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Gesundheitsberufe im Rheinland besonders stark von Covid-19 betroffen

Beschäftigte aus dem Gesundheitssektor sind im Rheinland am häufigsten wegen Corona krankgeschrieben worden. Zu diesem Ergebnis kommt die AOK Rheinland/Hamburg, die Daten ihrer Versicherten aus den Monaten März bis Mai 2020 ausgewertet hat, also aus der Corona-Lockdown-Phase.

Auswertungen aus der Lockdown-Phase

Ein Vergleich der Berufsgruppen zeigt, dass Pflegekräfte in dieser Zeit am stärksten von Covid-19 betroffen waren, auch Medizinische Fachangestellte und Physiotherapeuten haben überdurchschnittlich häufig wegen Corona an ihrem Arbeitsplatz gefehlt. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus systemrelevanten Berufen, die auch während der Lockdown-Phase vor Ort im Einsatz waren und viel Kontakt mit Menschen hatten, scheinen besonders oft von Covid-19 betroffen gewesen zu sein“, sagt Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg.

Von März bis Mai hat die AOK im Rheinland 432 Krankheitsfälle im Zusammenhang mit Covid-19 je 100.000 versicherte Arbeitnehmer registriert. Bei den Beschäftigten in der Altenpflege übersteigen die Zahlen diesen Wert um das 2,8fache: In dieser Berufsgruppe hatten 1.209 je 100.000 Beschäftigte coronabedingte Fehlzeiten. Eher selten waren dagegen beispielsweise Beschäftigte im Gastronomie- und Hotelservice sowie im Hochbau und Friseurgewerbe betroffen.

Von den etwa eine Million AOK-versicherten Erwerbstätigen im Rheinland erhielten von März bis Mai 2020 insgesamt rund 4.360 Beschäftigte (0,43 Prozent) von einem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose. Frauen häufiger als Männer. Unter den jüngeren Beschäftigten bis zu 19 Jahren waren solche Krankmeldungen am häufigsten (0,72 Prozent), bei den 30- bis 39-jährigen Erwerbstätigen am seltensten (0,38 Prozent).

Regionale Hotspots spiegeln sich auch in den AU-Daten wider

Auch regionale Unterschiede im Covid-19-Infektionsgeschehen spiegeln sich bei der Arbeitsunfähigkeit wider. Besonders von der Ausbreitung des Virus betroffene Regionen belegen erwartungsgemäß bei den AU-Quoten die Spitzenplätze: So wurde im damaligen Corona-Hotspot Kreis Heinsberg 2,32 Prozent der AOK-versicherten Erwerbstätigen ein Krankenschein im Zusammenhang mit Covid-19 ausgestellt, die Städteregion Aachen folgt mit 0,61 Prozent, der Rhein-Sieg-Kreis mit 0,56 Prozent. In Regionen wie Essen mit einer AU-Quote von 0,14 Prozent oder dem Oberbergische Kreis mit 0,19 Prozent wurde hingegen nur ein Bruchteil an coronabedingten Fehlzeiten im Vergleich zu den regionalen Hotspots registriert.

Krankmeldungen wegen leichter Erkältungskrankheiten über dem Durchschnitt der letzten Jahre

Die Daten der AOK Rheinland/Hamburg zeigen auch, wie sich die Regelung zur telefonischen Krankschreibung bei leichten Erkältungskrankheiten – also ohne Covid-19-Verdacht – ausgewirkt hat. Die Sonderregelung galt bundesweit vom 9. März bis zum 31. Mai. Der Anteil der Atemwegserkrankungen an allen Diagnosen lag im Rheinland im März 2020 rund vier Prozentpunkte und im April etwa dreieinhalb Prozentpunkte über dem jeweiligen Monatsdurchschnitt der letzten fünf Jahre.

„Dies zeigt, dass sowohl Ärzte als auch Beschäftigte verantwortungsvoll mit der temporären Regelung zur telefonischen Krankschreibung umgegangen sind“, sagt Rolf Buchwitz. Im Mai sank der Anteil der Atemwegserkrankungen an allen AU-Diagnosen im Rheinland deutlich unter das Niveau der Vorjahre (8,5 Prozent in 2020 im Vergleich zu 13,7 Prozent in den Jahren 2015 bis 2019).

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