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Nicht jede Klinik ist gleich gut bei Schulter-OPs

26.10.2026 2 Min. Lesedauer

Beim Einsatz von künstlichen Schultergelenken gibt es gravierende Qualitätsunterschiede zwischen den Kliniken. Das ergab eine heute veröffentlichte Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) auf Basis von knapp 13.000 Operationen bei AOK-Versicherten. Das Risiko von Komplikationen lag bei Krankenhäusern mit schlechter Bewertung etwa vier Mal höher. Für Betroffene sowie einweisende Ärztinnen und Ärzte könnten diese Auswertungen „eine wichtige Orientierungshilfe bei der Auswahl der besten Klinik bieten“, betonte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes Carola Reimann.

Das WIdO kam im Rahmen des sogenannten Verfahrens zur „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) zu einem eindeutigen Ergebnis. Im Fünftel der am besten abschneidenden Kliniken lagen die Risiken für Komplikationen mit 3,6 Prozent deutlich niedriger als im Fünftel der Krankenhäuser mit der schlechtesten Bewertung. Dort waren die negativen Folgen mit 14,5 Prozent vier Mal so hoch. Die durchschnittliche Gesamt-Komplikationsrate über alle Kliniken hinweg betrug 8,6 Prozent, wie die neuen Daten im AOK-Gesundheitsnavigator zeigen. Ausgewertet wurden ungeplante Folge-Operationen innerhalb eines Jahres, die bei 4,5 Prozent der Betroffenen vorkamen. Chirurgische Komplikationen wie Infektionen der Prothese oder Knochenbrüche betrafen 7,1 Prozent. In die Analyse der insgesamt 12.844 Fälle flossen OPs von 2020 bis 2024 an insgesamt 178 Klinikstandorten ein.

Bei zehn Prozent der 3.200 Betroffenen wären Komplikationen vermeidbar gewesen, wenn alle dieser Fälle in einem Krankenhaus mit überdurchschnittlich guter Bewertung behandelt worden wären. Das zeigt eine zusätzliche Modellrechnung des WIdO. AOK-Verbandschefin Reimann nannte dieses Potenzial vermeidbarer Komplikationen „durchaus beeindruckend – vor allem, wenn man sich überlegt, wie viel vermeidbares Leid und unnötige Folgekosten für Nachbehandlungen dahinterstehen“.

Um gute Ergebnisse bei einer Schulter-OP zu erreichen, aber auch bei anderen Eingriffen für eine Prothese, seien „Erfahrung und Fallzahl von wesentlicher Bedeutung“, unterstrich Chefarzt Karl-Dieter Heller, Mitglied in den QSR-Expertenpanels Endoprothetik und Schulterchirurgie. Es sei deshalb ratsam, einen erfahrenen Operateur in einer Klinik aufzusuchen, in der der betreffende Eingriff regelmäßig – möglichst mehrfach pro Woche – durchgeführt werde. 

Im AOK-Gesundheitsnavigator finden sich neben weiteren Ergebnissen zu anderen OPs auch Informationen zur Umsetzung der Krankenhausreform, die durch Spezialisierungen zu mehr Qualität beitragen soll. So zeigt der Navigator laut AOK als erstes Portal die Leistungsgruppen an, die den Kliniken in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Krankenhausplanung zugewiesen worden sind. Diese gelten als Blaupause für die Klinikreform. (imo)

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