Update

Europäisches Bündnis: Verbände fordern „Hitzegipfel“

06.08.2026 2 Min. Lesedauer

Die „Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit“ (KLUG) fordert mehr Mittel für Hitzeschutz im Gesundheitswesen. In Europa fließe nur 0,07 Prozent des Fördergeldes zur Klimaanpassung in den Gesundheitsbereich, heißt es in einer heute von KLUG und europäischen Partnerverbänden veröffentlichten Erklärung. Befeuert wird die Debatte durch neue Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu hitzebedingter Mortalität. Danach starben geschätzt 9.600 Menschen allein in der Hitzewelle vom 22. bis 28. Juni. Bis zum 26. Juli seien in diesem Jahr bereits rund 11.900 Menschen hitzebedingt gestorben – mehr als jeweils in den gesamten Jahren seit 2016.

Europa mangele es nicht an Plänen, sondern an Ambition und Umsetzung, kritisieren KLUG und die Partnerorganisationen. „Trotz bestehender nationaler Hitze-Gesundheits-Aktionspläne, Frühwarnsysteme und einer EU-Anpassungsstrategie steigt die hitzebedingte Sterblichkeit weiter an“, heißt es im Appell an die EU-Kommission, das Europaparlament und den Rat der 27 Mitgliedsländer. Darin fordert die Allianz neben einem europäischen Hitzeschutzplan mit Notfallfonds auch Programme für mehr Resilienz in Gesundheitseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen.

Die Unterzeichner sehen auch den Gesundheitssektor selbst in der Pflicht, „Krankenhäuser, Praxen und Pflegeeinrichtungen klimaresilient und klimaneutral zu gestalten, Patientinnen, Patienten und Personal vor Hitze zu schützen und den Klimawandel in jede klinische und pflegerische Entscheidung einzubeziehen“. Zu den 50 Mitgliedsorganisationen von KLUG gehören zahlreiche Berufsverbände aus dem Gesundheitswesen sowie Krankenkassen, Ärztekammern und Kliniken.

Ältere Frau sitzt in einem Sessel, fächelt sich mit einem Handfächer Luft zu und blickt auf einen großen Ventilator im Vordergrund.
Besonders Pflegebedürftige leiden bei Hitzewellen. Die meisten leben zu Hause und werden dort vor allem von Angehörigen betreut, aber auch von ambulanten Diensten. Die unterschiedlichen Verhältnisse stellen Hitzeschutz vor Herausforderungen.
03.08.2026Irja Most5 Min

Für den Nachmittag hatte ein breites Bündnis aus Naturschutzorganisationen, Gewerkschaften und Sozialverbänden – darunter der Paritätische Gesamtverband und die Arbeiterwohlfahrt – zu einer Demonstration vor dem Kanzleramt in Berlin aufgerufen. In einem im Vorfeld veröffentlichten „5-Punkte-Plan“ fordern sie unter anderem einen „Hitzegipfel“ und einen bundesweiten Hitzeschutzplan. Auch die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ hatte für heute zu einer Kundgebung vor dem Kanzleramt aufgerufen. 

Hitzetage werden auch in der häuslichen Pflege zunehmend zu einem Problem. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) fordert deshalb von den Kommunen verbindliche Hitzeschutzpläne, in die auch ambulante Pflegedienste, Hausärzte und Hilfsorganisationen einbezogen werden müssten. Vor allem alleinlebende Menschen müssten dabei in den Blick genommen werden, betonte die DBFK-Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Sarah Fliesgen, gegenüber G+G. (toro)

Optionale Felder sind gekennzeichnet.

Beitrag kommentieren

Alle Felder sind Pflichtfelder.

Datenschutzhinweis

Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.

Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.