OnkoRiskNET: wohnortnahe Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine erblich bedingte Krebserkrankung

Das Innovationsprojekt OnkoRiskNET vernetzt Onkologinnen und Onkologen mit Fachärztinnen und Fachärzten für Humangenetik, um eine bessere medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit erblich bedingten Krebserkrankungen und deren Angehörigen zu gewährleisten. Die AOK Niedersachsen unterstützt das Projekt als Kooperationspartner.

Das Projekt OnkoRisk NET ermöglicht eine individuelle Beratung von Krebspatienten.© iStock / fizkes

Inhalte im Überblick

    Krebs kann erblich bedingt sein

    Etwa 10 Prozent aller Krebserkrankungen entstehen auf der Basis einer erblichen Veränderung (sogenanntes Tumorrisikosyndrom). Das Tumorrisikosyndrom erblicher Brust- und Eierstockkrebs ist mittlerweile gut bekannt, aber auch fast alle anderen Krebserkrankungen (z. B. Darmkrebs, Prostatakrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs) können erblich bedingt sein.

    Menschen, mit der Anlage zu einer genetischen Veränderung und deren Verwandte haben ein deutlich erhöhtes Risiko, unter Umständen bereits im jungen Alter an Krebs zu erkranken.

    Personalisierte Therapie sowie Vorsorge dank genetischer Beratung

    Mithilfe einer genetischen Beratung und ggf. einer sich anschließenden genetischen Diagnostik können Tumorrisikosyndrome in der Familie erkannt werden. Hieraus ergibt sich dann die Möglichkeit des Einsatzes einer personalisierten Therapie für Erkrankte, die Möglichkeit (noch) gesunde Familienmitglieder als Träger des Gens zu identifizieren (oder zu entlasten) und individuelle Früherkennungsmaßnahmen für betroffene Familienmitglieder anzubieten.

    Bisher ist die genetische Beratung jedoch wohnortnah nicht in allen Regionen Deutschlands verfügbar.

    Gut vernetzt zu einer besseren Versorgung

    Das Projekt OnkoRiskNET der Medizinischen Hochschule Hannover ist als Studie angelegt. Patientinnen und Patienten aus Niedersachsen und Sachsen können am Projekt teilnehmen. Ziel des Projektes ist,

    • durch eine bessere Vernetzung niedergelassener Onkologinnen und Onkologen mit Fachärzten und Fachärztinnen für Humangenetik,
    • durch die Gewährleistung strukturierter Behandlungspfade
    • und über das Angebot telemedizinischer genetischer Beratung

    die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit erblichen Tumorrisikosyndromen wohnortunabhängig auf wissenschaftlich-universitärem Niveau zu ermöglichen.

    Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf ein Tumorrisikosyndrom erhalten mit einer (telemedizinischen) genetischen Beratung eine individuelle Risikoanalyse. Diese wird auf Basis der eigenen Krankheitsvorgeschichte und der Familienvorgeschichte erstellt. Gegebenenfalls wird ihnen auch eine molekulargenetische Untersuchung als Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung angeboten.

    Durch die enge Kooperation beider Fachdisziplinen (Onkologie und Humangenetik) werden die erkrankten Menschen telemedizinisch ausführlich beraten und über die Ergebnisse informiert. Als primäre Ansprechpartner vor Ort unterstützen niedergelassene Onkologinnen und Onkologen die Patientinnen und Patienten. Auch entfallen lange Wege zur genetischen Beratung und Diagnostik für die Betroffenen.

    Sind oder waren Sie an Krebs erkrankt und möchten herausfinden, ob es auch bei Ihnen Anhaltspunkte auf eine erbliche Veranlagung gibt? Dann nehmen Sie sich bitte einen Moment Zeit und beurteilen Sie, ob eine der folgenden Aussagen auf Sie zutrifft.

    Gerne können Sie auch mit dem Institut für Humangenetik direkt Kontakt aufnehmen!

    www.onkorisknet.de

    Mitwirkung und Förderung

    Die Medizinische Hochschule (Institut für Humangenetik) leitet das Projekt, das im Juli 2021 startete. Das Projekt OnkoRiskNET wird über vier Jahre aus Mitteln des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert.

    Die AOK Niedersachsen unterstützt OnkoRiskNET als Kooperationspartner.

    Aktualisiert: 22.03.2022

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