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Primärversorgung: Hausärzteverband hängt an der HzV

28.08.2026 2 Min. Lesedauer

Ein Fortbestehen der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) ist nach Einschätzung des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes (HÄV) für das Gelingen der Primärversorgungsreform unabdingbar. „Die Marschroute lautet: mehr HzV, mehr Verbindlichkeit, mehr Teamversorgung“, erklärten die HÄV-Vorsitzenden Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Blumenthal-Beier heute bei der Vorstellung ihres Forderungspapiers zu den Themenfeldern Qualität, Zugang, HzV, Teamversorgung, digitale Infrastruktur und Verbindlichkeit. Damit die Hausärzte die Patientenströme leiten können, brauche es die richtigen Rahmenbedingungen.

Dass mit der HzV bereits ein eigenständiges Primärversorgungssystem und damit die Hälfte der Reform stehe, erleichtere Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) nicht nur die Arbeit, sie „ist auch der Rettungsanker für zigtausend Hausarztpraxen“, so die HÄV-Vorsitzenden. Ohne die Verträge zur HzV und ohne die Verpflichtung der Kassen, diese umzusetzen, würde die hausärztliche Versorgung weitestgehend wegbrechen, so die Warnung. 

Ganz anders sehen das zwei Mitglieder der Finanzkommission Gesundheit, Jonas Schreyögg und Ferdinand Gerlach. Im Interview mit der „Ärzte-Zeitung“ plädieren sie für ein „wirkliches Primärversorgungssystem“. „Das Honorierungssystem ist zu stark auf den Arzt zugeschnitten“, so der Gesundheitswissenschaftler Schreyögg. „Wenn wir ein wirkliches Primärversorgungssystem einführen, anders als die derzeitige Hausarztzentrierte Versorgung, würde das den Beruf der Hausärztin, des Hausarztes aufwerten.“ Das Ziel sollte sein, ein „Primärversorgungssystem nach modernen Standards zu etablieren“. Nach Worten des Allgemeinmediziners Gerlach lässt sich jedoch viel aus der HzV lernen. Evaluationen zeigten, „dass, wenn Patienten sich steuern lassen, gerade Ältere und chronisch Erkrankte, auch positive Effekte da sind. Da sind schon viele gute Dinge drin: Einschreibung, Primärversorgung, Praxisteamversorgung, digitale Transformation.“

Eine jüngst veröffentlichte Evaluation der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass bei ihrem HzV-Vertrag zwar die Hausarztkontakte leicht zurückgingen und die Koordination verbessert wurde, die Zahl der Facharztkontakte jedoch stieg. Nach Einschätzung der TK liegt das vor allem an fehlenden Verbindlichkeiten. Damit eigne sich die HzV nicht als Vorlage für das geplante Primärversorgungssystem.

Der Fachdialog mit Vertreterinnen und Vertretern maßgeblicher Verbände zum Primärversorgungssystem wurde am 31. März 2026 abgeschlossen. Derzeit läuft nach Angaben eines Sprechers des Bundesgesundheitsministeriums dessen Auswertung – die Vorlage eines Referentenentwurfs ist demnach für diesen Herbst vorgesehen. (ter)

Medizinisches Personal spricht im Wartebereich einer Praxis mit einer Patientin, während andere Personen im Hintergrund sitzen.
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17.02.2026Thorsten Severin, Tim Ende6 Min

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