Mehrheit schläft nachts weniger als sieben Stunden
Die meisten Deutschen schlafen zu wenig. Nur rund 30 Prozent von ihnen erreichen die optimale Schlafdauer von sieben bis neun Stunden pro Nacht. Das geht aus einer heute veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes hervor. Demnach finden Menschen zwischen 45 und 59 Jahren am wenigsten zur Nachtruhe. 77 Prozent bleiben laut Untersuchung unter der empfohlenen Schlafdauer. Ein Großteil der Befragten nennt als Grund für das Defizit schlechten Schlaf.
Für die Mehrzahl (63 Prozent) sind Stress und psychische Belastungen die Hauptursache für einen wenig erholsamen Schlaf. 38 Prozent machen dafür körperliche Beschwerden aus und 36 Prozent eine zu hohe oder zu niedrige Raumtemperatur. Den Konsum digitaler Medien vor dem Schlafengehen nennt rund ein Viertel als Grund. Unter den 18- bis 29-Jährigen machen sogar 45 Prozent diesen Faktor für schlechten Schlaf verantwortlich. „Guter und ausreichender Schlaf ist das Fundament für die körperliche Gesundheit sowie das mentale Wohlbefinden“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jens Martin Hoyer. Das sei entscheidend für mehr gesunde Lebensjahre.
Insgesamt leiden laut Umfrage 58 Prozent der Deutschen unter einer schlechten Schlafqualität. Gefragt wurde nach wiederholten oder anhaltenden Schwierigkeiten in den vergangenen drei Monaten. Demnach sind Frauen mit 64 Prozent häufiger betroffen als Männer (52 Prozent). Während die Mehrheit (78 Prozent) beklagt, nicht durchschlafen zu können, berichtet die Hälfte (52 Prozent), nur schwer ins Reich der Träume zu finden. 43 Prozent finden, sie wachen zu früh auf. Zudem verändert sich laut Umfrage die Art der Schlafprobleme mit dem Alter. Demnach schlafen 18- bis 29-Jährige besonders schlecht ein (80 Prozent) und 45- bis 59-Jährige schlecht durch (86 Prozent).
Die häufigsten negativen Auswirkungen von Schlafproblemen sind laut Umfrage Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit (65 Prozent), geringere Belastbarkeit (40 Prozent) und verminderte Leistungsfähigkeit (39 Prozent). Zwölf Prozent verspüren keinen Einfluss auf Alltag, Gesundheit und Wohlbefinden.
Insgesamt sind die Menschen in Deutschland gut informiert über Schlafhygiene. Laut Studie wissen 94 Prozent, dass eine Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad förderlich ist, ebenso wie eine ruhige Umgebung. 89 Prozent kennen den positiven Einfluss regelmäßiger Schlafenszeiten und Bewegung. Sechs Prozent glauben allerdings fälschlicherweise, dass Alkohol vor dem Zubettgehen förderlich sei. (bhu)
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