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Chronikerprogramme helfen den Patienten

Gemeinsame Presseerklärung der AOK Rheinland/Hamburg, der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und der gesetzlichen Krankenkassen im Rheinland

28.01.2011

Mehr als 700.000 chronisch kranke Patienten in der Region Nordrhein nehmen an einem sogenannten Disease-Management-Programm (DMP) teil. Gut für sie. Denn die Versorgungsqualität wird immer besser. Das zeigt der aktuelle DMP-Qualitätssicherungsbericht, der auf rund 13 Millionen Behandlungsdaten aus den Jahren 2003 bis 2009 basiert.

Bei chronisch Kranken, die in Nordrhein an einem DMP teilnehmen, treten deutlich weniger Komplikationen als erwartet auf, und schwere Krankheitsverläufe werden häufig vermieden. „Die Qualität der Versorgung steigt bei jeder der sechs chronischen Erkrankungen, für die es ein DMP gibt“, sagt Dr. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

„Die Patienten profitieren nicht nur gesundheitlich von den DMP, sie sind auch zufriedener mit ihrer individuellen ärztlichen Betreuung“, betont Cornelia Prüfer-Storcks, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg. Den Patienten steht eine große Auswahl an Praxen zur Verfügung, die an den DMP teilnehmen. „Rund 80 Prozent aller Hausärztinnen und Hausärzte in Nordrhein sind mindestens an einem der DMP beteiligt“, sagt Dr. Lutz Altenhofen, der das DMP-Projektbüro des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Köln leitet.
Beispiel Koronare Herzkrankheit: In das Programm zur Koronaren Herzkrankheit (KHK) sind 204.000 Patienten eingeschrieben. Sie sind im Schnitt 71 Jahre alt und bereits seit neun Jahren an einer KHK erkrankt. Etwa ein Drittel der KHK-Patienten sind Frauen.

Wichtig bei der Behandlung ist die richtige medikamentöse Therapie. Dafür haben die Vertragspartner, die KV Nordrhein und die Krankenkassen im Rheinland, Zielquoten vorgegeben. Mit Erfolg. Ein Beispiel hierfür ist die Verschreibung von Statinen: Fast drei Viertel aller KHK-Patienten, die den Wirkstoff vertragen, erhalten diesen Wirkstoff. Statine vermindern bei KHK-Patienten vor allem das Risiko von Komplikationen der Atherosklerose wie Schlaganfall. Inzwischen sind deutliche Verbesserungen des Gesundheitszustandes der Patienten belegt.

So sinken die systolischen Blutdruckwerte vor allem bei Patienten, die zuvor einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, auf leitliniennahe Zielwerte. Bei der Analyse der Daten zeigen sich deutliche Geschlechtsunterschiede: Weibliche Patienten erkranken offenbar erst später an einer KHK. Die in das DMP eingeschriebenen Patientinnen sind im Schnitt vier Jahre älter als die männlichen Betroffenen. Außerdem treten bei den Frauen in allen Altersgruppen weniger stationäre Notfallbehandlungen und Koronarinterventionen auf als bei den Männern.

In Nordrhein gibt es neben dem Behandlungsprogramm KHK fünf weitere DMP. Und zwar für Brustkrebs, Diabetes mellitus Typ 2 und Typ 1, Asthma bronchiale und chronisch obstruktive Atemwegserkrankung. Die Grundpfeiler aller DMP stützen sich auf:


  • die verbesserte Kompetenz der chronisch erkrankten Patienten hinsichtlich ihres Umgangs mit der Erkrankung durch das Angebot von Patientenschulungen

  • regelmäßiges Prüfen der Befunde durch den Hausarzt

  • intensive Kooperation zwischen Hausärzten und Spezialisten wie diabetologische Schwerpunktpraxen, Kardiologen und Pulmologen

  • stärkere Orientierung der medikamentösen Therapie an ärztlichen Leitlinien

  • kontinuierliche Dokumentation der medizinischen Befunde mit regelmäßiger Analyse und Rückkopplung an die beteiligten Ärzte


Der DMP-Qualitätssicherungsbericht stellt die Ergebnisse strukturierter Behandlungsprogramme für chronisch Kranke aus der Region Nordrhein vor, die mit mehr als acht Millionen gesetzlich Krankenversicherten zu den größten medizinischen Versorgungsgebieten Deutschlands zählt.

Er erscheint jährlich und gewährt einen umfassenden Einblick in die Umsetzung der strukturierten Versorgungskonzepte und ihre medizinischen Auswirkungen. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung erstellt den Bericht im Auftrag der Gemeinsamen Einrichtung für die DMP in Nordrhein.

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
Kontakt: André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1125