Update

Rufe nach mehr Hitzeschutz – WHO mahnt Regierungen

25.06.2026 3 Min. Lesedauer

Angesichts der extremen Hitzewelle in Europa und Deutschland fordern Verbände und Organisationen mehr Investitionen in den Hitzeschutz. Die Wahrscheinlichkeit von extremer Hitze erhöhe sich künftig weiter, warnte der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, in Genf. Die Temperaturen in Europa stiegen etwa doppelt so schnell wie im weltweiten Durchschnitt. Er mahnte: „Wir können es uns nicht leisten, weiter zu zögern. Die Verantwortlichen müssen Investitionen in klimaresiliente Gesundheitssysteme priorisieren.“ Auch deutsche Verbände fordern, einen gesundheitsbezogenen Hitzeschutz verlässlich zu finanzieren.

Laut WHO gehört extreme Hitze zu den schwerwiegendsten und am schnellsten wachsenden Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, die mit dem Klimawandel einhergehen. Weltweit fielen jährlich rund eine halbe Million Menschen den Folgen von Hitzeeinwirkung zum Opfer – aus Sicht der WHO sind das vermeidbare Todesfälle. Hitze betreffe zwar alle Menschen, doch zu den besonders gefährdeten Gruppen zählten ältere Menschen, chronisch Erkrankte, Kinder, Schwangere, Arbeitskräfte, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind, sowie sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen. 

Ebenso verwies die Organisation auf die Gefahren durch Hitze bei Großveranstaltungen wie der Fußball-Weltmeisterschaft. Zum Schutz der Menschen brauche es unter anderem Aktionspläne und Frühwarnsysteme. Einen Leitfaden für staatliche Akteure, um Hitzeschutzaktivitäten wirksam auszurichten, hatte die WHO Europa kürzlich gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium herausgegeben.

Pflegekraft hilft Pflegebedürftigem beim Wassertrinken.
Mit der Klimakrise steigt die Hitzebelastung für Menschen an. Die hohen Temperaturen machen besonders Alten und Pflegebedürftigen zu schaffen. Aber auch Mitarbeitende etwa in Heimen benötigen Schutz. Wie die Herausforderungen gut bewältigt werden können, zeigt ein Beispiel in Berlin.
11.06.2026Irja Most6 Min

Die Bundesärztekammer (Bäk) und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit KLUG appellieren ebenfalls an die Politik, Hitzeschutz im Sozial- und Gesundheitswesen langfristig finanziell abzusichern. „Vorsorge ist kostengünstiger als die teure Nachsorge entstandener Schäden“, betonten sie. Bäk-Präsident Klaus Reinhardt bekräftigte: Hitzeschutz sei in diesen Tagen „unmittelbarer Patientenschutz“. Trotz des jährlichen Hitzeaktionstages vor zwei Wochen reichen den Verbänden die bisherigen Maßnahmen nicht aus. Während für Hochwasser und Sturm längst Krisenstäbe bereitstünden, fehlten für Hitze bis heute verbindliche, finanzierte Strukturen, monierte der KLUG-Vorsitzende Martin Herrmann. „Spätestens nach dieser Extremhitzewelle müssen wir uns zusammensetzen und klar benennen, welche Maßnahmen auch kurzfristig nötig sind, um deutlich besser gerüstet zu sein“, forderte er.

Der Bundestag wollte sich am Abend mit Anträgen der Opposition zum Thema Hitzeschutz befassen. Die Grünen fordern unter anderem dazu auf, Krisenresilienz in der Pflege zu stärken und die häusliche sowie die stationäre Pflege verlässlich auf Krisen wie etwa Hitzeperioden vorzubereiten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt seit Tagen deutschlandweit vor extremer Hitzebelastung. In den kommenden Tagen werden Temperaturen um die 40 Grad erwartet. (imo)

Optionale Felder sind gekennzeichnet.

Beitrag kommentieren

Alle Felder sind Pflichtfelder.

Datenschutzhinweis

Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.

Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.