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WHO: Klimamaßnahmen können Millionen Tote verhindern

04.11.2026 2 Min. Lesedauer

Die globale Ausweitung von sechs bewährten Klimaschutz- und Gesundheitsmaßnahmen könnte jährlich rund 1,6 Millionen Menschenleben retten. Zu diesem Schluss kommt ein heute veröffentlichter Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO. „Die Klimakrise ist eine Gesundheitskrise“, betonte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Ein Großteil der Schäden ließe sich mit bereits vorhandenen Mitteln vermeiden. Eine weltweite Umsetzung der Maßnahmen würde zudem die Volkswirtschaften erheblich stärken. Tedros unterstrich im Vorfeld der UN-Klimakonferenz, dass der „Gesundheitsschutz im Mittelpunkt der Klimaschutzmaßnahmen“ stehen müsse.

Zu den sechs WHO-Maßnahmen zählen Hitzewarnsysteme, eine klimaresistente Wasserversorgung, Sanitäranlagen, Einrichtungen für Handhygiene, saubere Energie für Haushalte zum Kochen und Heizen sowie eine striktere Steuerpolitik für fossile Brennstoffe. Die Vorteile wären laut WHO deutlich größer als die Kosten. Fünf der Maßnahmen könnten pro investiertem US-Dollar einen Ertrag von 24 US-Dollar generieren, schätzt der Bericht. „Der Nutzen dürfte in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen dabei größer sein und so zur Verringerung gesundheitlicher und wirtschaftlicher Ungleichheiten beitragen“.

Zu den kosteneffektivsten Maßnahmen gehören der Analyse zufolge Hitzewarnsysteme. Der geschätzte Ertrag liege bei 835 US-Dollar für jeden investierten US-Dollar. Daran zeige sich, wie bestehende Systeme hitzebedingte Erkrankungen mit relativ geringem Aufwand vorbeugen könnten. Die größten Vorteile bringt laut Bericht eine strengere Steuerpolitik für fossile Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas sowie der Abschaffung ineffizienter Subventionen. Solche Maßnahmen könnten schätzungsweise „jährlich 1,2 Millionen Todesfälle verhindern“ und enorme Treibhausgasemissionen vermeiden. Finanziell ergäben sich so positive Effekte von drei Billionen US-Dollar durch weniger Gesundheits- und Umweltschäden sowie Steuervorteile von 5,4 Billionen US-Dollar.

Illustration einer stark aufgeheizten Stadtstraße in Rot- und Orangetönen. Mehrere Menschen suchen Schutz vor der Hitze, halten Wasserflaschen oder beschatten sich, während die Sonne zwischen den Gebäuden steht.
Auf über 41 Grad kletterte das Thermometer Ende Juni 2026 an einigen Orten in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass die Temperaturrekorde dieses Sommers mehr als 16.300 Menschenleben gekostet haben. Der Hitzeschutz braucht deshalb dringend mehr Verbindlichkeit.
15.09.2026Silke Böttcher11 Min

Mit Blick auf die am kommenden Montag startende Weltklimakonferenz im türkischen Antalya appelliert die WHO an die Regierungen und andere verantwortliche Akteure, auf Basis der Erkenntnisse des Berichtes zu handeln und in die erprobten Maßnahmen für Gesundheit, Klima und Wirtschaft zu investieren.

Im Kampf gegen die negativen Folgen des Klimawandels gibt es auf europäischer Ebene konkrete Anstrengungen. Vor dem Hintergrund der Hitzewellen mit tausenden Todesfällen und hohen Kosten in diesem Sommer will die EU-Kommission im Rahmen eines Klimaresilienz-Gesetzes einen umfassenden Hitzeschutzplan auf den Weg bringen. (imo)

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