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Rückenschmerzen: Jeder Rheinländer im Schnitt zwei Tage arbeitsunfähig

Rückenschmerzen waren im Jahr 2019 für die meisten Fehltage der AOK-versicherten Beschäftigten im Rheinland verantwortlich. Insgesamt entstanden durch Rückenprobleme 215 Arbeitsunfähigkeitstage (je 100 Versichertenjahre [VJ]). Im Durchschnitt bedeutet das: jeder AOK-versicherte Beschäftigte im Rheinland fiel mehr als zwei Tage wegen Rückenschmerzen aus. Wie bereits in den vergangenen Jahren ist dieses Krankheitsbild somit für die meisten Fehltage verantwortlich. Auf Platz zwei folgen Depressionen mit insgesamt 148,8 Arbeitsunfähigkeitstagen (je 100 VJ), den dritten Platz belegt die klassische Erkältung mit 132,2 Arbeitsunfähigkeitstagen (je 100 VJ).

Leiharbeit und Metallbranche besonders betroffen

„Seit mehr als zehn Jahren sind Rückenschmerzen einer der Hauptgründe dafür, dass Arbeitnehmer ihren Beruf zumindest zeitweise nicht ausüben können. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen und Regionen“, sagt Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. Besonders betroffen von Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Rückenschmerzen sind Beschäftigte in der Leiharbeitsbranche (28,6 AU-Fälle je 100 VJ), in der Metallerzeugungs- und Metallverarbeitungsbranche (23,6 AU-Fälle je 100 VJ) sowie in der chemischen Industrie (22,7 AU-Fälle je 100 VJ). Selten rückenkrank sind AOK-versicherte Beschäftigte in der Finanz- und Versicherungsbranche (7,7 AU-Fälle je 100 VJ), in der Informations- und Kommunikationsbranche (9,0 AU-Fälle je 100 VJ) sowie im Bereich „sonstige Dienstleistungen“ (8,8 AU-Fälle je 100 VJ). 

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kreis Kleve (14,4 AU-Fälle je 100 VJ) sind seltener von Rückenproblemen betroffen während AOK-versicherte Beschäftigte in Mönchengladbach (21,2 AU-Fälle je 100 VJ) häufiger unter Rückenschmerzen leiden. Im Mittelfeld liegen unter anderem der Rhein-Erft-Kreis (17,9 AU-Fälle je 100 VJ) und die Ruhrgebietsstadt Oberhausen (17,7 AU-Fälle je 100 VJ).

„In rund 90 Prozent der Fälle handelt es sich um muskuläre Verspannungen. Beschäftigte bewegen sich zu wenig oder ihr Rücken ist am Arbeitsplatz einer einseitigen Belastung ausgesetzt. Dagegen können wir etwas tun. Mit unseren Angeboten zur betrieblichen Gesundheitsförderung wollen wir Unternehmen sowie ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken stärken“, ergänzt Rolf Buchwitz. Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg bietet Unternehmen verschiedene Programme an, die helfen, die Rückengesundheit der Beschäftigten zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel ein „Ergo-Check“ und eine Kompaktschulung „Rückenfit am Arbeitsplatz“ sowie die Ausbildung betrieblicher Multiplikatoren zu „Bewegungs- oder Ergo-Scouts“, also zu Ansprechpartnern für Bewegungspausen und Themen wie „Ergonomie“ und „Rückengesundheit“.

Auch deutschlandweit zeigt sich ein ähnlicher Trend: Nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) fehlten die erwerbsfähigen AOK-Mitglieder im Jahr 2019 an insgesamt 214 Millionen Tagen. Mit 21 Millionen Tagen belegen Rückenbeschwerden den ersten Platz bei den Einzeldiagnosen: Von den durchschnittlich 19,8 Tagen, die jedes AOK-Mitglied 2019 krankheitsbedingt im Job ausgefallen ist, entfallen zwei Tage auf Rückenschmerzen. Damit liegt diese Erkrankung noch vor der klassischen Erkältung (1,4 Tage pro AOK-Mitglied). Die Betroffenenquote ist dabei in den letzten Jahren kontinuierlich hoch: 2019 liegt der Wert bei 9,4 Prozent, 2010 lag er bei 9,5 Prozent.

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