Angebot anzeigen für:
Suche bei der AOK Rheinland/Hamburg
Ort/Kasse korrigieren
Kontakt zu meiner AOK Rheinland/Hamburg
Ort/Kasse korrigieren
Geschäftsstellen werden geladen ...

Fast 300 000 AOK-Versicherte in Hamburg können ihre Ärzte bewerten

AOK und Weisse Liste starten Patienten-Befragung im Netz – Arztsuche ab Herbst möglich.

Fast 300 000 AOK-Versicherte in Hamburg können ab sofort ihre Ärztinnen und Ärzte in einem Internetportal bewerten, das ab Herbst 2010 von allen Patienten für die Arztsuche genutzt werden kann. Mit einer wissenschaftlich fundierten Befragung unter www.aok-arztnavi.de ist der Startschuss für den AOK-Arztnavigator gefallen. Die AOK beginnt in den Pilotregionen Hamburg, Berlin und in Kürze auch in Thüringen mit diesem Projekt, das Schritt für Schritt allen Interessierten in Deutschland eine kostenlose und nutzerfreundliche Suche nach einem geeigneten Arzt ermöglichen soll. Initiatoren der Online-Arztsuche sind die AOK und die Weisse Liste, ein Projekt der Bertelsmann-Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge stellen sich Menschen in Deutschland hochgerechnet rund sechs Millionen Mal im Jahr die Frage, wie sie einen guten Arzt finden. „Diesen Menschen wollen wir eine Orientierungshilfe geben – und zwar mit einem Portal, das auf den Erfahrungen anderer Patienten basiert, das Ärzte fair beurteilt, das vor Manipulationen geschützt ist und den Datenschutz für alle Beteiligten gewährleistet“, so Cornelia Prüfer-Storcks, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg.

„Unser Gesundheitssystem wird immer komplexer. Umso mehr brauchen wir den informierten und mündigen Patienten“, so Hamburgs Gesundheitssenator Dietrich Wersich. „Daher begrüße ich die Initiative der AOK in Kooperation mit der Bertelsmann-Stiftung sehr. Der AOK-Arztnavigator ist ein Beispiel dafür, wie ein Stück Transparenz auch im Bereich der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte geschaffen werden kann.“

Der in einem mehrstufigen wissenschaftlichen Verfahren zusammen mit Patienten- und Ärztevertretern entwickelte Fragebogen umfasst insgesamt 33 Fragen, bei denen soziale und kommunikative Aspekte der Arzt-Patienten-Beziehung im Vordergrund stehen. Es geht um die Themenbereiche „Praxis und Personal“, „Arztkommunikation“ und „Behandlung“. So wird etwa nach Wartezeiten auf Termine gefragt oder ob der Arzt den Patienten in Entscheidungen einbezieht. Zudem können die Versicherten angeben, ob sie den Arzt an Freunde weiterempfehlen würden. Die Entwicklungsphase hat gezeigt, dass die abgefragten Bereiche für Patienten besonders wichtig sind und von diesen am besten beurteilt werden können. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert höchstens zehn Minuten.

Fachabteilungsleiter Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg begrüßt den Arztnavigator: „Die meisten Menschen richten sich bei der Arztwahl lieber nach den subjektiven Erfahrungen anderer Patienten als nach objektiven Daten, selbst wenn die noch so gut abgesichert sind. Daher begrüßen wir es sehr, dass die AOK als erste Krankenkasse die Arzt-Erfahrungen ihrer Mitglieder erfragt. Ärzte, Krankenkassen und Patientenorganisationen sollten zusammenarbeiten und zeigen, dass die Bereitschaft, sich bewerten und beurteilen zu lassen, für Ärzte keine Gefahr ist, sondern anerkannt wird - jedenfalls wenn die Qualität stimmt. Und zwar nicht nur die fachmedizinische Behandlungsqualität, sondern auch der Umgang mit dem kranken Menschen, der nicht nur als Träger abstrakter Krankheiten angesehen werden will, sondern vor allem als Individuum, das gerade mit Krankheit, Schmerz und Sorgen umgehen muss.“

Kriterien des Ärztlichen Qualitätszentrums berücksichtigt

Cornelia Prüfer-Storcks, AOK Rheinland/Hamburg, betont: „Wir wollen mit dem Arztnavigator dem Informationsbedarf unserer Versicherten ebenso gerecht werden wie dem berechtigten Interesse der Ärzteschaft nach einem fairen Verfahren und nach seriösen Ergebnissen. Deshalb haben wir die Kriterien, die das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für Arztbewertungsportale definiert hat, bei der Entwicklung des Portals berücksichtigt. Mit dem Verzicht auf Freitexte der Patienten und dem Angebot an die Ärzte, ihre Befragungsergebnisse zu kommentieren, gehen wir noch über diese Anforderungen hinaus.“

Kennzeichen des Portals sind unter anderem folgende Punkte:


  • Der Fragebogen ist nach höchsten wissenschaftlichen Standards entwickelt worden.

  • Für die Darstellung der Befragungsergebnisse ist eine zweistellige Mindestanzahl von Beurteilungen je Arzt/Ärztin notwendig. So werden verzerrende Darstellungen ausgeschlossen.

  • Auf Freitexte wird bewusst verzichtet. So sind Schmähkritik und Diffamierungen von Ärzten ausgeschlossen.

  • An der Online-Befragung können im ersten Schritt nur Versicherte der AOK teilnehmen. Jeder Versicherte kann einen Arzt nur einmal beurteilen, ältere Beurteilungen werden überschrieben. So werden Manipulationen wie Mehrfachbeurteilungen vermieden.

  • Die Befragung erfolgt anonym. Weder der Arzt noch die AOK noch der Portalbetreiber Weisse-Liste erfahren, wer teilgenommen hat.


Ab Herbst 2010 werden die Befragungsergebnisse zu allen niedergelassenen Ärzten im AOK-Arztnavigator unter www.aok-arztnavi.de und in der Weissen Liste unter www.aok-weisse-liste.de veröffentlicht. Die Beurteilungen werden zusammengefasst und aufbereitet. Die Ärztinnen und Ärzte werden nach dem Start des Ergebnisportals im Herbst 2010 die Möglichkeit haben, ihre Befragungsergebnisse für die Nutzer des Portals sichtbar zu kommentieren. Ärzte sollen die Ansicht ihrer Ergebnisse aber auch komplett sperren lassen können. Laborärzte und Pathologen, die in der Regel keinen Kontakt zu Patienten haben, werden nicht bewertet. Auch Zahnärzte und Psychotherapeuten sind im ersten Schritt nicht einbezogen worden, sollen aber nach Abschluss der Pilotphase mit eigens entwickelten Fragebögen ebenfalls beurteilt werden können.

Zu Beginn werden in der nicht-kommerziellen und werbefreien Online-Arztsuche die Befragungsergebnisse aus den drei Pilotregionen (Hamburg, Berlin und Thüringen) abrufbar sein. Nach der Pilotphase sollen dann Schritt für Schritt Ergebnisse aus ganz Deutschland in das Portal einfließen.

Adresse des Befragungsportals: www.aok-arztnavi.de

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
Kontakt: André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1125