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WHO fordert mehr Einsatz im Kampf gegen Hepatitis B und C

28.07.2026 3 Min. Lesedauer

Mehr Forschung und Innovation sowie ein stärkeres politisches Engagement im Kampf gegen Hepatitis fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Hepatitis-Versorgung solle darüber hinaus für alle zugänglich sein und fester Bestandteil der regulären Gesundheitsversorgung werden. 287 Millionen Menschen weltweit lebten mit chronischer Hepatitis B (HBV) oder chronischer Hepatitis C (HCV), teilte die WHO zum heutigen Welt-Hepatitis-Tag mit. Die WHO schätzt, dass 2024 rund 1,3 Millionen Menschen daran starben. Laut europäischem Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten ECDC ist Hepatitis in Europa weiterhin eine „enorme Herausforderung“ für die öffentlichen Gesundheit.

Mehr Forschung und Innovation sowie ein stärkeres politisches Engagement im Kampf gegen Hepatitis fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Hepatitis-Versorgung solle darüber hinaus für alle zugänglich sein und fester Bestandteil der regulären Gesundheitsversorgung werden. 287 Millionen Menschen weltweit lebten mit chronischer Hepatitis B (HBV) oder chronischer Hepatitis C (HCV), teilte die WHO zum heutigen Welt-Hepatitis-Tag mit. Die WHO schätzt, dass 2024 rund 1,3 Millionen Menschen daran starben. Laut europäischem Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten ECDC ist Hepatitis in Europa weiterhin eine „enorme Herausforderung“ für die öffentlichen Gesundheit.

Virushepatitis ist weltweit eine der Hauptursachen für vermeidbare Erkrankungen und Todesfälle. Leberentzündungen infolge der Infektion können zu schweren Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Realität sei, dass nur etwa jede vierte Person mit HBV ihren Infektionsstatus kenne und weniger als jede zwanzigste eine Behandlung erhalte, kritisierte WHO-Direktorin Tereza Kasaeva, zuständig für den Berich HIV, Tuberkulose, Hepatitis und sexuell übertragbare Infektionen. Dennoch gebe es durchaus „Grund zu Optimismus“. Seit 2015 sei die Zahl der Neuinfektionen mit HBV um fast ein Drittel zurückgegangen. Die Zahl der Todesfälle durch HCV sei um zwölf Prozent gesunken. 

Foto: Eine behandschuhte Hand hält ein Fläschchen mit Hepatitis-B-Impfstoff, während eine Spritze in den Verschluss eingeführt wird.
Viele Menschen tragen ein Hepatitisvirus in sich, ohne es zu wissen. Die Virologin Prof. Dr. Ulrike Protzer erklärt im Interview, welche Formen der Leberentzündung besonders relevant sind, warum frühzeitige Tests Leben retten können und weshalb die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Ziele für 2030 voraussichtlich nicht erreichen kann.
28.07.2026Tina Stähler9 Min

Schätzungen des ECDC zufolge leben fünf Millionen Menschen in der EU beziehungsweise im europäischen Wirtschaftsraum (EWR) mit chronischer Hepatitis B oder C. Fast 60.000 Menschen sterben demnach jährlich an Lebererkrankungen, die mit diesen Infektionen in Zusammenhang stehen. Eine weitere Herausforderung sind laut ECDC Lücken in der Prävention. Nur eine Minderheit der Länder (neun von 25) in EU und EWR habe das WHO-Ziel erreicht, 95 Prozent der Kinder vollständig gegen HBV zu impfen. 

Nach Ansicht Kasaevas ist das WHO-Ziel, bis 2030 die Virushepatitis zu eliminieren, weiterhin erreichbar. Dazu müssten die Infektionen um 90 Prozent und die mit HBV und HCV assoziierten Todesfälle um 65 Prozent reduziert werden. Zudem müssten 80 Prozent der therapiebedürftigen Infizierten in Behandlung sein. Deutschland hinkt laut „HCV-Tracker“ der Deutschen Leberstiftung und des Biotechnologie-Unternehmens AbbVie Deutschland schon hinterher. Demnach sind hierzulande aktuell 672 weniger HCV-Patient diagnostiziert und 16.629 weniger therapiert, als zum jetzigen Zeitpunkt zur Zielerreichung notwendig wären (Stand: 1. Quartal 2026). Um unerkannte Infektionen rechtzeitig zu identifizieren, wurde 2021 das Hepatitis-Screening als einmaliger Bestandteil des Gesundheits-Check-up eingeführt. (bhu) 

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