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Plötzlicher Herzstillstand: Überlebensrate unverändert niedrig

14.08.2026 2 Min. Lesedauer

Die Überlebensrate nach plötzlichem Herzstillstand in Deutschland hat sich auch 2025 nicht verbessert. Dies geht aus neuen Daten des Deutschen Reanimationsregisters hervor, die die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) heute veröffentlichte. Bei den Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfer vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes komme ein AED-Gerät oder Defibrillator weiterhin kaum zum Einsatz, bemängelten die Experten und forderten bessere Konzepte. „Gerade in der telefonischen Reanimationsanleitung und im Ausbau alarmierter Ersthelfersysteme liegt weiter großes Potenzial, damit bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt möglichst früh mit der Wiederbelebung begonnen wird,“ sagte der Sprecher des Deutschen Reanimationsregisters, Jan-Thorsten Gräsner.

Laut DGAI erlitten 2025 schätzungsweise rund 130.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Bei etwa der Hälfte konnte der Rettungsdienst Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten. Die Überlebensrate lag laut DGAI wie in den Jahren zuvor bei knapp elf Prozent. Laut Registerdaten traf der Rettungsdienst 2025 in 70 Prozent der Fälle innerhalb von acht Minuten ein. Damit sei das bundesweite Ziel, dass in 80 Prozent der Einsätze die Patienten in acht Minuten erreicht werden sollten, erneut verfehlt worden, kritisierte die DGAI. 

Der Einsatz von Defibrillatoren durch Ersthelfende blieb 2025 mit rund zwei Prozent der Reanimationsfälle unverändert niedrig. Das Gerät, das häufig an öffentlichen Orten wie Bahnhöfen, Flughäfen oder Einkaufszentren zu finden ist, versetzt dem bewusstlosen Patienten einen Schock durch Gleichstrom. Ersthelfer werden durch automatische Sprachanweisungen des Geräts in die Handhabung eingewiesen. 

Wegen veralteter Strukturen und mangelnder Koordination steht der Rettungsdienst in Deutschland seit Jahren in der Kritik. Die geplante Notfallreform sieht eine Neustrukturierung vor. Gleichzeitig soll die Laienreanimation gestärkt werden, etwa indem alle öffentlichen AED-Geräte erfasst und digital mit den Rettungsleitstellen vernetzt werden. Laut dem Deutschen Rat für Wiederbelebung könnten durch telefonische Anleitung und Ersthelfer-Apps pro Jahr 10.000 Menschen zusätzlich gerettet werden. Der plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstand ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die Sterblichkeit durch koronare Herzerkrankungen über dem europäischen Durchschnitt. Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck gelten als größte Risikofaktoren. (at)

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