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Corona-Krise: Auswirkungen für Arbeitnehmer

Im Zuge der anhaltenden Corona-Krisensituation verändert sich für viele Arbeitnehmer ihre berufliche und private Situation. Die AOK klärt die wichtigsten Fragen zur Quarantäne von Arbeitnehmern, Lohnzahlung und Kinderbetreuung

Was ist, wenn der Arbeitgeber eine Zwangspause verordnet?

Einige Arbeitgeber entscheiden sich aufgrund der bestehenden Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus innerhalb ihres Unternehmens dafür, ihre Niederlassungen zu schließen. So soll die Ansteckungsgefahr für jeden Einzelnen gesenkt werden, insbesondere wenn es bereits mehrere Mitarbeiter gibt, die sich offenbar infiziert haben oder es eine gehäufte Anzahl bestätigter Infektionen in der Region des Unternehmens gibt.

Kommt es zu einer solchen Vorsichtsmaßnahme, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Gehälter weiterzuzahlen. Gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) spricht man von einem sogenannten Annahmeverzug, wenn der Arbeitgeber die Arbeitskraft seiner Angestellten nicht abruft. Wenn dem so ist, dürfen Sie als Arbeitnehmer der Arbeit fernbleiben, ohne Konsequenzen zu fürchten.

Erhalte ich als Arbeitnehmer in Quarantäne weiter meinen Lohn?

Ja. Kann ein Arbeitnehmer wegen Quarantänemaßnahmen nicht am Arbeitsplatz erscheinen, greift das Infektionsschutzgesetz. Dieses regelt, dass Arbeitgeber die Betroffenen bis zu sechs Wochen lang in voller Höhe weiterbezahlen müssen. Auf Antrag können sich Arbeitgeber diese Lohnkosten von der zuständigen Behörde erstatten lassen.

Wer zahlt mein Gehalt weiter? Arbeitgeber oder Krankenkasse?

Im Fall einer angeordneten Quarantäne wegen Covid-19-Infektion oder Infektionsverdacht erhält der Arbeitnehmer maximal sechs Wochen lang eine Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Kommt es tatsächlich zu einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, liegt arbeitsrechtlich ein normaler Krankheitsfall vor. Das bedeutet, dass auch die üblichen Regeln zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gelten.

Für die ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit leistet der Arbeitgeber Entgeltfortzahlung, anschließend zahlt die Krankenkasse ein sogenanntes Krankengeld.

Was muss ich als Arbeitnehmer noch beachten, wenn ich unter Quarantäne gestellt werde?

Eine Quarantäne wegen Infektion oder Verdacht auf Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 (Coronavirus) fällt unter das Infektionsschutzgesetz. Der Arbeitgeber ist umgehend über die angeordnete Quarantäne zu informieren.

Kommt es durch eine Coronavirus-Infektion zu einer Arbeitsunfähigkeit, muss eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt angefordert werden. Diese muss dann umgehend dem Arbeitgeber und der Krankenkasse zugestellt werden.

Wie sieht die Regelung zur telefonischen Krankschreibung bei Erkältungen aus und wie lange gilt sie?

Seit 9. März können Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) bis maximal 14 Tage ausgestellt bekommen. Sie müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband verständigt.

Auch die elektronische Gesundheitskarte muss nicht vorgelegt werden – es reicht, die Versichertendaten per Telefon mitzuteilen und die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse mündlich zu bestätigen. Bei Patienten, die der Praxis ohnehin schon bekannt sind, übernehmen die Ärzte die Daten aus der Patientenakte. 

Die Regelung gilt für Patienten, die an leichten Erkrankungen der oberen Atemwege erkrankt sind und keine schwere Symptomatik vorweisen. Sie gilt nicht für diejenigen, deren Beschwerden die Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) für einen Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 erfüllen. Diese Vereinbarung gilt zunächst für vier Wochen. Sie kann durch die Vertragsparteien im Einvernehmen verlängert werden, wenn die gegenwärtige Ausnahmesituation fortbesteht.

Die Entscheidung der Selbstverwaltungs-Partner soll dazu dienen, Patienten und Ärzte zu entlasten. Wer einen begründeten Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion hat, sollte jedoch weiterhin einen Arzt oder das Gesundheitsamt anrufen.

Kann ich mit meinem Kind zu Hause bleiben, wenn die Kita oder Schule wegen Coronavirus-Verdacht schließt?

In solchen Fällen sind Eltern verpflichtet, eine andere Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder zu suchen. Steht jedoch keine Alternative zur Verfügung, hat ein Elternteil gemäß § 616 BGB gesetzlichen Anspruch auf eine bezahlte Freistellung. Wie lange dieser Vergütungsanspruch erhalten bleibt, ist dabei vom Einzelfall abhängig. In der Regel dauert er jedoch nicht länger als fünf bis zehn Tage.

Anderslautende Regelungen im Arbeits- oder Tarifvertrag können diesen Anspruch zwar ausschließen, in einer Notsituation, wie etwa einer Schulschließung wegen Coronavirus-Verdacht, besteht dann aber zumindest noch das Anrecht auf unbezahlte Freistellung. In jedem Fall muss der Arbeitgeber sofort darüber informiert werden, dass der Arbeitnehmer nicht zur Arbeit kommen kann.

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