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Deutsche nutzen Social Media seltener als der EU-Schnitt

02.03.2026 3 Min. Lesedauer

Inmitten der Debatte um eine mögliche Social-Media-Altersgrenze zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis), dass die Menschen in Deutschland deutlich weniger in den sozialen Netzwerken aktiv sind als ihre europäischen Nachbarn. Zwar ist die Nutzung laut der Studie in den vergangenen fünf Jahren von 47 Prozent (2021) auf 59 Prozent (2025) gestiegen. Doch damit liegt Deutschland immer noch auf dem vorletzten Platz im EU-Vergleich. Nur in Italien sind mit 56 Prozent noch weniger Menschen im Alter von 16 bis 74 Jahren in sozialen Netzwerken unterwegs.

Im EU-Schnitt waren 67 Prozent der Bevölkerung in dieser Altersspanne in den sozialen Netzwerken aktiv. Führend ist hier Dänemark, wo mit 90 Prozent fast die gesamte Bevölkerung bei TikTok, Instagram & Co. unterwegs ist, gefolgt von Zypern (87 Prozent) und Malta (82 Prozent).

In Deutschland zeigen sich in den Altersgruppen deutliche Unterschiede: So waren laut Destatis 85 Prozent der 16- bis 24-Jährigen im Jahr 2025 bei Social Media aktiv. Bei den 25- bis 35-Jährigen waren es 81 Prozent und bei den 35- bis 44-Jährigen noch 72 Prozent. Bei den 65- bis 74-Jährigen waren es nur noch 25 Prozent. Als aktiv zählt der Analyse zufolge, wer einen eigenen Account auf einer entsprechenden Plattform unterhält, dort Beiträge hochlädt oder mit anderen interagiert.

ein kleiner Junge sitzt auf einem Sofa und schaut auf ein Smartphone.
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Die allgemeine Zunahme der Social-Media-Aktivität lässt sich nach Anaben der Wiesbadener Behörde auf eine verstärkte Nutzung in allen Altersgruppen zurückführen. Demnach nahm der Anteil der 65- bis 74-Jährigen von 15 Prozent im Jahr 2021 auf 25 Prozent im Jahr 2025 zu. Bei den 55- bis 64-Jährigen sei der Anteil von 29 auf 42 Prozent gestiegen. Bei den 16- bis 24-Jährigen stieg der Anteil von 78 auf 85 Prozent. Daten zur Nutzung sozialer Medien für Menschen unter 16 Jahren liegen laut Destatis nicht vor.

Um Zugangsverbote zu sozialen Medien für Kinder und Jugendliche ringen Politik und Fachwelt in Deutschland derzeit intensiv. Die Regierungspartner SPD und CDU sind sich in der Sache zwar einig, die Details wie etwa die genaue Altersgrenze und die Ausgestaltung möglicher Zugangsbeschränkungen sind aber noch unklar. Die CDU hatte auf ihrem Bundesparteitag Ende Februar für eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren votiert. Die SPD hält „einen geordneten und bewussten Einstieg mit Altersverifikation frühestens ab 14 Jahren“ für richtig. Für eine solche Beschränkung für unter 14-Jährige hatten sich im ZDF-Politbarometer vom 27. Februar auch 81 Prozent der Mensch in Deutschland ausgesprochen. Die CSU lehnt ein Verbot ab. (tie)

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