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Temperaturrekorde für 2026 setzen sich im Herbst fort

12.10.2026 2 Min. Lesedauer

Die Serie der Temperaturrekorde reißt nicht ab. Auch der September war laut dem europäischen Klimadienst Copernicus neben dem von 2023 der heißeste in Westeuropa seit Aufzeichnungsbeginn. Zuvor erreichte bereits der Sommer in dieser Region insgesamt die höchsten jemals gemessenen Temperaturen. Die außergewöhnliche Trockenheit mit Folgen für die Wirtschaft zog sich bis in den Herbst. Mit Blick auf den zu erwartenden nächsten „Extrem-Sommer“ fordert die Präsidentin des Sozialverbandes VDK, Verena Bentele, konkrete Schutzmaßnahmen, um Gesundheitsgefahren einzudämmen.

Von den extremen Temperaturen 2026 in ganz Europa waren vor allem Westeuropa sowie die angrenzenden Meere betroffen, heißt es im Copernicus-Bericht. Der September lag in dieser Region mit 2,51 Grad Celsius über dem Durchschnitt. Auch war der Monat in weiten Teilen West-, Mittel- und Osteuropas von Trockenheit geprägt, die auf einen außergewöhnlich trockenen Sommer folgte. Im Vergleich zum August verstärkte sich die Trockenheit laut Klimadienst und führte zu besonders niedrigen Flusspegeln. In mehreren Ländern kam es dadurch zu Beeinträchtigungen der Schifffahrt, der Wasserversorgung und der Landwirtschaft.

Angesichts der Gefahren für die Gesundheit der Menschen hierzulande durch die zunehmenden Hitzeereignisse, fordert VDK-Präsidentin Bentele eine bessere Verbreitung freiwilliger Hitzeregister, um besonders gefährdete Menschen gezielt erreichen zu können. Außerdem brauche es „flächendeckende kommunale Hitzeaktionspläne und verbindliche Schutzkonzepte für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und andere Einrichtungen“. Bentele verwies auf die mehr als 16.000 hitzebedingten Todesfälle, die das Robert-Koch-Institut bis September verzeichnete. Drei Viertel davon waren demnach mindestens 75 Jahre alt, viele bereits vorerkrankt.

Illustration einer stark aufgeheizten Stadtstraße in Rot- und Orangetönen. Mehrere Menschen suchen Schutz vor der Hitze, halten Wasserflaschen oder beschatten sich, während die Sonne zwischen den Gebäuden steht.
Auf über 41 Grad kletterte das Thermometer Ende Juni 2026 an einigen Orten in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass die Temperaturrekorde dieses Sommers mehr als 16.300 Menschenleben gekostet haben. Der Hitzeschutz braucht deshalb dringend mehr Verbindlichkeit.
15.09.2026Silke Böttcher11 Min

Die Grünen-Bundestagsfraktion sieht Deutschland für weitere Hitzewellen ebenfalls zu wenig vorbereitet. Die Antwort aus dem Bundesgesundheitsministerium auf eine kleine Anfrage fällt der Oppositionspartei zu dünn aus. Die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Misbah Khan forderte in der „taz“: „Wir brauchen bessere Daten, klare Krisenabläufe und verbindliche Konsequenzen für den nächsten Hitzesommer.“

Gefährliche gesundheitliche Auswirkungen durch den Klimawandel sieht auch eine internationale Lancet-Expertenkommission. Sie stuft diesen als eine von 17 Bedrohungen für die Gesundheit der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2100 ein. Eine Begrenzung der Erderwärmung könne weltweit rund 1,89 Milliarden gesunde Lebensjahre retten. (imo)

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