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Jede dritte Pflegekraft hat eine Einwanderungsgeschichte

28.09.2026 2 Min. Lesedauer

In Branchen mit hohem Personalmangel sind überdurchschnittlich häufig Menschen mit Einwanderungsgeschichte beschäftigt. Ihr Anteil in Pflegeberufen lag 2025 bei 33 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte. Über alle Branchen hinweg waren es 27 Prozent. Wie schnell Eingewanderte auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen, hängt laut Destatis unter anderem von Herkunft und Aufenthaltsdauer ab. Vergleichsweise schnell gelingt der Einstieg Menschen aus der Europäischen Union (EU).

Von den 25- bis 59-jährigen Männern aus EU-Staaten, die seit weniger als fünf Jahren in Deutschland lebten, waren 2025 bereits 89 Prozent erwerbstätig, bei den Frauen 73 Prozent. Bei Eingewanderten aus Afrika lagen die Quoten bei 79 beziehungsweise 47 Prozent, bei Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten bei 57 beziehungsweise 28 Prozent. Mit längerer Aufenthaltsdauer näherten sich die Erwerbstätigenquoten etwas an.

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Der Personalbedarf in der Pflege dürfte weiter zunehmen: Allein aufgrund der Alterung der Bevölkerung könnte die Zahl der Pflegebedürftigen laut Destatis von rund fünf Millionen Ende 2021 auf etwa 6,8 Millionen im Jahr 2055 steigen. Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) hatte unlängst einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt und bei der Gewinnung internationaler Pflegepersonen bürokratische Hürden kritisiert. „Deutschland braucht Pflegekräfte aus der ganzen Welt und stellt ihnen gleichzeitig die eigene Bürokratie in den Weg“, sagte VKAD-Geschäftsführer Andreas Wedeking. Der Verband fordert unter anderem eine bundesweit einheitliche digitale Positivliste für ausländische Pflegeabschlüsse und eine digitale „Work-and-Stay-Agentur“. Visaverfahren sollen beschleunigt sowie Sprach- und Integrationsangebote ausgebaut werden. Auch die faire Anwerbung soll auf internationale Auszubildende ausgeweitet und Anwerbe- sowie Integrationskosten sollen besser refinanziert werden.

In anderen medizinischen Berufen sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte ebenso überdurchschnittlich häufig vertreten. Bei zahnmedizinischen Fachangestellten lag der Anteil mit 32 Prozent ähnlich hoch wie in der Pflege. Vergleichsweise niedrig war er im Rettungsdienst mit sieben Prozent. (sr)

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