Flüchtlingen aus der Ukraine in Deutschland helfen

In Deutschland engagieren sich derzeit viele Menschen für Flüchtlinge aus der Ukraine. Was Sie konkret tun können und wo Sie die nötige Unterstützung finden, lesen Sie auf dieser Seite.

Zwei Frauen, gekleidet in den Farben der Ukraine, verpacken Lebensmittel als Hilfe für Flüchtlinge.© iStock / FilippoBacci

Inhalte im Überblick

    Was Helfer wissen müssen

    Derzeit kommen täglich neue Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland an. Viele Menschen wollen den Ankommenden hierzulande ehrenamtlich helfen. Wie Sie sich engagieren können und was es bei Spenden, einem Übernachtungsplatz oder anderen Hilfsangeboten zu beachten gilt, erfahren Sie in der folgenden Aufstellung.

    Suchen Sie nach Informationen zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen, hilft Ihnen diese Seite weiter: Arztbehandlung, Medikamente und Impfungen: So erhalten Flüchtlinge aus der Ukraine Hilfe.

    Wie kann ich Flüchtlingen helfen?

    Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Flüchtlingen zu helfen. Wenn Sie bei Ihnen vor Ort unterstützen möchten, dann fragen Sie in der Stadt, in der Sie wohnen, wo aktuell Hilfe benötigt wird. Ansprechpartner finden Sie

    • beim Sozialamt,
    • in Kirchgemeinden vor Ort,
    • in Flüchtlingsunterkünften vor Ort,
    • bei Wohlfahrtsverbänden und Hilfsorganisationen vor Ort, wie die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz oder Pro Asyl.

    Viele regionale Hilfsangebote und private Initiativen werden auch über die sozialen Medien organisiert. Auf Facebook finden Sie in fast jeder Stadt Gruppen, die Flüchtlingen helfen. Zudem bieten viele Städte und Regionen sogenannte Engagement- oder Hilfebörsen an, über die Sie sich entweder als Helfer eintragen oder nach lokalen Unterstützungsangeboten suchen können. Bundesweit wird eine Hilfebörse von der Caritas angeboten.

    Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, mit Sach- und Geldspenden zu unterstützen. Sachspenden werden vor allem von lokalen Initiativen organisiert. Fragen Sie bei Ihnen vor Ort, wer Sachspenden für Flüchtlinge aus der Ukraine annimmt und was genau benötigt wird. Geldspenden nehmen aktuell alle großen und kleinen Hilfsinitiativen an, zum Beispiel:

    Welche Sammelunterkünfte gibt es?

    Erstaufnahmeeinrichtungen oder Ankunftszentren sind erste Anlaufpunkte für Flüchtlinge. Jedes Bundesland hat eine oder mehrere Einrichtungen. Wie lange sich Flüchtlinge dort aufhalten können, ist regional verschieden und abhängig davon, welche Unterbringungsmöglichkeiten es noch gibt. Des Weiteren bereiten viele Städte derzeit Not- und Sammelunterkünfte vor, in denen Flüchtlinge für eine gewisse Zeit wohnen können. Ein bundesweites Angebot, das alle Ankunftszentren oder Sammelunterkünfte auflistet, gibt es nicht. Fragen Sie daher beim örtlichen Sozialamt nach Ankunftszentren oder Flüchtlingsunterkünften in Ihrer Region. Auch auf den Webseiten der einzelnen Landesregierungen finden Sie Informationen dazu.

    Wer vermittelt Kontakt zu hilfesuchenden Geflüchteten?

    In ganz Deutschland gibt es in jeder Stadt und jeder Region Initiativen, die Kontakt zu hilfesuchenden Geflüchteten anbieten. Ansprechpartner finden Sie unter der Frage: Wie kann ich Flüchtlingen helfen? Des Weiteren können Sie im Internet nach lokalen Hilfsangeboten recherchieren, zum Beispiel mit den Suchbegriffen „Flüchtlingshilfe“ + „Name Ihrer Stadt“.

    Wie biete ich eine Unterkunft an?

    Ein Zimmer oder eine private Wohnung können Sie über Behörden vor Ort oder Hilfsinitiativen online anbieten, wie

    Auch die Kommunen nehmen Angebote für private Unterkünfte an. Erkundigen Sie sich beim örtlichen Sozialamt, an wen Sie Ihr Angebot übermitteln können. Zudem bieten einige Städte oder Bundesländer auf ihren Webseiten Kontaktmöglichkeiten oder Plattformen an, über die Sie freien Wohnraum zur Verfügung stellen können.

    Was muss ich beachten, wenn ich Geflüchtete aufnehme?

    Wenn Sie Flüchtlinge privat aufnehmen, sollten Sie das am besten organisiert über einen Anbieter oder begleitet durch die Kommune tun (Siehe Frage: Wie biete ich eine Unterkunft an?). Folgende Punkte sollten Sie darüber hinaus noch beachten:

    • Nehmen Sie nur Flüchtlinge auf, wenn Sie ausreichend freien Wohnraum für Ihre Gäste haben. Sowohl Sie als auch Ihre Gäste brauchen ausreichend Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten. Zudem sollten die Räumlichkeiten menschenwürdig sein.
    • Überlegen Sie, ob Sie freie Räumlichkeiten nur für wenige Nächte oder für länger anbieten möchten. Manche Flüchtlinge benötigen nur ein Bett für eine Nacht, andere eine Unterkunft für mehrere Wochen oder sogar Monate. Geben Sie Ihre zeitlichen Kapazitäten vorher bei der Organisation an, dann passen Angebot und Nachfrage auch zusammen.
    • Als Mieter dürfen Sie Flüchtlinge aufnehmen, ohne vorher Ihren Vermieter um Erlaubnis zu bitten. Bleiben Ihre Gäste allerdings länger als sechs bis acht Wochen, gilt es den Vermieter zu informieren und seine Erlaubnis einzuholen.
    • Schützen Sie sich vor Corona zum Beispiel mit einer FFP2-Maske, wenn der Impfstatus Ihrer Gäste unbekannt ist. Führen Sie gegebenenfalls regelmäßige Selbst- oder Schnelltests durch.

    Muss ich Geflüchtete, die bei mir wohnen, anmelden?

    Nein, Sie müssen Geflüchtete nicht anmelden. Bis zum 23. Mai 2022 dürfen sich Menschen aus der Ukraine ohne Visum in Deutschland aufhalten. Flüchtlingen wird aber empfohlen, sich bei der Ausländerbehörde zu registrieren und einen Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis zu stellen. Damit dürfen sie sich für mindestens ein Jahr offiziell in Deutschland aufhalten.

    Die Adresse der zuständigen Ausländerbehörde finden Sie über die Suche des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

    Wo können Flüchtlinge geimpft werden?

    In vielen Erstaufnahmeeinrichtungen können Flüchtlinge gegen Corona geimpft werden. Darüber hinaus werden auch noch weitere Impfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene empfohlen. Diese können gegebenenfalls auch in den Erstaufnahmeeinrichtungen durchgeführt werden. Ist das nicht möglich, wird empfohlen, die Impfungen bei einem Hausarzt oder Kinderarzt durchführen zu lassen. Gegen Corona können sich Flüchtlinge auch in einem Impfzentrum am Aufenthaltsort impfen lassen. Die Corona-Schutzimpfung ist für Kinder bereits ab fünf Jahren möglich. Die Impfungen sind für Flüchtlinge kostenfrei. Sie benötigen dafür allerdings einen Behandlungsschein, wenn sie sich in einer Arztpraxis oder im Impfzentrum impfen lassen. Den Behandlungsschein erhalten Flüchtlinge bei der zuständigen Behörde am Aufenthaltsort. In der Regel ist dies das Sozialamt.

    Weiterführende Infos

    Wer hilft, wenn ich als Helfender überfordert bin?

    Für die Flüchtlinge aus der Ukraine sind die vielen freiwilligen Helfer eine große Unterstützung. Doch auch Helfer können an ihre Grenzen stoßen: zeitlich, körperlich oder psychisch. Achten Sie deshalb auf sich und holen Sie sich selbst Hilfe, wenn Sie nicht weiterkommen. Anlaufstelle können dann zum Beispiel Wohlfahrtsverbände sein. Sie unterstützen bei Behördengängen oder sozialrechtlichen Ansprüchen, helfen bei Traumatisierung, Suchtfragen oder Sprachbarrieren. Idealerweise engagieren Sie sich in Zusammenarbeit mit einer Kirchengemeinde, einem Wohlfahrtsverband oder Freiwilligenagentur. Denn diese bieten immer Unterstützung, wenn Helfer an Grenzen stoßen.

    Tipp: Wer widerstandsfähig gegen Stress ist, kommt auch in besonderen Zeiten mit einer hohen Belastung gut klar. Mit dem AOK-Programm „Stress im Griff“ lernen Sie, sich gegen die Stressfallen des Alltags zu wappnen.

    Wo finde ich Informationen über Angehörige in der Ukraine?

    Wenn Sie einen Geflüchteten unterstützen, der aufgrund der Flucht den Kontakt zu seiner Familie verloren hat, dann wenden Sie sich an den DRK-Suchdienst.

    Wie kann ich Geflüchtete krankenversichern?

    Eine Krankenversicherung von Flüchtlingen aus der Ukraine ist seit dem 1. Juni 2022 unter bestimmten Voraussetzungen auch dann möglich, wenn sie noch keine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen haben. Flüchtlinge haben außerdem Anspruch auf medizinische Versorgung, wenn sie diese brauchen. In vielen Fällen ist dann ein sogenannter Behandlungsschein notwendig, zum Beispiel für die Behandlung beim Arzt oder um lebensnotwendige Medikamente zu erhalten. Behandlungsscheine stellt die dafür zuständige Behörde am Aufenthaltsort aus. In der Regel ist dies das Sozialamt.

    Weitere Informationen zur Krankenversicherung und medizinischen Versorgung von Flüchtlingen finden Sie auf der Seite: Arztbehandlung, Medikamente und Impfungen: So erhalten Flüchtlinge aus der Ukraine Hilfe.

    Wie erhalten Geflüchtete psychologische Hilfe?

    Wer aufgrund seiner Flucht traumatisiert ist, kann psychologische Betreuung erhalten. Betroffene Flüchtlinge sollten sich dafür an einen Hausarzt wenden. Dieser stellt dann eine Überweisung an einen Experten oder eine Beratungsstelle aus. Hierfür muss allerdings zuvor ein Behandlungsschein beim Sozialamt beantragt werden.

    Bei der psychosozialen Versorgung von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und deren Familien hilft zudem die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF). In Deutschland gibt es 40 Anlaufstellen, die kostenfreie Unterstützung für Flüchtlinge anbieten.

    Wo erhalten Geflüchtete und Helfer Unterstützung bei Übersetzungen?

    Fragen Sie bei Wohlfahrtsverbänden und Hilfsorganisationen vor Ort, ob diese Sprachmittler kennen und vermitteln. Grundsätzlich arbeiten viele dieser Organisationen mehrsprachig und können zum Beispiel bei Übersetzungen für Anträge oder Ähnliches helfen. Gegebenenfalls gibt es auch lokale Vereine, die Kontakte zu Übersetzern oder Muttersprachlern herstellen können.

    Weiteres Angebot, welches bei der Übersetzung helfen kann:

    Was ist besser: Sach- oder Geldspende?

    Grundsätzlich sind Geldspenden eher die bessere Spendenform, weil Geldspenden flexibler eingesetzt werden können. Aber auch Sachspenden werden in der Regel dringend benötigt. Diese sollten Sie aber nur spenden, wenn Organisationen gezielt dazu aufrufen. Alternativ können Sie auch bei Hilfsorganisationen nachfragen, ob und welche Sachspenden aktuell gebraucht werden.

    Aktualisiert: 02.06.2022

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