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Kassenberechnung: Kliniken erzielen Milliarden-Mehreinahmen

17.08.2026 2 Min. Lesedauer

Die Krankenhäuser können nach Berechnungen von Kassenvertretern im nächsten Jahr mit Mehreinnahmen in Milliardenhöhe rechnen. Anders als die Klinikbranche beteuert, bedeute das im Juli beschlossene Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „weder eine Nullrunde noch eine Minusrunde“ schreiben Jürgen Malzahn, Abteilungsleiter stationäre Versorgung und Rehabilitation im AOK-Bundesverband, und Johannes Wolff, Abteilungsleiter Krankenhäuser im GKV-Spitzenverband, in einem Gastbeitrag für den „Observer Gesundheit“. Die Kliniken dürften sich trotz Rückkehr zur einnahmenorientierten Ausgabenpolitik auf „spürbare Erlössteigerungen und neue Handlungsspielräume freuen“.

Begründet wird die Aussage mit bereits bezifferbaren Erlöszuwächsen für 2027. So werde etwa die Preiskomponente der Krankenhausvergütung um 3,43 Prozent oder 4,1 Milliarden Euro steigen. Zusätzliche Mittel in Höhe von 550 Millionen Euro würden zudem durch Rechnungsaufschläge finanziert, heißt es in dem Artikel. Außerdem könnten die Krankenhäuser mit Erlössteigerungen durch Mengenentwicklung rechnen. Bei einer Mengensteigerung um ein Prozent rechnen Malzahn und Wolff mit zusätzlichen Erlösen von 1,18 Milliarden Euro. Des Weiteren werde für das Jahr 2027 der Landesbasisfallwert um 1,14 Prozentpunkte erhöht, was einer Anhebung der Preiskomponente der Krankenhausvergütung um 1,35 Milliarden Euro entspreche. Insgesamt beziffern Malzahn und Wolff die Erlössteigerungen auf 6,59 Milliarden Euro beziehungsweise 5,5 Prozent mehr als die Ausgangsbasis.

Weitere Mehreinnahmen seien etwa durch die 50-prozentige Berücksichtigung der Tarifrate zu erwarten. Auch Effizienzgewinne, beispielsweise durch den Wegfall der Pflegepersonalplanung (PPR 2.0), könnten dazu führen, dass den Krankenhäusern geringere Kosten entstünden, wenn Maßnahmen zur Entbürokratisierung dazu führten, dass Arbeitszeit für Pflege am Bett frei werde. Die Autoren gehen hier von „realistischen“ 1,25 Milliarden Euro Einsparungen aus.

Die „positiven finanziellen Effekte“ aus reinen Erlössteigerungen und internen Kostenentlastungen würden sich in Summe auf 8,18 Milliarden Euro belaufen, rechnen Malzahn und Wolff vor. „Es gibt für die Krankenhäuser also ausreichend Finanzmittel und unternehmerische Möglichkeiten, um die Transformation zu einer effizienteren Krankenhauslandschaft mit besserer Versorgungsqualität für die Patientinnen und Patienten umzusetzen.“

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte in der Debatte um das BStabG hingegen mehrfach betont, das Gesetz sei ein „reines Kürzungsgesetz“ und könne zu einer Schließung von Kliniken, einem Personalabbau und einer Verschlechterung der Erreichbarkeit im ländlichen Raum führen. (tie)

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