aok.de ist jetzt noch barrierefreier
Für das Versichertenportal aok.de sind einige Kerninhalte wie Kontakt und Informationen rund um die Mitgliedschaft in Leichte Sprache (LS) und Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt worden, um die barrierefreie Zugänglichkeit der wichtigsten Botschaften und Funktionen zu gewährleisten.
Die Umsetzung der Barrierefreiheit sei weit über die gesetzlichen Anforderungen hinweg gegangen, betonte Ralf Kreusel, der als zentraler Ansprechpartner für digitale Barrierefreiheit im AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverband das Projekt „Ausbau der Barrierefreiheit für Leichte Sprache und Deutsche Gebärdensprache“ initiiert hat.
Eine große Zielgruppe
Die Zielgruppe für Leichte Sprache umfasst unter anderem Personen mit Lernschwierigkeiten, Lese- und Rechtschreibschwächen, Hörschädigungen, Demenz oder auch geringen Deutschkenntnissen. In Deutschland sind das mehr acht Millionen Menschen. Die primäre Zielgruppe für die Seiten auf aok.de in Leichter Sprache sind Menschen mit kognitiven Einschränkungen. „Um deren inhaltliches Verständnis zu gewährleisten, ist eine Einbeziehung bzw. Rückkopplung mit Personen aus der Zielgruppe notwendig“, sagt Kreusel. Diese Rückkopplung wurde in der Umsetzung durch Testings mit der Zielgruppe erreicht. Die nun veröffentlichen Seiten wurden auf das Wesentliche reduziert, die Inhalte wurden vereinfacht. Zudem ist eine Navigation über einfache Inhaltskacheln statt über Ausklappmenüs möglich und Texte werden bildhaft unterstützt. Inhaltlich wurde sich darauf fokussiert, nur das, was die Zielgruppe als wichtige Themen und Aspekte widerspiegelte, auch zu veröffentlichen. Großteils wurde zudem auf Formulare verzichtet, mit einer Ausnahme: die PLZ-Eingabe zur Regionalisierung.
Gebärdensprache als Muttersprache
Die Website der AOK in Gebärdensprache ist ebenfalls über die Hauptnavigation von aok.de erreichbar. Deutsche Gebärdensprache wird von der großen Mehrheit der tauben Menschen, von Menschen mit Hörbehinderungen und auch von hörenden Menschen, zum Beispiel Eltern tauber Kinder, gesprochen. In Deutschland sprechen etwa 200.000 Menschen die Deutsche Gebärdensprache. Kernzielgruppe bei aok.de sind von Geburt an gehörlose Menschen mit Gebärdensprache als Muttersprache. Sie besitzen in der Regel keine kognitiven Einschränkungen, haben aber oft Schwierigkeiten bei der Erfassung der lautbasierten Schriftsprache. Daher konnte man sich inhaltlich sehr eng an den bestehenden Seiten orientieren. Aus der Zielgruppe wurde gespiegelt, dass Gebärdenvideos und Texte oft in Kombination genutzt werden. Ausgewählte bestehende Seiten wurden deshalb dupliziert und mit DGS-Videos angereichert. Zum Beispiel wurde die Seite „Vorteile der AOK“ mit DGS-Inhalten angepasst: Die Seite wurde um Videos an relevanten Stellen angereichert und Inhalte reduziert, beispielsweise mit der Entfernung der Zielgruppenauswahl.