Energydrink-Konsum bei Kindern und Jugendlichen steigt
Die Beliebtheit von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland nimmt weiter zu: Fast 20 Prozent der Jugendlichen konsumieren solche Produkte mindestens einmal pro Woche, sechs Prozent sogar täglich. Zudem hat rund jedes zweite Kind bereits einmal in seinem Leben Energydrinks getrunken, wie eine Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) für den Präventionsradar der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergibt. Als besonders problematisch bewerten die Autoren, dass Energydrinks häufig zusammen mit anderen Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder Cannabis konsumiert werden.
Den steigenden Konsum bei Kindern und Jugendlichen beobachten die IFT-Nord-Wissenschaftler bereits seit dem Schuljahr 2020/21. Im Schuljahr 2025/26 erreichten sowohl der wöchentliche als auch der monatliche Verbrauch neue Höchststände. So hätten bereits 13 Prozent der Kinder (neun bis zwölf Jahre) und rund 33 Prozent der Jugendlichen (13 bis 15 Jahre) mindestens einmal im Monat Energydrinks getrunken. Für die Studie wurden mehr als 107.000 Schulkinder befragt.
Die Energy-Getränke enthalten häufig eine hoch dosierte Kombination aus Zucker und Koffein. Bereits eine marktübliche 500-Milliliter-Dose erreiche die gesetzliche Obergrenze von 160 Milligramm Koffein und enthalte zudem rund 55 Gramm Zucker, schreiben die Studienautoren. „Die stark koffeinhaltigen Getränke sind gerade für Heranwachsende bedenklich“, warnte DAK-Chef Andreas Storm. „Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe.“
Regelmäßiger Energydrink-Konsum kann den Wissenschaftlern zufolge zu neurologischen und psychologischen Beeinträchtigungen wie Schlafstörungen und Angstzuständen führen. Zudem bestehe aufgrund des hohen Zuckergehalts der Getränke ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und Schäden an den Zähnen. Auch eine höhere Risikobereitschaft und längere Bildschirmzeiten seien mögliche Begleiterscheinungen. Besonders im Jugendalter könnten hohe Koffeindosen das sich entwickelnde Herz-Kreislauf-System akut belasten.
Besonders auffällig sei zudem der Zusammenhang zwischen dem Nikotinkonsum Jugendlicher und dem Verzehr von Energydrinks. Auch der gleichzeitige Konsum mit Alkohol sei zu beobachten, so die Forscher. Dies stelle für das Herz-Kreislauf-System ein besonderes Risiko dar und erhöhe die Gefahr einer Alkoholvergiftung.
Die Wissenschaftler fordern „verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen zur Konsumeindämmung“ wie gesetzliche Altersgrenzen im Verkauf und Werberestriktionen. Gleichzeitig mahnen sie eine Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern an. „Wir dürfen nicht länger zusehen, wie eine ganze Generation ihre Gesundheit für das unregulierte Influencer-Marketing der Hersteller riskiert“, warnte Professor Reiner Hanewinkel, Leiter des IFT-Nord. (tie)
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