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Das Smartphone ist das wichtigste Kommunikationsmittel für Jugendliche

„Dabei sein und wissen, was geht“ – für die junge Generation ist das Smartphone das wichtigste Kommunikationsmittel, um Kontakt zu Freunden und sozialen Gruppen zu halten. Jugendliche nutzen die technischen Möglichkeiten aktiv und selbstbestimmt, um sich zu vernetzen, zu organisieren sowie Freundschaften und Beziehungen zu pflegen. Dies ergab die Datenanalyse des Schulwettbewerbs #Sendepause, die die AOK Rheinland/Hamburg am Freitag in Düsseldorf vorstellte.

Regeln wichtig für reflektierte Nutzung – Eltern als Vorbilder

Die Auswertung der Daten zeigt, dass Jugendliche das Smartphone hauptsächlich zu Hause nutzen (74 Prozent) und wenn sie alleine sind (83 Prozent). Die technischen Geräte dienen ihnen dann dazu, den Kontakt zur sogenannten peer-group zu halten und in Sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Dies wird auch im Umkehrschluss deutlich: Wenn Jugendliche ihr Smartphone zur Seite legen und offline sind, stehen in ihrer Freizeit Aktivitäten wie Freunde treffen (42 Prozent), Lernen (35 Prozent) oder Sport treiben (32 Prozent) im Mittelpunkt.

Grundlage des Wettbewerbs #Sendepause ist die vigozone-App, die die Teilnehmer von September 2017 bis Januar 2018 herunterladen konnten. Mit dieser App wurde täglich von 8 bis 16 Uhr die Häufigkeit der Nutzung des Smartphones gemessen. Ziel des Wettbewerbs war es, die Smartphone-Nutzung zu reduzieren und möglichst viele Punkte zu sammeln. Den Gewinnern winkte ein Konzert mit dem weltweit bekannten Star-DJ Felix Jaehn. Insgesamt haben sich 6.182 Teilnehmer registrieren lassen. 2.600 junge User im Alter von elf bis 21 Jahren nahmen an dem Schulwettbewerb teil. Es beteiligten sich 420 Schulklassen im Rheinland und in Hamburg an der Aktion. 1.012 Schüler beantworteten einmal wöchentlich anonym fünf Fragen rund um ihre Smartphone-Aktivitäten.

„Die Auswertung des Wettbewerbs zeigt, dass soziale Teilhabe – wie die Integration in der Gruppe – eine wichtige Rolle für die Heranwachsenden spielt“, sagte Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg. „Früher haben Teenager stundenlang das Festnetztelefon blockiert, heute haben sie mit dem Smartphone ihren eigenen Anschluss.“ Soziologisch habe sich aber nichts geändert: „Die jungen Menschen suchen den Zusammenhalt mit ihren Freunden und Gleichaltrigen und das Smartphone ist dabei das Mittel zum Zweck.“

Der Umgang mit den Mobilgeräten muss aber – vor allem von den Jüngsten – gelernt werden. „Damit das Smartphone nicht zur Stressfalle wird, vereinbaren Eltern mit ihren Kindern am besten Nutzungsregeln, bei denen Pausen fest eingeplant sind: für die Hausaufgabenzeit, am Esstisch sowie während der Schlafenszeit das Handy am besten lautlos bzw. komplett ausschalten“, rät Kristin Langer, Mediencoach bei der Initiative SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht, eine Initiative, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF sowie der Zeitung TV Spielfilm gemeinsam getragen wird. „Auch Eltern können zeigen, dass sie sich ihren Alltag nicht von der Smartphone-Nutzung bestimmen lassen. Dazu gehört, berufliche Telefonate, Chats oder Mails nicht während der Freizeit zu beantworten, wenn man aktiv Zeit mit Familie oder Freunden verbringt“, empfiehlt die Medienpädagogin. „Eltern und Lehrkräfte sind wichtige Vorbilder und Unterstützer, wenn es darum geht, Medien kompetent und angemessen zu nutzen.“

Überwiegend verwendeten die Jugendlichen ihr Smartphone für Social Media (26 Prozent), um Musik zu hören (17 Prozent), Videos anzusehen (13 Prozent) oder Messenger-Dienste zu nutzen (12 Prozent). Insgesamt bewerten zwei Drittel (67 Prozent) der jungen User ihre Aktivität als entspannt, zufrieden und glücklich. Die anonymisierten Daten zeigen, dass mehr als die Hälfte der teilnehmenden Jugendlichen (53 Prozent) ihr Smartphone im täglichen Wettbewerbszeitraum weniger als 30 Minuten nutzten. Im Tagesdurchschnitt war es 1 Stunde und 21 Minuten.

Mädchen beteiligten sich deutlich stärker am Wettbewerb: Zwei Drittel (67 Prozent) der User waren weiblich. Überwiegend nahmen Gymnasiasten (61 Prozent) an dem Wettbewerb teil, gefolgt von Gesamtschülern (27 Prozent), Realschülern (6 Prozent), Schülern von Berufskollegs (5 Prozent) sowie Hauptschülern (1 Prozent).

Neuer Wettbewerb startet noch im laufenden Schuljahr

„Mit unserem Wettbewerb #Sendepause wollen wir den Jugendlichen einen Anreiz geben, das Smartphone bewusst zur Seite zu legen“, so Rolf Buchwitz. „Wir wissen aus persönlichen Gesprächen mit teilnehmenden Schülern und Lehrern, dass die jungen User diese Auszeit reflektieren und wahrnehmen, dass sie sich in der Smartphone-freien Zeit intensiver mit anderen interessanten Dingen auseinandersetzen.“ Damit Schulen ihre Teilnahme an #Sendepause besser in ihr Schuljahr integrieren können, beginnt die fünfte Auflage des Wettbewerbs noch im laufendem Schuljahr: Interessierte Schulen und Klassen können sich wieder ab der Stufe acht anmelden. Neu ist dann, dass täglich von 14 bis 20 Uhr die Häufigkeit der Nutzung des Smartphones gemessen wird. Die gesamte Organisation sowie die Anreise für die Gewinner-Schulklassen übernimmt die AOK Rheinland/Hamburg. Darüber hinaus werden die fünf Schulklassen, die über den gesamten #Sendepause-Aktionszeitraum am besten abgeschnitten haben, zusätzlich mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 3.000 Euro belohnt. Auch außerhalb des Wettbewerbs kann jeder, der sich in der App registriert, sein eigenes Nutzungsverhalten statistisch einsehen.

AOK erweitert ihr Angebot an Elternseminaren zu Online-Sucht und Medienkonsum

Als Gesundheitskasse beschäftigt sich die AOK Rheinland/Hamburg seit Jahren mit dem Thema Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen und hat vielfältige Angebote für einen verantwortungsbewussten und reflektierten Medienkonsum erarbeitet. So unterstützt sie beispielsweise mit ihrem Präventionsangebot „Immer On?“ weiterführende Schulen durch kostenlose Lehrerfortbildungen sowie mit einem Methoden-Koffer, der vielfältiges Unterrichts- und Praxismaterial enthält. „Ein besonderer Schwerpunkt sind unsere Elternseminare zu den Themen Mediennutzung und Online-Sucht, die wir gemeinsam mit unserem Projektpartner SCHAU HIN! veranstalten“, so Buchwitz. Seit Herbst 2017 hat die AOK Rheinland/Hamburg gemeinsam mit Kristin Langer als SCHAU HIN!-Mediencoach vier Elternseminare angeboten, die auf großes Interesse in der Öffentlichkeit gestoßen sind. Buchwitz: „Diese erfolgreichen Veranstaltungen möchten wir rheinlandweit und in Hamburg auf insgesamt 14 Informationsseminare ausweiten, damit Eltern ihre Kinder bei einem überlegten und reflektierten Umgang mit dem Smartphone unterstützen können.“

Für Schüler sind alle Informationen zur Teilnahme an #Sendepause unter www.vigozone.de/Sendepause zusammengestellt.

Lehrer und Eltern finden weitere Hintergrundinfos unter www.vigozone.de/schulwettbewerb. Informationen – insbesondere auch zu den Elternveranstaltungen – können Schulen unter schulberatung@rh.aok.de anfordern.

Hintergrundinformationen zum Präventionsangebot „Immer on?“ gibt es unter www.aok-gesund-lernen.de.

Bei konkreten Fragen zur Mediennutzung in der Familie hilft Eltern und Erziehenden der Medienratgeber www.schau-hin.info. Hier gelangen Sie zur Pressemappe zu #Sendepause.

Hier gelangen Sie zur Pressemappe zu #Sendepause.