Update

GKV-SV: Digitalisierung soll Pflege zukunftsfest machen

27.08.2026 2 Min. Lesedauer

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) sieht in der Digitalisierung weitreichende Möglichkeiten für die Pflege der Zukunft. Der Verwaltungsrat verabschiedete in seiner heutigen Sitzung einstimmig ein Positionspapier, um den Engpass bei finanziellen und personellen Ressourcen in diesem Sektor zu bewältigen. Die Herausforderungen in der Pflege seien groß, „daher müssen wir die Potenziale der Digitalisierung voll ausschöpfen“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende und Versichertenvertreter Uwe Klemens.

Insbesondere bei der Kommunikation zwischen Pflegebedürftigen, ihren pflegenden An- und Zugehörigen und dem Gesundheitspersonal könne die Digitalisierung große Vorteile bringen, erläuterte Klemens. Sie könne den Austausch flexibler und effizienter machen. Zum Beispiel sei dies durch den Einsatz der Telepflege und durch die konsequente Einbindung von Pflegeinformationen in die elektronische Patientenakte (ePA) zu erreichen.

Der ePA schreibt der GKV-SV eine Schlüsselrolle für eine effiziente, sektorenübergreifende Versorgung zu. Sie sei „das Herzstück eines digitalen, interoperablen Versorgungsökosystems“. Über die Akte müssten daher relevante Pflegeinformationen mit medizinischen Daten verzahnt und für die Versorgung verwertbar werden. 

Der Verband mahnt Tempo an, die Potenziale der Digitalisierung „zügig für die Sicherung der Pflege“ zu heben. Die flächendeckende und störungsfreie Nutzung digitaler Prozesse gelte es weiter voranzutreiben. Wichtig sei es darüber hinaus, den Nutzen digitaler Technologien evidenzbasiert nachzuweisen.

Junge Pflegekraft in blauer Arbeitskleidung steht mit Tasche und Klemmbrett vor einem hellen Hintergrund mit Symbol für ein medizinisches Zertifikat.
Ein Blick auf die neuesten Zahlen zur sogenannten generalistischen Pflegeausbildung zeigt: Immer mehr junge Frauen und Männer unterschreiben einen Vertrag, um Pflegefachperson zu werden. Die Verdienstmöglichkeiten sind überdurchschnittlich gut.
29.05.2026Irja Most5 Min

Der GKV-SV sieht auch Nachholbedarf bei der Stärkung des Vertrauens in die neuen Werkzeuge sowie der Kompetenzen im Umgang damit. „Pflegepersonal sowie Pflegebedürftige und ihre An- und Zugehörigen müssen digitale Anwendungen sicher und mit einem klaren Mehrwert einsetzen können“, betonte Susanne Wagenmann, Verwaltungsratsvorsitzende und Arbeitgebervertreterin. Dafür sei es jetzt wichtig, „dass sich Pflegeanbietende und Pflegekassen rasch in die Telematikinfrastruktur einbinden und deren verfügbare Dienste entschlossen nutzen“.

Die Verantwortung für die Finanzierung der digitalen Ausstattung von Pflegeeinrichtungen müsse klar geregelt und von den beteiligten Akteuren gemeinsam getragen werden. Der GKV-SV fordert, dass die Länder ihrer Finanzierungsverantwortung nachkommen. Der Verband schlägt vor, dass Bund und Länder nach dem Vorbild des Digitalpakts Schule einen Digitalpakt Pflege auflegen. (imo)

Optionale Felder sind gekennzeichnet.

Beitrag kommentieren

Alle Felder sind Pflichtfelder.

Datenschutzhinweis

Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.

Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.