Erbliches Tumorrisiko besser erkennen

An Krebs erkrankte Patienten können sich beim Projekt OnkoRiskNET per Fragebogen auf genetische Veranlagungen testen lassen und erhalten bei Verdacht eine personalisierte Therapie. Die AOK PLUS unterstützt das Projekt als Kooperationspartner.

Inhalte im Überblick

    Wenn Krebs in der Familie liegt

    Vererbbare genetische Veränderungen spielen für die Entstehung von Krebserkrankungen eine wichtige Rolle, bleiben jedoch bislang meist unentdeckt. Mindestens fünf bis zehn Prozent aller Tumorerkrankungen haben eine erbliche Ursache und treten als Tumorrisikosyndrom (TRS) auf. Diese krankheitsverursachende Genveränderungen können innerhalb der Familie weitervererbt werden. 

    Das Tumorrisikosyndrom erblicher Brust- und Eierstockkrebs ist mittlerweile gut bekannt, aber auch fast alle anderen Krebserkrankungen (z. B. Darmkrebs, Prostatakrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs) können erblich bedingt sein. Menschen mit einem solchen TRS erkranken zudem oft schon in jungem Lebensalter an Krebs.

    Bessere Versorgung durch Vernetzung

    Das Projekt OnkoRiskNET der Medizinischen Hochschule Hannover ist als Studie angelegt und soll die Versorgung für Patientinnen und Patienten mit erblichen Tumorrisikosyndromen verbessern. Patientinnen und Patienten aus Sachsen, Thüringen und Niedersachsen können am Projekt teilnehmen.

    Ziele:

    • Kooperationsnetzwerk aus niedergelassenen Onkologen und Onkologinnen sowie Fachärzten und Fachärztinnen für Humangenetik etablieren
    • strukturierte Behandlungspfade anwenden
    • Genetische Beratung mit Hilfe von telemedizinsichen Angeboten durchführen
    • Patientinnen und Patienten mit erblichen Tumorrisikosyndromen wohnortnah auf wissenschaftlich-universitärem Niveau behandeln

    Kooperationspartner in Sachsen

    Projektteilnehmer OnkoRiskNET

    Die Medizinische Hochschule Hannover (Institut für Humangenetik) leitet das Projekt, das im Juli 2021 startete. Das Projekt OnkoRiskNET wird über vier Jahre aus Mitteln des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert.

    in Sachsen kooperiert das Institut für Klinische Genetik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und koordiniert das Projekt für Sachsen. 

    "Institut für Klinische Genetik am UKD Dresden"

    Genetische Beratung und Früherkennung

    Falls sich der Verdacht auf eine genetische Veranlagung des Tumorrisikosyndrom bestätigt, erhalten Patientinnen und Patienten der Studie durch eine (telemedizinisch) genetische Beratung eine individuelle Risikoanalyse. Diese wird auf Basis der eigenen Krankheitsvorgeschichte und der Familienvorgeschichte erstellt. Hierbei kooperieren die beiden Fachdisziplinen Onkologie und Humangenetik eng zusammen.

    Die Diagnose ermöglicht eine personalisierte Prävention und Therapie für Erkrankte. Gegebenenfalls wird auch eine molekulargenetische Untersuchung als Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung angeboten. Zudem besteht die Möglichkeiit gesunde Familienmitglieder als Träger des Gens zu identifizieren und individuelle Früherkennungsmaßnahmen anzubieten.

    Als primäre Ansprechpartner vor Ort unterstützen niedergelassene Onkologinnen und Onkologen die Patientinnen und Patienten. Auch entfallen lange Wege zur genetischen Beratung und Diagnostik für die Betroffenen.

    Aktualisiert: 13.12.2022