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Krankenkassenbeiträge für Selbstständige

Beim Sprung in die Selbstständigkeit sind Sie auf günstige Krankenkassenbeiträge angewiesen, die Ihre Einkünfte insbesondere in der schwierigen Anfangsphase nicht zu stark schmälern. Die AOK unterstützt Sie als Selbstständigen oder Freiberufler mit flexiblen Beiträgen.

Freiwillig gesetzlich krankenversichert oder private Krankenversicherung?

Als Selbstständiger stehen Sie vor der Wahl: gesetzliche oder private Krankenversicherung? Vorteil der gesetzlichen Krankenkasse: Familienmitglieder können kostenfrei mitversichert werden. Außerdem können Sie sich auf stabile Beiträge verlassen, die an der Höhe Ihres Einkommens bemessen werden. Sinkt Ihr Einkommen, passen wir Ihre Beiträge entsprechend an.

Beitragspflichtige Einnahmen

Grundlage für die Beitragsberechnung der Krankenversicherung ist der monatliche Gewinn, den Selbstständige aus ihrer Tätigkeit erzielen, sowie weitere Einnahmen, die dem Lebensunterhalt dienen können, ohne Rücksicht auf die steuerliche Behandlung. Dazu zählen zum Beispiel

  • Einkünfte aus Vermietungen und Verpachtungen
  • Kapitalerträge
  • der Gründungszuschuss für Existenzgründer, jedoch nicht die 300-Euro-Pauschale für die soziale Sicherung

Vom Umsatz abziehen können Selbstständige hingegen Betriebsausgaben wie Kosten für Betriebsräume, Personalkosten oder Abschreibungen. Sozialversicherungsbeiträge zählen nicht dazu und wirken sich somit nicht beitragsmindernd aus.

Beitrag für hauptberuflich Selbständige

Grundsätzlich werden die Beiträge prozentual vom Arbeitseinkommen berechnet. Der Beitragssatz ist gesetzlich festgelegt und beträgt 14 Prozent (ermäßigter Beitragssatz). Wählen hauptberuflich Selbstständige eine freiwillige Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld gilt für sie der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent. Hinzu kommt in beiden Fällen der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz, bei der AOK Niedersachsen beträgt dieser 0,8 Prozent.

Steuerbescheid unbedingt einreichen

Die AOK setzt Ihre Beiträge auf der Grundlage des zuletzt erlassenen Einkommensteuerbescheides fest, zunächst aber nur vorläufig. Erst wenn uns der Einkommenssteuerbescheid für das jeweilige Kalenderjahr vorliegt, stufen wir Sie endgültig ein. Dadurch sind Erstattungen oder Nachforderungen von Beiträgen möglich.

Diese Regelung gilt nur, wenn ein Arbeitseinkommen oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt werden. Wer den Steuerbescheid nicht innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahrs einreicht, wird rückwirkend in der höchsten Beitragsklasse eingestuft.  

Beitragsbemessung

Seit dem 1. Januar 2018 werden die Beiträge anhand des letzten Einkommensteuerbescheids für die Zukunft geschätzt und zunächst vorläufig festgesetzt, wenn Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit oder Vermietung/Verpachtung vorliegen. Reichen Selbstständige später den endgültigen Einkommensteuerbescheid für das entsprechende Jahr ein, werden die Beiträge rückwirkend angepasst. Maßgeblich ist also der Einkommensteuerbescheid, der für das jeweilige Kalenderjahr erlassen wurde.

Beitragsbemessung der Krankenkassenbeiträge für Selbstständige
  • Beiträge für 2018 werden aufgrund Steuerbescheid neu berechnet und endgültig festgesetzt; Berechnungsgrundlage 4.000 Euro.
  • Die zu wenig gezahlten Beiträge sind nachzuentrichten.
  • Vorläufige Beitragsbemessungsgrundlage ab 1.8.2019: 4.000 Euro
  • Beitragsbemessungsgrundlage vom 1.1.2019 bis 31.7.2019 bleibt zunächst unverändert bei 3.500 Euro bis Steuerbescheid für 2019 vorliegt. 

Was passiert bei Gewinneinbruch?

Bei einem plötzlichen Gewinneinbruch von mehr als 25 Prozent zum letzten Einkommensteuerbescheid können Selbstständige den Beitrag zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung unter Vorbehalt reduzieren lassen. Das heißt, wir passen die Beiträge an die aktuellen Verdienstverhältnisse an. Legen Sie uns dafür bitte einen aktualisierten Vorauszahlungsbescheid Ihres Finanzamtes vor. Der Vorbehalt endet mit dem Steuerbescheid, der den Zeitraum des Gewinneinbruchs umfasst. Bei höheren oder geringeren Einnahmen kommt es zu einer Nachzahlung oder einer Gutschrift.

Existenzgründer vor dem ersten Steuerbescheid

Bis Existenzgründer den ersten Steuerbescheid vorlegen können, vergehen mitunter mehrere Jahre. In dieser Zeit setzen wir die Beiträge auf Grundlage der voraussichtlichen Einnahmen vorläufig fest.

Beiträge für Publizisten und Künstler

Selbstständige Publizisten und Künstler können sich über die Künstlersozialkasse (KSK) bei der AOK versichern lassen. Die Künstlersozialkasse übernimmt dann den Part des Arbeitgebers: Von 14,6 Prozent des allgemeinen Beitragssatzes tragen die Künstlersozialkasse und Sie jeweils die Hälfte, also 7,3 Prozent. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag. Seit 1.1.2019 beteiligt sich die Künstlersozialkasse auch am Zusatzbeitrag zur Hälfte.

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