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Telemedizinisches Coaching unterstützt Diabetiker bei Lebensstilveränderung

Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, individuell zu begleiten, eine gesunde Lebensweise zu fördern und sie zu Experten für die eigene Gesundheit zu machen: Das ist Ziel des Innovationsfondsprojekts TeLIPro (Telemedizinisches Lebensstil-Interventions-Programm für Typ-2-Diabetiker).

Innovationsfondsprojekt TeLIPro startet

Ein patientenzentriertes telefonisches Gesundheitscoaching bildet das Kernstück des Programms, das die AOK Rheinland/Hamburg als Konsortialführerin gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) umsetzt. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) und das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav). TeLIPro wird mit rund 1,9 Millionen Euro aus Mitteln des Innovationsfonds gefördert.

Etwa sieben Millionen Erwachsene leiden in Deutschland an Diabetes mellitus, davon 95 Prozent an Typ-2-Diabetes. Weniger Stress, eine ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung – die Faktoren, mit denen Patienten ihre Gesundheit positiv beeinflussen können, sind vielfältig. „Genau hier setzt TeLIPro an“, erläutert Prof. Dr. Stephan Martin, Direktor des West-deutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) in Düsseldorf und beratender Diabetologe im Projekt. „Das Potenzial einer Lebensstilveränderung nutzen wir in der Therapie noch viel zu wenig. Diabetes ist keine Einbahnstraße: Im besten Fall können Patienten durch eine Gewichtsabnahme und die Veränderung ihrer Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten auf Antidiabetika, wie etwa Insulin, verzichten bzw. die tägliche Medikamentendosis kann deutlich reduziert werden.“

Zusätzlich zur üblichen Versorgung durch den behandelnden Arzt erhalten die Teilnehmer bei TeLIPro ein individuelles telefonisches Gesundheitscoaching. Die speziell im Bereich Diabetes und Motivation ausgebildeten Berater legen gemeinsam mit den Patienten individuelle Ziele fest und begleiten sie über die Programmlaufzeit von insgesamt zwölf Monaten. In den Gesprächen unterstützen die Coaches die Diabetes-Patienten dabei, ihr Ess- und Bewegungsverhalten dauerhaft zu verändern. Es geht aber auch um die Förderung der Gesundheitskompetenz. „Unser Projekt unterstützt und ermutigt Patientinnen und Patienten, den Krankheitsverlauf selbst positiv zu beeinflussen. Ein zusätzlicher Motivationsfaktor sind dabei die telemedizinischen Messgeräte“, erklärt Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg. Alle Teilnehmende erhalten ein Blutzuckermessgerät, eine Waage und einen Schrittzähler, um krankheits- und lebensstilrelevante Werte im Blick zu behalten sowie einen Zugang zum DITG-Online-Portal. Hier können sie ihre Werte verfolgen und sich mit anderen Betroffenen austauschen.

TeLIPro bietet eine auf die Bedürfnisse und die Lebenssituation des Teilnehmers abgestimmte, persönliche Begleitung: Aspekte wie Alter, Berufstätigkeit, familiäre Situation sowie Wünsche und Vorlieben können berücksichtigt werden. „Wir wollen auch die Patientinnen und Patienten zum Mitmachen ermutigen, die sonst nur schwer erreicht werden können“, führt Wältermann weiter aus. „Unser Ziel ist es, die erfolgreichen Disease-Management-Programme zur Begleitung chronisch erkrankter Menschen, patientenorientiert und zielgruppenspezifisch weiterzuentwickeln. Innovationsprojekte wie TeLIPro sind eine Blaupause dafür.“ Zum Hintergrund: Aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung för-dert der Innovationsfonds Projekte zur Weiterentwicklung der sektoren-übergreifenden Versorgung im Gesundheitswesen und zur Versorgungsforschung mit jährlich 300 Millionen Euro.

Kurzbeschreibung der beteiligten Institutionen

Konsortialführerin:

Die AOK Rheinland/Hamburg ist mit 3 Millionen Versicherten die größte gesetzliche Krankenversicherung in NRW und die achtgrößte bundesweit. Die AOK Rheinland/Hamburg war Vorreiter in der Entwicklung der ersten Disease-Management-Programme (DMP) und versteht sich als Innovationsmotor in der Gesundheitsversorgung. Mit rund 100 Geschäftsstellen und ihrem telefonischen Beratungsangebot AOK-Clarimedis ist die AOK Rheinland/Hamburg 24 Stunden am Tag für ihre Kunden da.

Projektpartner:

Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) ist ein An-Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und gehört der Leibniz Gemeinschaft an. Es versteht sich als deutsches Referenzzentrum zum Krankheitsbild Diabetes. Die Arbeit des DDZ ist auf die Ziele der Verbesserung von Prävention, Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus und seiner Komplikationen gerichtet. Gleichzeitig soll die epidemiologische Datenlage und Versorgung in Deutschland verbessert werden.

Seit 2013 entwickelt und betreibt das DITG innovative und digitale Patienten Management Konzepte, vor allem für Patienten mit chronischen Erkrankungen, wie dem Diabetes mellitus. Neben dem Lebensstilinterventions-Programm TeLIPro bietet das DITG auch erfolgreiche Programme im Bereich der Diabetes-Prävention und für Typ-1-Diabetiker.

Das inav ist ein im Gesundheitswesen spezialisiertes Beratungs- und Forschungsinstitut unter der Geschäftsführung von Univ.-Prof. Dr. Volker Amelung. Der besondere Ansatz des inav ist die Verbindung der drei Kompetenzfelder Praxis, Wissenschaft und Politik. Das inav unterstützt seine Kunden dabei, Projekte von der Konzeption, über die Markteinführung bis zur Evaluation erfolgreich umzusetzen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein stellt mit ihren Mitgliedern, den rund 19.500 Vertragsärzten, Psychotherapeuten und Ermächtigten im Rheinland, die ambulante medizinische Versorgung für fast zehn Millionen Menschen sicher. Für die Mitglieder trifft die KV Nordrhein unter anderem Vereinbarungen mit den Krankenkassen, die die Grundlage für die Behandlung der Patienten, die Honorierung der Ärzte und die Qualitätssicherung bilden. Zu den weiteren Aufgaben zählen das Abrechnen der ärztlichen Leistungen und die Verteilung des Honorars an die Ärzte. Darüber hinaus setzt sich die KV Nordrhein als Interessenvertreter ihrer Mitglieder ein, die sie in allen Fragen von der Abrechnung bis zur Zulassung berät.

Das Westdeutsche Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) gehört zum Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD), der aus insgesamt drei Akutkrankenhäusern (Marien Hospital Düsseldorf, Augusta-Krankenhaus, St. Vinzenz-Krankenhaus), einer geriatrischen/gerontopsychiatrischen Klinik mit Tagesklinik (Krankenhaus Elbroich), einer orthopädischen Fachklinik (Marienkrankenhaus Kaiserswerth), einer Rehabilitationsklinik (St. Mauritius Therapieklinik) und einem Medizinischen Versorgungszentrum mit einem hausärztlichen Sitz (MVZ Marienhospital) besteht. Das WDGZ hat im gesamten Verbund die interdisziplinäre und intersektorale Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus übernommen. Zusätzlich entwickelt das WDGZ Programme zur Optimierung des Lebensstils wie TeLIPro, das es zusammen mit dem DITG wissenschaftlich evaluiert hat.