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Menschen mit Herzschwäche erhalten in Essen künftig eine individuellere medizinische Versorgung

Einen innovativen Versorgungsvertrag für Essener Patientinnen und Patienten, die an Herzschwäche leiden, hat jetzt die AOK Rheinland/Hamburg mit dem Elisabeth-Krankenhaus, dem Universitätsklinikum Essen und niedergelassenen Ärzten in Essen abgeschlos

Herzstück des in Nordrhein-Westfalen einmaligen Projektes ist die kontinuierliche Beobachtung der Patienten und sofortige Intervention bei einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes.

Ziel der medizinischen Betreuung der Betroffenen ist es, dass sie nach einem Aufenthalt im Krankenhaus künftig optimal ambulant versorgt werden, besser auf Arzneimittel eingestellt sind und sie nicht immer wieder erneut ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen.
Ein Kardio-Team sorgt für tägliche Betreuung

Eine Schlüsselrolle bei der patientennahen Versorgung in Essen spielt der sogenannte Kardio-Service am Elisabeth-Krankenhaus. Künftig übernehmen dort eine Herzschwester und ein Kardiologe die Betreuung der Patienten nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus. Schwerpunkt ist die permanente Kontrolle des Körpergewichtes. Dabei wird das Körpergewicht mittels einer elektronischen Waage täglich an das Kardio-Team übermittelt. Arzt und Schwester können anhand einer Gewichtszunahme, die auf Wasserablagerungen im Körper zurückzuführen ist, schnell die Verschlechterung des Gesundheitszustandes erkennen. Die Betroffenen werden sofort kontaktiert. Gemeinsam wird mit ihnen die weitere Therapie besprochen, unter Umständen erfolgt danach eine Behandlung beim Kardio-Service am Elisabeth-Krankenhaus. Mit einer gezielten Gabe von Medikamenten kann das Wasser ausgeleitet und das Herz entlastet werden. Eine Verschlimmerung des aktuellen Krankheitszustandes und ein erneuter langwieriger Aufenthalt in einer Klinik werden vermieden. Zudem hält das Kardio-Team Kontakt mit den niedergelassenen Ärzten, die die Nachsorgeuntersuchungen durchführen.

„Wir nutzen die technischen Möglichkeiten der modernen Medizin für eine engmaschige Betreuung der Patienten und Patientinnen. Auf Probleme kann ohne Zeitverlust reagiert werden“, so Cornelia Prüfer-Storcks, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg. „Mit diesem neuen Modell erhalten Herzkranke eine individuelle, auf die persönlichen Erfordernisse ausgerichtete Versorgung auf höchstem medizinischen Niveau“, so Prüfer-Storcks.

„In der Bundesrepublik Deutschland haben wir ca. 1,6 Mio. Patienten, die an unterschiedlichen Formen der Herzinsuffizienz erkrankt sind. Davon befindet sich nahezu die Hälfte in den Stadien II, III und IV“, erklärt Prof. Dr. med. Georg V. Sabin, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Elisabeth-Krankenhaus in Essen. „Das von uns zusammen mit der AOK konzipierte Modell zielt auf eine Progressionshemmung, Beschwerdebesserung und insbesondere die Senkung der Hospitalisierungsrate ab. Die Zusammenarbeit in Rahmen des Kardio-Service macht es möglich, dass alle Beteiligten ihren Platz in der Versorgung der Patienten mit Herzinsuffizienz behalten und dabei unmittelbar Einfluss auf eine leitlinienorientierte Therapie haben“, so Sabin.

Nach Einschätzung von Privatdozent Dr. med. Till Neumann von der Universität Essen wird durch das integrierte Versorgungskonzept eine optimierte Versorgung für Patienten mit Herzinsuffizienz erreicht. „Im Vordergrund des integrieten Versorgungskonzeptes steht dabei, die körperliche Belastbarkeit der Patienten zu verbessern. Hierdurch lassen sich auch Rehospitalisationen, das heißt wiederkehrende Krankenhauseinweisungen vermindern, sodass dem Patienten unnötige Aufenthalte im Krankenhaus erspart bleiben. Zusätzlich lässt sich über eine engere Betreuung der Patienten und eine optimierte medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie die Sterblichkeit durch Herzinsuffizienz nachhaltig senken“, erklärt Neumann.

Auch die niedergelassenen Ärzte in Essen bewerten das neue Modell positiv. „Das Herzinsuffizienz-Betreuungs-Model ist ein Beispiel für sektorübergreifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit. Es wird nicht nur dem einzelnen betroffenen Patienten individuell nutzen, vielmehr kann dieses innovative Model zeigen, dass qualitativ bessere Versorgung langfristig sogar kostengünstig sein wird“, meint Dr. med. Ralph-D. Köhn, niedergelassener Internist in Essen. „Die unverändert notwendige und von allen auch explizit gewünschte wohnortnahe Versorgung von Patienten durch den Hausarzt wird durch dieses Projekt weiterhin gewährleistet und qualitativ abgesichert“, so Köhn.
Herzinsuffizienz: Dritter Platz auf der Liste der Todesursachen

Die Herzschwäche oder Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Hauptursachen sind Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen (Koronare Herzkrankheit (KHK)) und Bluthochdruck (Hypertonie).

Im Alter von 45 bis 55 Jahren leidet weniger als 1 Prozent der Bevölkerung an Herzinsuffizienz, 65- bis 75-Jährige bereits zu 2 bis 5 Prozent und über 80-Jährige zu fast 10 Prozent. Männer sind etwa 1,5-fach häufiger betroffen als gleichaltrige Frauen. In Essen sind aktuell mehr als 16.000 Menschen an Herzinsuffizienz erkrankt.

Die Herzinsuffizienz zeichnet sich durch eine geringe körperliche Belastbarkeit und Kurzatmigkeit der Betroffenen aus. Sie leiden jedoch nicht nur an geringer Lebensqualität aufgrund von eingeschränkter Teilnahme am Leben und hoher Bettlägrigkeit. Darüber hinaus ist die Sterbequote der Patienten sehr hoch: Jährlich sterben in der Bundesrepublik mehr als 57.000 Menschen an einer Herzinsuffizienz. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes von 2006 nimmt die Herzinsuffizienz den dritten Platz der Todesursachen ein - noch vor Krebserkrankungen wie Brust-, Lungen- oder Darmkrebs.

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