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100 Prozent Zoll auf Generika: Trump setzt Pharmabranche unter Druck

22.07.2026 2 Min. Lesedauer

US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf die Pharmabranche in Europa und insbesondere in Deutschland. Ab Sommer 2028 sollen zunächst für ein Jahr Strafzölle in Höhe von 100 Prozent auf sogenannte Generika fällig werden, danach soll der Wert auf 200 Prozent steigen, kündigte Trump auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“ an. Generika sind Medikamente, die Originalpräparaten gleichen, aber meist deutlich günstiger sind. Trump betonte, dass bis Sommer 2028 weiterhin keine Zölle für Generika erhoben würden. Diese Zeitspanne sollen Pharmaunternehmen nach seinem Willen dazu nutzen, um ihre Produktion von Generika in die USA zu verlagern. Wer sich dagegen entscheide, werde bestraft.

Trump will die vergleichsweise hohen Arzneimittelpreise in den USA drücken. Er wirft Herstellern vor, mit günstigerer Produktion im Ausland den Wettbewerb zulasten von US-Firmen zu verzerren. Nach Angaben der US-Arzneimittelbehörde FDA machen Generika mehr als 90 Prozent der in den USA verkauften Medikamente aus. 

Bereits im Frühjahr hatte der US-Präsident einen 100-Prozent-Zoll auf patentgeschützte Arzneimittel mit einem gestaffelten Start ab Ende Juli angekündigt. Die EU und damit auch Deutschland sind davon ausgenommen: Laut einer bilateralen Handelsvereinbarung gilt seit dem 1. Juli eine Zoll-Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Exporte, inklusive Pharma. In der EU werden auf Industriegüter aus den USA keine Zölle erhoben.

Auch in Deutschland machen Generika einen Großteil der verordneten Medikamente aus. Der Anteil der verordneten Tagesdosen liegt laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) bei etwa 80 Prozent. Der Anteil an den Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel beträgt lediglich rund sechs Prozent. (bhu)

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