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Hitzewelle: Zügiger Schutz von Kliniken und Heimen gefordert

26.06.2026 3 Min. Lesedauer

Überhitzte Patientenzimmer, Klinikfenster ohne Sonnenschutz und Rettungskräfte im Dauereinsatz: Angesichts der rekordreifen Hitzewelle werden Rufe nach mehr Investitionen in den Schutz von Kliniken und Pflegeheimen lauter. In einer Bundestagsdebatte zum Thema forderten die Grünen, Heime und Krankenhäuser so umzubauen, dass die Sommer für Beschäftigte und Kranke erträglich bleiben. Ihr Gesundheitsexperte Johannes Wagner warf der Regierung Untätigkeit vor. Diese „kapituliere“ vor der Klimakrise. Auch Sascha van Beek (CDU) betonte den Ernst der Lage: „Hitze trifft vor allem die Schwächsten.“ Er verwies auf bereits eingeleitete Schritte wie den „Hitzeschutzplan Gesundheit“ des Bundesgesundheitsministeriums. „Die Menschen brauchen praktische Lösungen.“ Unterdessen warnte die World Weather Attribution, dass Hitzewellen inzwischen in Europa mehr Todesopfer forderten als alle anderen Naturereignisse.

Scharfe Kritik an den Zuständen kam von Patienten-, Ärzte- und Pflegeberufeverbänden. Einfachste Schutzmaßnahmen seien bisher in Kliniken und Heimen nicht vorhanden, kritisierte Eugen Brysch von der Stiftung Patientenschutz im „Focus“. Susanne Johna vom Marburger Bund mahnte mehr Investitionen in die Kliniken an. Selbst bei Neubauten fehle oft noch eine Außenbeschattung der Fenster. Dies sei auch ein medizinisches Problem. „Wir wissen, dass zum Beispiel auch Wunden schlechter heilen bei hohen Temperaturen“, sagte sie im ZDF. Die Grünen schlugen ein Programm „Green Hospitals“ für bauliche Anpassungen vor.

Die wachsende Gefahrenlage durch Hitze spiegelt sich auch in den Sterbestatistiken wider. Zwar fordert Kälte bislang in Deutschland noch mehr Todesoper als Hitze. Allerdings nimmt der Anteil der Kältetoten an den temperaturassoziierten Todesfällen ab, wie eine nun im „Ärzteblatt“ veröffentliche Studie der Jahre 2020 bis 2023 zeigt. Demnach sind Schätzungen zufolge rund vier bis fünf Prozent der Sterbefälle „temperaturassoziiert“ , von denen „typischerweise“ drei bis vier Prozent mit Kälte in Verbindung gebracht würden und knapp ein Prozent mit Hitze. Mit Zunahme von Hitzewellen werde sich das Verhältnis weiter verschieben.

Europa ächzt derzeit unter einer wohl beispiellosen Gluthitze. Auch in Deutschland könnten die Temperaturen am Wochenende Allzeit-Rekorde reißen. Zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt. Der morgige „Tag des Bevölkerungsschutzes“ wurde in den Herbst verschoben, und die Bundesbahn riet erstmals von nicht-notwendigen Reisen ab. Andere europäische Länder trifft die Hitze noch härter. In Paris war es laut Medien zuletzt heißer als in Mekka, Notaufnahmen waren am Limit. Der Verkauf und Konsum von Alkohol außerhalb von Gaststätten wurde übers Wochenende verboten, in einigen Dörfern im Umland wird das Trinkwasser knapp. (cm)

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