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Steigende Nutzerzahlen in der ePA

15.06.2026 AOK-Bundesverband 4 Min. Lesedauer

Ein Jahr nach ihrem bundesweiten Roll-out ist die elektronische Patientenakte „ePA für alle“ im Versorgungsalltag angekommen. Nach Angaben der gematik steigen die Zugriffe auf Befunde, Medikationslisten & Co. von Woche zu Woche weiter an.

Eine Frau mit kurzen, hellgrauen Haaren in gelber Strickjacke sitzt auf einer grauen Couch mit Füßen oben und schaut in ihr Handy. Sie lächelt.
Die ePA sei ein zentraler und wichtiger Fixpunkt für die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens, ist der Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbandes überzeugt. Davon könnten auch Versicherte profitieren.

Bereits seit rund fünf Jahren stellt die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… ihren Versicherten auf Antrag eine elektronische Patientenakte Mit der ePA können Patientinnen und Patienten sowie die an Ihrer Behandlung beteiligten Ärztinnen… (ePA) zur Verfügung. Eine nennenswerte Dynamik bekam das Geschehen rund um die digitale Akte aber erst, als die Bundesregierung 2024 mit dem Digitalgesetz alle gesetzlichen Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… verpflichtete, bis Februar 2025 eine ePA für ihre Versicherten anzulegen. Diese wurden im Vorfeld jeweils von ihrer Kasse informiert und hatten die Möglichkeit, dem Anlegen der digitalen Patientenakte Mit der elektronischen Patientenakte (ePA) können Patientinnen und Patienten sowie die an ihrer… zu widersprechen (Opt-out-Regelung). 

Nach einer Testphase startete die „ePA für alle“ dann bundesweit Ende April 2025. Gut ein Jahr später werden nach Angaben der gematik, der Nationalen Agentur für digitale Medizin, im Schnitt wöchentlich mehr als 21 Millionen Abrufe von Medikationslisten durch Patientinnen und Patienten, Behandelnde oder Apotheken verzeichnet. Insgesamt hätten Ärztinnen, Ärzte und andere Leistungserbringer Unter diesem Sammelbegriff werden alle Personengruppen zusammengefasst, mit denen die Krankenkassen… mittlerweile mehr als 100 Millionen Dokumente (Befunde, Laborberichte, Arztbriefe) eingestellt, so die gematik. Allein im Februar und März dieses Jahres seien es knapp 25 Millionen Dokumenten-Uploads gewesen, mit steigender Tendenz.

„Mit der ePA erhalten die Patientinnen und Patienten mehr Unterstützung, mehr Sicherheit und nicht zuletzt mehr Kontrolle.“

Frank Firsching

Vertreter der Versichertenseite im Verwaltungsrat der AOK Bayern und Mitglied im Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbands

„Die ePA ist ein Jahr nach ihrem Start bereits in vielen Gesundheitseinrichtungen Teil des Versorgungsalltags geworden“, betont Frank Firsching, Vertreter der Versichertenseite im Verwaltungsrat der AOK Bayern und Mitglied im Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbands. Auch wenn manche Versicherte noch mit der digitalen Akte fremdeln und sich einen noch einfacheren Zugang wünschen, ist sich der Selbstverwalter sicher: „Versicherte können von diesem Digitalisierungsschub deutlich profitieren.“ So konnte bislang etwa die Koordination von Terminen, Befunden und Medikamenten – insbesondere für chronisch Kranke mit einem langwierigen Behandlungsbedarf Seit der Reform der vertragsärztlichen Vergütung 2009 wird die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung,… – oft überfordernd sein. „Mit der ePA erhalten die Patientinnen und Patienten mehr Unterstützung, mehr Sicherheit und nicht zuletzt mehr Kontrolle.“ Noch für dieses Jahre habe die Bundesregierung zudem weitere interessante Neuerungen angekündigt: „Versicherte sollen dann Arzttermine direkt über die ePA vereinbaren können, während Krankenkassen die Möglichkeit bekommen, ihren Versicherten gezielte Präventionsangebote zu machen oder sie über eine Erinnerungsfunktion beispielsweise auf eine nötige Impfauffrischung hinzuweisen.

Die Ausgestaltung des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) nimmt in Deutschland zunehmend konkretere Züge an. Die EU-Verordnung wird laut Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mit einem neuen Gesetz fristgemäß und unbürokratisch umgesetzt. Auch das Forschungsdatenzentrum Gesundheit zieht eine erste positive Bilanz. Doch es gibt noch einige…
23.04.2026Irja Most6 Min

Für AOK-Versicherte gibt es einen Zugang zur ePA über die „AOK Mein Leben“-App oder am PC über den Desktop Client. Per Smartphone lässt sich so jederzeit auf die eigenen Gesundheitsdaten zugreifen. Auch wenn bei der Gesamtzahl der Nutzenden noch Luft nach oben ist, hat sich seit der Einführung der “ePA für alle” bei der AOK die Zahl der ePA-Nutzerinnen und Nutzer über die App bereits verdoppelt. 

„Die ePA kann und muss sich zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte wie das eRezept entwickeln.“

Dr. Bernd Vogler

Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland (Arbeitgeberseite) und Mitglied im Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbandes

Während Versicherte die ePA komplett freiwillig nutzen, sind medizinische Leistungserbringer wie Arztpraxen, Kliniken oder Therapeutinnen und Therapeuten, seit Oktober 2025 gesetzlich verpflichtet, die elektronische Patientenakte Mit der ePA können Patientinnen und Patienten sowie die an Ihrer Behandlung beteiligten Ärztinnen… (ePA) zu nutzen. Das bedeutet, dass sie die digitale Akte mit den gesetzlich festgeschriebenen Daten einer Behandlung befüllen müssen. Dazu zählen zum Beispiel Befunde, Arztbriefe und Medikationslisten. Mittlerweile greifen der gematik zufolge bereits mehr als 93.000 Artpraxen wöchentlich auf die ePA ihrer Patientinnen und Patienten zu – Tendenz weiter steigend. 

„Die ePA kann und muss sich zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte wie das eRezept Mit dem am 20. Oktober 2020 in Kraft getretenen Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in… entwickeln. Sie ist ein zentraler Fixpunkt für die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens“, erklärt Dr. Bernd Vogler, der bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland als alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats die Arbeitgeberseite vertritt. Durch die digitale Akte komme es zu weniger Doppeluntersuchungen und einem reibungslosen Informationsfluss zwischen Arztpraxen, Kliniken und Apotheken durch jederzeit für alle Beteiligten griffbereite Behandlungsdaten. „Das macht die Gesundheitsversorgung nicht nur transparenter, sondern auch effizienter.“ Vogler sieht in der ePA einen wichtigen Hebel, durch mehr Effizienz in der Behandlung auch die GKV-Finanzen langfristig zu stabilisieren. Dass dabei der Datenschutz Der Datenschutz ist in der Sozialversicherung von besonderer Bedeutung, da ihre Träger auf eine… gewährt bleibt, ist Vogler ein besonderes Anliegen, was unter anderem dadurch sichergestellt wird, dass alle Daten nur auf deutschen Servern abgelegt werden. Und: „Keine Krankenkasse hat Zugriff auf die Daten der ePA. Das bleibt den Patienten und ihren Behandelnden vorbehalten“, so Vogler. Einzig und allein die Versicherten bestimmen also, wer in welchem Umfang Zugriff auf die Daten bekommt.