Update

Jugendliche rauchen und vapen wieder mehr

26.05.2026 2 Min. Lesedauer

Der Anteil rauchender und vapender Jugendlicher ist in den vergangenen Jahren wieder gestiegen – vor allem bei Mädchen. Das geht aus der heute vorgestellten Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (Biög) hervor. 7.001 junge Menschen zwischen zwölf und 25 Jahren hatte das Biög von April bis Juli 2025 zu ihrem Rauchverhalten befragt. Demnach nahm vor allem der Konsum neuartiger Nikotinprodukte wie Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeutel deutlich zu. „Die Drogenaffinitätsstudie ist ein klares Warnsignal“, betonte der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck. Die Politik dürfe hier nicht einfach nur zusehen.

Laut Studie rauchte 2025 fast jeder Zehnte der Zwölf- bis 17-Jährigen (9,6 Prozent). 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Bei den 18- bis 25-Jährigen sank der Anteil Rauchender von 29,8 Prozent im Jahr 2021 auf 26,3 Prozent im Jahr 2025.  Besonders auffällig: Vor allem Mädchen rauchen deutlich mehr als noch vor fünf Jahren. Der Anteil stieg von 6,4 Prozent in 2023 auf 9,3 Prozent in 2025. „Tabakprävention war in Deutschland über Jahre hinweg erfolgreich, aber dieser Erfolg scheint nicht mehr gesichert zu sein“, bilanzierte Streeck. Scheine bei Erwachsenen und jungen Erwachsenen die Tabakprävention noch zu wirken, zeigten die Daten bei Jugendlichen „eine Trendwende.“

Weiter auf dem Vormarsch sei das Vapen, der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten nehme dabei deutlich zu. Bei männlichen Jugendlichen sei der Anteil seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent gestiegen und bei weiblichen Jugendlichen von 1,8 auf 7,8 Prozent. Auch bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren habe sich der Konsum erhöht. Neun von zehn Konsumenten nutzten den Angaben zufolge in den Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids, die oft mit süßen Aromen und jugendaffinem Design vermarktet werden. „Wenn Nikotin nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol schmeckt und in bunten Verpackungen daherkommt, dann ist das keine zufällige Produktgestaltung", kritisierte Streeck. „Das senkt die Hemmschwelle und macht Nikotin für junge Menschen attraktiv." Zum Teil seien diese Zusatzstoffe „gesundheitsschädlich oder krebserregend und gehören nicht in die Lungen".  Streeck forderte „klare Regeln für Inhaltsstoffe, Aromen, Werbung und Verpackung" und ein Verbot gesundheitsschädlicher und jugendaffiner Aromen.

„Wir begrüßen sehr, dass eine Erhöhung der Tabaksteuer geplant ist“, sagte Johannes Nießen, kommissarischer Leiter des Biög. „Aus Erfahrungen in anderen Ländern wissen wir, dass dies in Kombination mit qualitätsgesicherten verhaltenspräventiven Angeboten ein sinnvoller Hebel sein kann, um den Tabakkonsum zu senken.“ (bhu)

Optionale Felder sind gekennzeichnet.

Beitrag kommentieren

Alle Felder sind Pflichtfelder.

Datenschutzhinweis

Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.

Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.