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Krankenstand im Rheinland wieder leicht gestiegen

Einen weiteren leichten Anstieg des Krankenstandes von Arbeitnehmern im Rheinland verzeichnet die AOK Rheinland/Hamburg im ersten Halbjahr 2008.

Während im ersten Halbjahr 2007 3,48% der rheinischen Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg Lohnfortzahlung erhielten, lag der Wert im Vergleichszeitraum 2008 bei 3,60%. Dies zeigt eine Analyse der Krankenstandsdaten der ersten sechs Monate, die das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) der AOK Rheinland/Hamburg jetzt durchgeführt hat. Insgesamt wurden die anonymisierten Daten von fast einer Million AOK-Versicherten aus mehr als 130.000 rheinischen Unternehmen ausgewertet. Im Jahr 2000 hatte der Vergleichswert noch bei 4,43% gelegen.

Auch die Zahl der Beschäftigten, die länger als sechs Wochen ihrem Arbeitsplatz fernblieben und Krankengeld bezogen, stieg leicht von 1,55% in 2007 auf 1,61% in 2008 an.

Die durchschnittliche Dauer je Krankmeldung lag im ersten Halbjahr 2008 mit 11,3 Kalendertagen etwas niedriger als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2007 mit 11,5 Kalendertagen (2000: 12,3 Tage). Grund dafür ist die Zunahme der Erkrankungen, die typischerweise nur kurze Zeit dauern wie Erkältungen, Magenverstimmungen und Infekte.

Die meisten Fehltage sind auf Muskel- und Skeletterkrankungen (28,7%) zurückzuführen, gefolgt von Krankheiten der Atemwege (15,6%) sowie der Freizeit- und privaten Unfälle (7,5%). Der Anteil der Herz-Kreislauferkrankungen ist von 5,8% im ersten Halbjahr 2007 auf nur noch 5,6% in 2008 leicht gesunken.

Die psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen sind weiterhin auf dem Vormarsch: Im ersten Halbjahr 2000 wurden statistisch je 100 Versicherte 54 Fehltage registriert. Im ersten Halbjahr 2008 wa-ren es 75,5 Fehltage. Während im ersten Halbjahr 2000 eine Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Erkrankungen knapp 18 Tage dauerte, schrieben die Ärzte im ersten Halbjahr 2008 die Betroffenen für durchschnittlich 25 Tage krank.

Hier spiegelt sich der zunehmende Druck in der Arbeitswelt wider, mit dem viele Beschäftigte nicht fertig werden. Reiz- und Informationsüberflutung, erhöhter Leistungsdruck am Arbeitsplatz und Unsicherheit durch die berufliche Situation sind als Ursachen zu nennen. Wurden die psychischen Erkrankungen in der Vergangenheit oftmals als solche nicht erkannt, so führt heute eine bessere Aufklärung über die Krankheitsbilder und die Aufweichung des Stigmas „Depression“ dazu, dass Betroffene heute häufiger ärztliche Behandlung suchen und erhalten

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