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Knapp 500 Behandlungsfehler im Jahr 2016

Lotsen für Versicherte

28.07.2017

Was Maria T. erlebt hat, wünscht man niemanden: Seit einer Bandscheiben-Operation im Sommer 2009 ist die AOK-Versicherte querschnittsgelähmt. Der Grund: Bei dem Eingriff setzten Ärzte falsche Schrauben ein, das Rückenmark wurde massiv geschädigt. Doch damit nicht genug: Sechs Jahre musste Maria T. vor Gericht um die Anerkennung des Behandlungsfehlers kämpfen. Eine Entschuldigung hat sie nie bekommen. Mit dem Schadensersatzgeld konnte sie immerhin ihre Wohnung rollstuhlgerecht umbauen.

Der Fall von Maria T. ist einer von 5.663 Behandlungsfehlern, den Medizinexperten im Auftrag der AOK Bayern seit dem Jahr 2000 bestätigten. Insgesamt wandten sich knapp 37.000 Versicherte wegen des Verdachts auf einen Behandlungsfehler in den vergangenen knapp 17 Jahren an die AOK Bayern. Allein in den Jahren 2015 und 2016 kamen mehr als 6.000 neue Fälle hinzu. In rund 1000 Fällen (2016: 499 Fälle) bestätigte sich der Verdacht auf einen Behandlungsfehler. Die häufigsten Beratungen und Gutachten gab es in den Bereichen Chirurgie, Orthopädie und Zahnmedizin/Kieferchirurgie.

Die AOK Bayern berät Versicherte bei einem vermuteten Behandlungsfehler mit zwei speziell geschulten Fachteams in Bamberg und in Ingolstadt. Die Experten sind unter der kostenlosen Servicenummer 0800 2652293 zu erreichen. „Die Berater fungieren als Lotsen der Versicherten durch die Komplexität des Arzthaftungsrechts“, sagt Dominik Schirmer, Bereichsleiter Verbraucherschutz bei der AOK Bayern.

Die AOK Bayern setzt beim Thema Behandlungsfehler auf Transparenz. So spricht sich Schirmer für ein bundeseinheitliches Zentralregister aus: „Es macht keinen Sinn, dass Ärztekammern, Krankenkassen und Gerichte hier unterschiedlich zählen.“ Um die Patientenrechte zu stärken, fordert Schirmer eine Beweislastumkehr. „Betroffene müssten dann nur belegen, dass ein Behandlungsfehler vorliegt und dass sie einen Schaden erlitten haben“, so Schirmer. Dies hätte auch Maria T. einen jahrelangen Rechtsstreit erspart.

Zahlen zum Behandlungsfehlermanagement 2015 und 2016