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Patentgeschützte Medikamente sorgen für steigende Arzneimittelausgaben

Die AOK Rheinland/Hamburg verzeichnet einen Zuwachs bei den Ausgaben für Arzneimittel für ihre drei Millionen Versicherten im Rheinland und in Hamburg. So hat die Krankenkasse im Jahr 2019 1,65 Milliarden Euro für Arzneimittel-Verordnungen ausgegeben. Das waren 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben für Arzneimittel machten einen Anteil von 15,9 Prozent an den Gesamtausgaben der AOK Rheinland/Hamburg aus. Im Jahr zuvor lag der Anteil bei 15,6 Prozent.

Preistreiber patentierte Präparate

In die Arzneimittelausgaben fließen besonders die Preise für patentierte Präparate und für Generika ein, wobei sich die Ausgaben jeweils deutlich unterscheiden. So gab die AOK Rheinland/Hamburg für patentierte Präparate im Jahr 2019 738,6 Millionen Euro aus, für Generika 493,6 Millionen Euro.

Bezogen auf die Preise für die einzelne Verordnung eines Patienten ergibt sich folgendes Bild: Eine Verordnung für ein patentiertes Präparat kostete im Jahr 2019 im Durchschnitt 416,33 Euro, eine Verordnung für ein Generikum im Durchschnitt 21,55 Euro.

Im Folgenden findet sich eine Auflistung der Ausgaben jeweils für das Rheinland und für Hamburg:

Ausgaben 2019 im Rheinland für:

Patentierte Präparate: 656,50 Millionen Euro
Generika: 440,20 Millionen Euro

Durchschnittspreise für Verordnungen patentierter Präparate: 412,47 Euro
Durchschnittspreise für Verordnungen von Generika: 21,38 Euro

Ausgaben 2019 in Hamburg für:

Patentierte Präparate: 82,1 Millionen Euro
Generika: 53,4 Millionen Euro

Durchschnittspreise für Verordnungen patentierter Präparate: 450,05 Euro
Durchschnittspreise für Verordnungen von Generika: 23,06 Euro

Die Daten der AOK Rheinland/Hamburg folgen damit einer allgemeinen Entwicklung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dies zeigen auch Zahlen einer heute veröffentlichten Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zum GKV-Arzneimittelmarkt 2019. 

Nach der Studie des WIdO lagen die Kosten für patentgeschützte Arzneimittel 2019 bei 21 Milliarden Euro und erreichten damit erneut einen Höchststand. Damit entfallen nahezu die Hälfte der GKV-Arzneimittelkosten in Höhe von 43,9 Milliarden Euro auf diese Arzneimittel, die gleichzeitig aber nur 6,5 Prozent der Versorgung abdecken. Die Entwicklung geht also hin zu immer teureren Patentarzneimitteln, mit denen immer weniger Patienten versorgt werden.

Im Jahr 2019 lagen die gesamten Ausgaben der GKV bei 249,3 Milliarden Euro und damit nach der amtlichen Ausgabenstatistik um 5,6 Prozent über den Ausgaben des Vorjahres. Die Arzneimittelausgaben waren mit einem Anteil von 16,1 Prozent an den Gesamtausgaben der drittgrößte Ausgabenposten für die gesetzlichen Krankenkassen. Die Nettokosten des GKV-Arzneimittelmarktes sind 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 6,0 Prozent gestiegen und erreichten einen Wert von 43,9 Milliarden Euro.

Wie in den Vorjahren ist dafür insbesondere der Trend zu hochpreisigen Arzneimitteln verantwortlich. Einen vergleichsweise geringen Einfluss hat dagegen die Anzahl der Verordnungen, die nur geringfügig angestiegen ist (1,1 Prozent). Eine Verordnung hat damit im Jahr 2019 durchschnittlich 63,55 Euro gekostet. Das waren 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

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