Neue WIdO-Daten: Soziale Lage beeinflusst Herzgesundheit
Sozial und materiell benachteiligte Menschen erkranken deutlich häufiger an einer Herzschwäche. Das belegt der neue Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Die Auswertung zeigt auch deutliche Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit von Herzinsuffizienz und vermeidbaren Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes. „Einkommen, Bildung und Beschäftigung beeinflussen die Verteilung wichtiger Risikofaktoren und damit auch die Krankheitslast in den Regionen“, bilanzierte WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Präventionsangebote sollten daher besonders „dort gestärkt werden, wo die gesundheitlichen Belastungen besonders hoch sind“.
Insgesamt litten 2024 drei Millionen Menschen hierzulande an einer Herzinsuffizienz. In den besonders benachteiligten Regionen in Deutschland waren 6,8 Prozent von einer Herzinsuffizienz betroffen. In den wirtschaftlich besser gestellten Gebieten hingegen nur 4,4 Prozent. In östlichen Bundesländern leben laut WIdO mehr Erkrankte. Den höchsten Anteil hat Sachsen-Anhalt mit 8,9 Prozent, gefolgt von Thüringen (8,5 Prozent) und Sachsen (7,9 Prozent). Die niedrigsten Werte verzeichnen Hamburg (3,8 Prozent), Bremen (4,5 Prozent) und Berlin (4,6 Prozent).
Die Häufigkeit an einer Herzschwäche zu erkranken, steigt laut WIdO mit dem Alter. In der Altersgruppe ab 90 Jahren lag der Anteil der Männer bei 35 Prozent und der der Frauen bei 30 Prozent. „Mögliche Ursachen für die Geschlechtsunterschiede sind biologische Faktoren und eine unterschiedliche Häufung von Risikofaktoren bei Männern und Frauen“, so Helmut Schröder. Das Rauchen sei ein wichtiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Krankheiten. Der Raucher-Anteil war bei Männern laut Schröder in den vergangenen Jahrzehnten höher als bei Frauen; auch leiden sie schon in mittleren Jahren häufiger an Bluthochdruck, Frauen später.
Der Blick in den Gesundheitsatlas deckt zudem die Zusammenhänge mit den Risikofaktoren auf. So liegt beispielsweise in Regionen mit sehr vielen Rauchern der Anteil an Menschen mit Herzinsuffizienz bei 6,6 Prozent. In Regionen mit wenigen Rauchern beträgt er dagegen nur 4,7 Prozent. „Durch gesunde Ernährung und ausreichend körperliche Aktivität sowie eine gute Behandlung von Bluthochdruck kann das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen deutlich gesenkt werden und die Zahl der zukünftigen Herzinsuffizienzfälle reduziert werden“, so das Fazit des WIdO-Geschäftsführers. (imo)
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