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Zahl der Pflege-Azubis steigt erneut

02.07.2026 2 Min. Lesedauer

Die Pflege ringt um Personal, obwohl immer mehr junge Interessenten in den Pflegeberuf starten. Rund 35.300 Menschen haben 2025 laut Statistischem Bundesamt (Destatis) erfolgreich ihren Abschluss zur Pflegefachkraft gemacht. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge stieg zugleich zum dritten Mal in Folge. Trotzdem bleibt Pflege laut Bundesagentur für Arbeit der zweitgrößte Engpassberuf. Mehr als 20 Prozent der Beschäftigten kommen laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Ausland. Der Deutsche Pflegerat (DPR) warnte vor einer Verschärfung des Personalmangels durch Pläne der Bundesregierung.

Nach den endgültigen Destatis-Zahlen hat sich rund die Hälfte der Azubis für eine Ausbildung im Krankenhaus entschieden. Die übrigen verteilen sich auf stationäre (36 Prozent) und ambulante Pflegeeinrichtungen (zwölf Prozent). Bei den Studierenden nach dem Pflegeberufegesetz fiel die Wahl bei ihrem praktischen Teil mit 92 Prozent ebenfalls bevorzugt auf ein Krankenhaus. Das seit 2024 vergütete und finanzierte Pflegestudium verzeichnete 2025 mit 800 Personen etwa acht Prozent mehr Studienanfängerinnen und -anfänger als im Jahr davor. Zum Jahresende waren es insgesamt 1.800 Studierende.

Auch 2025 starteten mit 71 Prozent mehr Frauen (45.500) als Männer (18.500) in den Beruf zur Pflegefachperson. Der Anteil der Männer wuchs allerdings kontinuierlich seit Beginn der generalistischen Pflegeausbildung 2020 von 24 auf 29 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Auszubildenden war beim Start 21 Jahre alt. Das Durchschnittsalter betrug 24 Jahre. Insgesamt gab es zum Stichtag 31. Dezember 2025 157.200 Auszubildende.

Junge Pflegekraft in blauer Arbeitskleidung steht mit Tasche und Klemmbrett vor einem hellen Hintergrund mit Symbol für ein medizinisches Zertifikat.
Ein Blick auf die neuesten Zahlen zur sogenannten generalistischen Pflegeausbildung zeigt: Immer mehr junge Frauen und Männer unterschreiben einen Vertrag, um Pflegefachperson zu werden. Die Verdienstmöglichkeiten sind überdurchschnittlich gut.
29.05.2026Irja Most5 Min

Die Bundesregierung erwägt, die Tariftreue-Regelungen in der Langzeitpflege auszusetzen und Vergütungsentwicklungen zusätzlich durch eine verminderte Grundlohnrate zu begrenzen. Der DPR kritisierte die von der schwarz-roten Koalition geplanten Eingriffe in die Finanzierung tariflicher Vergütung. „Das trifft ein System, dem bereits heute überall Personal fehlt“, monierte der Pflegerat. Einrichtungen sollten gute Löhne zahlen, erhielten dafür aber nicht sicher das notwendige Geld. Das setze sie wirtschaftlich unter Druck und schwäche die Attraktivität der Pflegeberufe. Der Evaluationsbericht zu den „Wirkungen der Regelungen zur Entlohnung nach Tarif von Pflege- und Betreuungskräften in der Langzeitpflege“ zeige, dass die Regelungen gewirkt hätten. Der DPR fordert deshalb den Erhalt der Tariftreue. „Wer die Versorgung sichern will, muss eine tarifgerechte Vergütung verlässlich finanzieren.“ (imo)

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