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Startschuss für die spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung in Mönchengladbach und im Kreis Viersen

Auch in Mönchengladbach und dem überwiegenden Teil des Kreises Viersen ermöglicht jetzt der Vertragsabschluss über die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) eine umfassende häusliche Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Mensche

20.07.2011

"Das bedeutet, dass diese Patienten künftig auf ihren Wunsch zu Hause sorgsam medizinisch und pflegerisch, bei Bedarf rund um die Uhr, versorgt werden können", erläuterte Dr. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein. Ziel ist es, für sie den Weg ins Krankenhaus oder in ein Hospiz zu vermeiden zugunsten des letzten Lebensabschnittes in gewohnter häuslicher Umgebung. Das Ziel der Palliativ-Medizin ist die Schmerzlinderung bei schwerstkranken Patienten.

Das Versorgungsgebiet des Palliative-Care-Teams "HomeCare LinkerNiederrhein gGmbH" erstreckt sich auf den Einzugsbereich der Stadt Mönchengladbach und auf den Kreis Viersen mit den Städten und Gemeinden Viersen, Nettetal, Willich, Brüggen, Grefrath, Niederkrüchten und Schwalmtal. Damit deckt das Palliative-Care-Team eine Einwohnerzahl von knapp 500 000 Menschen ab.

Die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung, die diesen Vertrag unter Federführung der AOK Rheinland/Hamburg mit dem Palliative-Care-Team abgeschlossen haben, begrüßen den Durchbruch für die Schwerstkranken unter ihren Versicherten. Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, erklärte: "Patienten, die dies wünschen, werden einen schnellen, unbürokratischen Zugang zu dieser hochwertigen Versorgung bekommen." Damit kann jetzt eine Vielzahl von Patienten im Mönchengladbacher Stadtgebiet sowie im Großteil des Kreises Viersen im vertrauten häuslichen Umfeld spezialisiert medizinisch versorgt und umfassend gepflegt werden.

Andreas Hustadt, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen in NRW, hob das gemeinsame Vorgehen der Krankenkassen hervor: "Bei der SAPV handelt es sich nicht um ein Wettbewerbsfeld, da sind sich alle gesetzlichen Krankenkassen einig. Im Mittelpunkt steht für uns die bestmögliche Versorgung der Versicherten."

Beteiligt sind neben der AOK Rheinland/Hamburg und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein die Ersatzkassen (BARMER GEK, TK, DAK, KKH-Allianz, HEK, hkk) im Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek), 98 Betriebskrankenkassen der BKK-Vertragsarbeitsgemeinschaft NRW, die Vereinigte IKK sowie die Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse NRW.

Für die Versorgung in diesem Einzugsgebiet mit Mönchengladbach und dem Großteil des Kreises Viersen stehen vier niedergelassene qualifizierte Palliativ-Ärzte (Allgemein-Medizin, Fachärzte für Innere Medizin, Geriatrie und spezielle Schmerztherapie) sowie qualifizierte Palliativ-Pflegefachkräfte des DRK-Kreisverbandes Mönchengladbach e. V. zur Verfügung.

Zum Hintergrund: Etwa zehn Prozent aller Sterbenden benötigen eine besonders aufwändige, spezialisierte Versorgung. Um dies in häuslicher Umgebung zu ermöglichen, setzt die SAPV auf je ein Palliative-Care-Team innerhalb bestehender Strukturen der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung in Nordrhein. Verträge bestehen bisher in Düren, in Essen, in Duisburg, in Köln, in der Städteregion Aachen, in Mettmann-Nord, im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sowie in Bonn mit dem linksrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises.

Ein Palliative-Care-Team besteht aus mindestens drei qualifizierten Palliativ-Medizinern und mindestens vier Palliativ-Pflegefachkräften. Voraussetzung für die Teilnahme an der Versorgung ist neben der Qualifikationsanforderung die Sicherstellung einer 24-Stunden-Bereitschaft an sieben Tagen in der Woche. Dazu kommen Kooperationen mit ambulanten Hospizen und Apotheken.

Hat der Patient vom Haus-, Fach- oder Krankenhaus-Arzt eine Verordnung bekommen, dann besucht das Palliative-Care-Team den Kranken zu Hause und plant die optimale häusliche Versorgung unter Einbeziehung des Haus- oder Facharztes. Die Betreuung kann sich auf bestimmte Phasen erstrecken oder nur auf einen Teilbereich der Versorgung.

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1232