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Behandlungsfehler: Hinweise von Versicherten bestätigten sich im vergangenen Jahr in 27 Prozent der Fälle

Eine aktuelle Auswertung der AOK Rheinland/Hamburg zeigt, dass sich im ersten Jahr der Corona-Pandemie in 27,17 Prozent aller Fälle der Verdacht auf einen Behandlungs- oder Pflegefehler bestätigt hat. Bereits in den vergangenen Jahren lag der Anteil zwischen 25 Prozent und 30 Prozent. Versicherte im Rheinland und in Hamburg hatten sich 2020 in 1.190 Fällen bei ihrer Krankenkasse gemeldet, weil sie einen solchen Fehler vermuteten.

Beschwerden treten am häufigsten nach Operationen, Zahnarztbehandlungen und bei vermuteten Fehldiagnosen auf.

Die Anzahl der neu gemeldeten Beschwerden ist somit gegenüber 2019 um rund 13 Prozent gesunken. Insgesamt bearbeitete die AOK Rheinland/Hamburg 3.012 Fälle, 1.822 Fälle waren auf bestehende Beschwerden aus dem Vorjahr zurückzuführen.

„Der leichte Rückgang bei den neuen Verdachtsfällen lässt sich unter anderem auf die Corona-Pandemie zurückführen. Im ersten Pandemiejahr mussten zahlreiche operative Eingriffe verschoben werden, die nur zum Teil nachgeholt wurden“, sagt Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. Bei fehlerhaften medizinischen Eingriffen, deren Folgekosten die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen tragen, können Regressforderungen erhoben werden. Im vergangenen Jahr konnte die AOK Rheinland/Hamburg auf diese Weise rund 7,1 Mio. Euro wieder der Versichertengemeinschaft zuführen.

2020 meldeten sich Versicherte am häufigsten nach operativen Eingriffen mit dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler, gefolgt von Fehlern bei der zahnärztlichen Versorgung sowie vermuteten Fehldiagnosen. Die AOK Rheinland/Hamburg erfasst bereits seit mehr als zwanzig Jahren mögliche Behandlungs- und Pflegefehler, die medizinisch schriftlich begutachtet wurden. Dazu gehören auch Beschwerden über fehlerhafte Medizinprodukte, wie etwa Endoprothesen und Herzschrittmacher. Einen Höchststand gemeldeter Verdachtsfälle verzeichnete die Gesundheitskasse im Jahr 2013 mit 1.539 Ratsuchenden. Das Ziel der AOK ist es, Fehlerschwerpunkte in der Patientenversorgung zu erkennen und so die Behandlungsqualität und die Patientensicherheit zu verbessern.

„Es ist uns wichtig, die Betroffenen mit ihren oft gravierenden Problemen nicht allein zu lassen. Die geltenden Regelungen zum Nachweis eines Fehlers sind sehr komplex und für die Patientinnen und Patienten nur wenig verständlich. Im Sinne der Betroffenen müssen diese gesetzlichen Bestimmungen vereinfacht werden“, sagt Günter Wältermann. „Unsere Experten beraten die Versicherten und helfen dabei, medizinische Behandlungsabläufe und Pflegeprozesse zu bewerten. Aus Fehlern zu lernen und dadurch langfristig Fehler zu verhindern, ist im Interesse aller Beteiligten.“

Versicherte, die nach einer medizinischen Behandlung einen Fehler vermuten, können sich mit ihrem Verdacht an die AOK Rheinland/Hamburg wenden. Experten der Krankenkasse beraten individuell zu medizinischen und rechtlichen Fragen, fordern auf Wunsch des Versicherten die Behandlungsunterlagen an und prüfen diese mit Hilfe des Medizinischen Dienstes. Die Krankenkasse unterstützt ihre Versicherten auch dabei, eigene Schadensersatzansprüche zu verfolgen. Weitere Informationen finden Versicherte hier.

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