach 30 Prozent bis zum Ende des dritten Jahres, 50 Prozent ab dem vierten Jahr und 75 Prozent nach viereinhalb Jahren. Dies soll die Pflegeversicherung schon 2027 um rund 2,6 Milliarden Euro entlasten. Bis einschließlich 2030 rechnet Warken mit Einsparungen von insgesamt rund 9,7 Milliarden Euro. (toro)

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