DWD: Der Sommer 2026 war historisch heiß
Der diesjährige Sommer mit „historischer Hitze“ war einer der wärmsten seit Beginn der flächendeckenden Messungen. Diese vorläufige Bilanz zieht der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner heute veröffentlichten Auswertung. Den Berechnungen zufolge dürfte nur der „Jahrhundertsommer“ 2003 wärmer gewesen sein. Zu den Anstrengungen der Bundesregierung im Kampf gegen die Hitzeauswirkungen sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der ARD: „Wir wissen, dass wir hier noch mehr tun müssen, aber ich erlaube mir zu sagen, das kann der Staat allein auch nicht leisten.“
Laut DWD war nach den extremen Temperaturen im Juni besonders der Südwesten Deutschlands weiterhin von der anhaltenden Hitzebelastung betroffen. Neben den tropischen Temperaturen prägten lokale Unwetter, Tornados sowie historisch niedrige Flusspegel und großflächige Waldbrände den Sommer. „Beispiellos“ war nach DWD-Angaben 2026 die Häufigkeit der Hitze: Im Deutschlandmittel wurden rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad ermittelt. Den vorläufigen bundesweiten Höchstwert gab es den Messungen zufolge in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt mit 41,8 Grad Ende Juni. Während dieser Hitzewelle gab es zudem das höchste jemals in Deutschland gemessene nächtliche Minimum in Kubschütz in Sachsen mit 29,4 Grad.
Eine DWD-Studie zur Extremhitze im Juni stellte heraus, dass der fortschreitende Klimawandel sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die Intensität solcher Hitzewellen erhöht. Mit Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit: Krankenhäuser und Rettungsdienste meldeten einen starken Anstieg hitzebedingter Notfälle. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts war die Zahl der hitzebedingten Todesfälle mit 15.800 in diesem Jahr bis Mitte August besonders hoch.
Merz betonte am Sonntagabend in der ARD, die Bundesregierung habe bereits „300 verschiedene Maßnahmen, zum Teil mit den Ländern zusammen auf den Weg gebracht“, um die Bevölkerung gegen übermäßige Klimaerwärmung und Hitze zu schützen. Auch seien mit den Bundesländern gemeinsam umfangreiche Beschlüsse gefasst worden. Beim Schutz besonders vulnerabler Gruppen, sei jedoch die „ganze Gesellschaft“ gefragt. Als Beispiel nannte der Kanzler, „dafür zu sorgen, dass ältere Menschen genug trinken“. Das sei eine „ganz banale, triviale Geschichte“. Da müssten Nachbarschaft, Familien und die Kinder von Eltern im Altenheim hinschauen. „Dann können wir das auch bewältigen“, zeigte sich der CDU-Chef überzeugt.
Die schwarz-rote Koalition ringt zurzeit darum, ob der Bund per Verfassungsänderung stärker in die Bekämpfung der Klimafolgen einbezogen werden soll. Gegenüber der von der SPD geforderten Grundgesetzänderung zeigt sich die Union aber bisher skeptisch. Der Hitzeschutz war auch Thema bei der Kabinettsklausur vergangene Woche. Konkrete Beschlüsse wurden dort aber nicht gefasst. (imo)
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