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Covid-19: Lockdown und Homeoffice belasten die körperliche und seelische Gesundheit der Beschäftigten

Zu den Nebenwirkungen der Corona-Pandemie zählen zunehmend auch körperliche und seelische Belastungen, wie die Arbeitsunfähigkeitsdaten des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF-I) der AOK Rheinland/Hamburg zeigen: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausfallzeiten aufgrund von Rückenschmerzen 2020 um 16,95 Prozent an, bei Schulterproblemen waren es sogar 38,02 Prozent.

Krankenstand im Rheinland und in Teilen des Ruhrgebiets im ersten Pandemiejahr angestiegen

Auch die Diagnosen zu psychischen Erkrankungen spiegeln die Entwicklungen des vergangenen Jahres wider. Bei den AOK-versicherten Beschäftigten im Rheinland, im Bergischen Land und in großen Teilen des Ruhrgebiets erhöhten sich die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von nichtorganischen Schlafstörungen um 32,6 Prozent. Bei depressiven Störungen (plus 9,47 Prozent), Belastungsstörungen (plus 15,88 Prozent) und anderen Angststörungen (plus 27,05 Prozent) verzeichnete die Gesundheitskasse ebenfalls einen Anstieg der Ausfalltage.

„Die Unsicherheiten während des ersten Pandemiejahres stellen für viele Beschäftigte und deren Familien eine Herausforderung dar, gerade psychisch instabile Menschen sind besonders betroffen. Aber auch die Einschränkungen im Homeoffice sowie in Freizeitgestaltung und Sport wirken sich zunehmend negativ auf die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen aus“, sagt Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg.

Pflege, Gesundheitswesen und Erziehungsberufe am stärksten von Covid-19 betroffen

Zwischen Rhein und Ruhr gab es unter den AOK-versicherten Beschäftigten 2020 insgesamt 26.949 Covid-19-Fälle, im Durchschnitt waren die Betroffenen 9,4 Tage arbeitsunfähig. Beschäftigte in der Pflege, im Gesundheitswesen sowie in Lehr- und Erziehungsberufen waren stärker betroffen als andere Berufsgruppen: Die Pflegebranche verzeichnete mit 4,25 Arbeitsunfähigkeits-Fällen je 100 ganzjährig Versicherten den höchsten Wert, im Gesundheitswesen waren es 3,92 Fälle sowie im Bildungsbereich 3,54 Fälle je 100 Versicherte. Beschäftigte im Gastgewerbe erkrankten selten an Covid-19 (1,22 Fälle je 100 Versicherte), die niedrigen Infektionszahlen in dieser Branche hängen unter anderem mit den flächendeckenden Schließungen von Bars und Restaurants zusammen. Weibliche Beschäftigte erkrankten etwas häufiger an Covid-19 als männliche (2,9 Fälle bzw. 2,3 Fälle je 100 Versicherte), da insbesondere Frauen in den am stärksten betroffenen Branchen arbeiten (Frauenanteil im Gesundheitswesen 81,2 Prozent, in der Pflege 79,2 Prozent, in Erziehung und Unterricht 67,9 Prozent).

Covid-19-Fälle unter AOK-versicherten Beschäftigten in den Regionen an Rhein und Ruhr

Die Städte und Kreise im Rheinland und im Ruhrgebiet waren im vergangenen Jahr unterschiedlich stark von der Corona-Pandemie betroffen. Im Kreis Heinsberg verzeichnete die AOK Rheinland/Hamburg 6,92 Arbeitsunfähigkeits-Fälle je 100 Versicherte wegen Corona, im Kreis Kleve waren es bis Ende letzten Jahres 1,78 Fälle je 100 Versicherte. In Duisburg traten unter den AOK-versicherten Beschäftigten 3,61 Corona-Fälle je 100 Versicherte auf, Düsseldorf lag mit 2,5 Fällen im Mittelfeld, in Essen waren es 1,93 Fälle.

Weniger Krankheitsfälle, längere Ausfallzeiten

Während die Zahl der AU-Fälle im vergangenen Jahr um 11,84 Prozent gesunken ist, stieg die Dauer der Arbeitsunfähigkeit pro Fall im gleichen Zeitraum um 15,98 Prozent und somit um durchschnittlich zwei Kalendertage an. Insgesamt erkrankten somit weniger Menschen, aber wer krank wurde, fiel im Durchschnitt länger aus. Der Gesamtkrankenstand stieg von 5,76 Prozent im Jahr 2019 auf 5,87 Prozent im Jahr 2020.

Der Anstieg der Arbeitsunfähigkeitstage ist unter anderem auf eine deutlich längere Ausfalldauer bei Atemwegserkrankungen zurückzuführen. Bei Erkältungssymptomen waren Krankschreibungen bis zu 14 Tagen auch telefonisch möglich. Durch die angestiegenen Ausfallzeiten bei psychischen Erkrankungen sowie Muskel- und Skeletterkrankungen erhöhten sich die krankheitsbedingten Fehlzeiten ebenfalls. Zugleich gingen durch die Corona-Hygienemaßnahmen die Fallzahlen in vielen anderen Diagnosegruppen zurück: Magen-Darm-Infekte reduzierten sich um 21,44 Prozent, Grippefälle sanken um 18,39 Prozent und Bronchitis-Fälle um 37,19 Prozent.

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