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Krankenstand in Hamburg ist leicht gestiegen

Der Krankenstand der AOK-Versicherten in Hamburg ist 2007 leicht gestiegen.

Der Jahresdurchschnitt von Versicherten, die Lohnfortzahlung erhielten, lag bei 3,72 % - im Vergleich zu 2006 mit 3,56 %. Trotz dieser leichten Steigerung sind die Hamburger seltener arbeitsunfähig als früher: Noch in 2002 hatte der Wert bei
4,57 % gelegen.

Dies zeigt die Jahresbilanz des AOK Rheinland/Hamburg-eigenen Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung. Insgesamt wurden die anonymisierten Daten von 100.000 Versicherten aus mehr als 25.000 Unternehmen in Hamburg ausgewertet. Länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren 1,67 % (2006: 1,68 %). Im Jahr 2002 waren noch 2,15 % aller Versicherten länger als sechs Wochen arbeitsunfähig gewesen und hatten Krankengeld bezogen.

Gestiegen sind auch die erfassten Krankmeldungen. Im Jahr 2007 wurden 161 Krankheitsfälle je 100 Beschäftigte gezählt (2006: 152 Fälle). Der Anstieg der Krankmeldungen zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf Erkrankungen der Atemwege (+15 %), infektiöse Erkrankungen (+8 %) und Verdauungserkrankungen (+6,3 %) zurückzuführen. Diese scheinbar hohen Steigerungsraten erklären sich bei den Atemwegserkrankungen dadurch, dass aufgrund des Ausbleibens einer Erkältungswelle im Jahr 2006 die Werte im Jahr 2007 wieder das Normalniveau widerspiegeln. Bei den infektiösen Erkrankungen haben maßgeblich die Noro-Viren den Anstieg verursacht.

Die durchschnittliche Erkrankungsdauer je Krankmeldung lag im Jahr 2007 mit 12,3 Kalendertagen etwas niedriger als 2006 (12,6 Kalendertage).

Fast 30 % aller Krankheitstage entstehen aufgrund von Muskel- und Skeletterkrankungen. Die Zahl der Fehltage dieser Erkrankungsart blieb in den vergangenen drei Jahren stabil und damit deutlich niedriger als vor fünf Jahren. Im Jahr 2002 verursachten Rückenbeschwerden, Gelenk- und Sehnenerkrankungen noch 770 Krankheitstage je 100 Versicherte, im Jahr 2007 waren es nur noch 572 Tage. Ein Grund für diesen fast 26prozentigen Rückgang wird auch in den Gesundheitsförderungsprogrammen gesehen: Beispielsweise sanken bei mehreren Unternehmen, die für ihre Beschäftigten Rückentrainings am PC oder Hebe-Trage-Trainings in der Produktion angeboten hatten, die Rückenerkrankungen um die Hälfte.

Viele Firmen investierten in den letzten Jahren außerdem verstärkt in die Arbeitssicherheit, was sich am Rückgang der Arbeitsunfälle um 16 % in den letzten fünf Jahren ablesen lässt. Für 2007 wurden nur noch 6,4 Fälle je 100 Versicherte erfasst, im Jahr 2002 hatte die Zahl noch bei 7,6 Arbeitsunfällen je 100 AOK-Versicherte gelegen.

Häufigere Fehltage verursachten wieder die psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Sie erhöhten sich im Jahr 2007 um 4,5 %. Die Ursachen können nur vermutet werden: Reiz- und Informationsüberflutung, erhöhter Leistungsdruck am Arbeitsplatz und Unsicherheiten durch persönliche und berufliche Situation. Aber auch bessere Aufklärung über die Krankheitsbilder und die Aufweichung des Stigmas „Depression“ in den vergangenen Jahren führen wahrscheinlich dazu, dass Betroffene heute häufiger ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen.

Pressekontakt

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