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Immer mehr Mädchen wegen Essstörungen in der Klinik

11.08.2026 2 Min. Lesedauer

Die Zahl der Mädchen, die wegen einer Essstörung im Krankenhaus behandelt werden müssen, hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. So wurden im Jahr 2024 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) knapp 6.000 Mädchen im Alter von zehn- bis 17 Jahren in Kliniken behandelt – nach gut 2.800 im Jahr 2004. Damit machten Mädchen in dieser Altersgruppe 2024 nahezu die Hälfte (48,1 Prozent) aller Behandlungsfälle wegen Essstörungen aus.

Insgesamt stieg die Zahl der wegen Essstörungen Behandelten 2024 nach Destatis-Angaben gegenüber 2023 um 2,2 Prozent auf 12.400 Fälle. Im Vergleich zu 2004 betrug der Zuwachs acht Prozent. Die häufigste Diagnose war demnach 2024 Magersucht (Anorexie) mit 9.000 Behandlungsfällen vor Ess-Brech-Sucht (Bulimie) mit 1.300 Fällen.

Mädchen und Frauen würden über alle Altersgruppen hinweg häufiger wegen Essstörungen stationär versorgt als Jungen beziehungsweise Männer, bilanziert Destatis. Im Berichtsjahr waren demnach 11.500 oder 92,9 Prozent der mit dieser Diagnose Behandelten Frauen. 2004 waren es 10.100 Patientinnen mit einem Anteil von 88,5 Prozent.

Im Erwachsenenalter gehören Essstörungen laut Bundesgesundheitsministerium zu den häufigsten chronischen psychischen Störungen — sie entwickeln sich aber meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (Biög) zufolge gibt es verschiedene Formen, etwa Magersucht, Bulimie oder die Binge-Eating-Störung. Am häufigsten wird laut Biög die Binge-Eating-Störung beobachtet, bei der es zu Essattacken kommt. Es folgen Bulimie (Ess-Brechsucht) und Magersucht. Mindestens so oft wie die „Reinformen“ der Erkrankungen kämen Mischformen vor.

Auch insgesamt waren psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen 2024 die häufigste Ursache für Klinikaufenthalte von Kindern und Jugendlichen. Nach Destatis-Angaben wurden im Berichtsjahr gut 116.300 der rund 615.300 Krankenhauspatientinnen und -patienten im Alter von zehn bis 19 Jahren aufgrund psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen stationär behandelt. Das entsprach knapp einem Fünftel aller Krankenhausbehandlungen in dieser Altersgruppe. (ter)

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