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Neue Volkskrankheit Demenz

Die AOK Rheinland/Hamburg stellt sich mit konkreter Hilfe darauf ein

Im Rheinland wie in ganz Deutschland leben, bedingt durch den demographischen Wandel, immer mehr ältere Menschen. Das bedeutet auch immer mehr Demenzkranke. Im Alter von 65 Jahren ist jeder 20. Mensch von Demenz betroffen, ab dem 90. Lebensjahr jeder Dritte. Sechs von zehn Demenzerkrankten leiden an der Alzheimer-Erkrankung, der häufigsten Demenzerkrankung. Immer mehr Demenz-Patienten brauchen Betreuung und Versorgung. Die AOK Rheinland/ Hamburg und der Landesverband der Alzheimer-Gesellschaften NRW e.V. stellen sich dieser Entwicklung. Durch eine Kooperation zwischen AOK Rheinland/Hamburg und der Alzheimer-Gesellschaft sowie mehrere Projekte der AOK wird die Beratung und Versorgung von demenziell erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen auf neue Füße gestellt. Im Vordergrund steht konkrete Hilfe, die im Alltag spürbar ist.

Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, erklärte: „Die qualitätsorientierte Versorgung von demenziell erkrankten Patienten ist eine der großen Herausforderungen perspektivischer Gesundheitspolitik.“

Dr. Wilhelm Stuhlmann, Vorsitzendes der NRW-Verbandes der Alzheimer-Gesellschaft, wies darauf hin, dass neben den Menschen mit Demenz auch immer Angehörige oder andere Bezugspersonen von der Krankheit mitbetroffen sind. Die Unterstützung der pflegenden Angehörigen ist deshalb ein besonderes Anliegen des Landesverbandes NRW. Je früher und je einfacher Hilfe in Anspruch genommen wird, umso länger ist eine Versorgung im eigenen Zuhause möglich. Außerdem hilft Entlastung den pflegenden Angehörigen, selbst länger gesund zu bleiben, so Dr. Stuhlmann.

Allein unter den AOK-Versicherten im Rheinland gibt es 63.000 Demenzerkrankte. Rund 80 Prozent von ihnen werden zu Hause versorgt. Die Betroffenen stoßen in der Regel auf Versorgungsprobleme wie die Frage einer frühzeitigen und qualifizierten Diagnostik, eine bedarfsbezogene ambulante und medikamentöse Versorgung, die Bewältigung von Ausnahmesituationen wie Notfällen oder Betreuungsfragen durch Angehörige. Im zunehmenden Alter steigt der Anteil der pflegebedürftigen Patienten.

Häufig gibt es neben der rein ärztlichen Versorgung einen immensen Informationsbedarf der Angehörigen. Diesem Bedarf wird jetzt eine Kooperationsvereinbarung zwischen der AOK Rheinland/Hamburg und dem Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V. gerecht. Konkret bedeutet dies eine Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Kooperationspartnern in Pflegestützpunkten im Rheinland sowie in weiteren 16 AOK-Regionaldirektionen in Form


  • von regelmäßigen Pflegekursen speziell zum Krankheitsbild Demenz,

  • von Sprechstunden für Angehörige,

  • einer Beratung der Betroffenen und Angehörigen durch MitarbeiterInnen der regionalen Alzheimer-Gruppen sowie

  • von regelmäßigen Informationsveranstaltungen.


Das Thema Demenz wird damit aus der Tabuzone herausgeholt. Gleichzeitig erfahren Betroffene durch Betroffene, dass Hilfe eine große Verbesserung bedeutet und erreichbar ist. Oft gründen Beteiligte neue Gesprächskreise.

Neuland hat die AOK Rheinland/Hamburg mit der Pflegeleitstelle Demenz in Aachen betreten. Die Leitstelle, einzigartig in Nordrhein-Westfalen, ist eine Antwort auf die steigende Zahl von Menschen mit Altersverwirrtheit. Deren Betreuung ist eine enorme Herausforderung für die Angehörigen. Die AOK hilft mit der Pflegeleitstelle Demenz


  • durch persönliche Beratung im häuslichen Umfeld des Demenzerkrankten nach Pflegeantrag;

  • durch die Verbesserung des Versorgungsablaufs z.B. bei einem Krankenhaus- oder einer Heim-Aufnahme;

  • durch schnelle Hilfe in einem Krisenfall;

  • mit einen Überblick für Angehörige über Entlastungsmöglichkeiten und deren Finanzierbarkeit.


AOK-Chef Wilfried Jacobs erläuterte: „Damit können wir den Demenzerkrankten eine persönliche zugehende Pflege-Beratung bieten, in der Fachkräfte der AOK den Demenzerkrankten und die Angehörigen aufsuchen und Fragen wie nach dem Pflegeantrag oder der häuslichen Versorgung besprechen. Es gibt auch eine telefonische Begleitung von Angehörigen oder die Betreuung von demenziell Erkrankten und deren Angehörige im Versorgungsprozess, zum Beispiel bei einer Krankenhaus-Aufnahme.“

Ein weiteres neues Projekt der AOK Rheinland/Hamburg ist die Nachbarschaftshilfe. Hier handelt es sich um ein Modellprojekt in Aachen zur Erprobung einer stundenweisen Betreuung von Demenzerkrankten durch langjährige Nachbarn. Die Grundidee lautet: Nachbarn oder Bekannte, die den Erkrankten oder die Erkrankte oft jahrelang kennen, helfen stundenweise bei der Betreuung aus, um pflegende Angehörige zu entlasten. Dabei wird ein gemeinsamer Leitfaden mit der Alzheimer-Gesellschaft erprobt. Die bisherigen Ergebnisse des Aachener Modellprojekts zeigen, dass überwiegend Nachbarn, Freunde und Bekannte (76,5 Prozent) diese Hilfe übernehmen, daneben auch Verwandte oder andere Personen (23,5 Prozent). Überwältigend ist die Beurteilung der Nutzer: 96 Prozent gaben eine positive Bewertung ab.

Doch auch die Politik muss zur Verbesserung der Versorgung von Demenz-Erkrankten beitragen. Dazu erklärte Regina Schmidt-Zadel, stellvertretende Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft NRW, frühere langjährige Bundestagsabgeordnete und 2004 erste Behindertenbeauftragte des Landes NRW: „Ein nationaler Aktionsplan Demenz/Alzheimer ist geboten. Meine Aufforderung geht an die politisch Verantwortlichen in NRW, dafür eine Bundesinitiative zu ergreifen. Ziel eines solchen Aktionsplans sollte ein durch alle Strukturen reichender Handlungsrahmen sein. Dieser muss an einer intelligenten und guten, unsegmentierten Versorgung von Demenz-/Alzheimer-Erkrankten orientiert sein, betrachtet als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dies muss natürlich unter Einbeziehung der Länder und Kommunen erfolgen. Dafür gibt es bereits Beispiele aus anderen europäischen Ländern, so aus Frankreich.“

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
Kontakt: André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1125