Schulkinder wissen oft zu wenig über Gesundheit
Fast neun von zehn Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn weisen Lücken bei der Gesundheitskompetenz auf. Das zeigt das aktuelle Präventionsradar der Krankenkasse DAK-Gesundheit. „Bildungserfolg und Gesundheit hängen untrennbar zusammen“, betonte DAK-Chef Andreas Storm. Er fordert, die Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen stärker zu fördern und Gesundheit „als festen Bestandteil von Bildung“ zu begreifen. Den Handlungsbedarf beim schulischen Lernen machten auch die aktuellen Pisa-Ergebnisse „überdeutlich“.
Bei der Schulleistungsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD erzielten die 15-Jährigen in Deutschland 2025 in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die niedrigsten Ergebnisse seit Beginn der Erhebungen. Damit setzt sich der negative Trend des vergangenen Jahrzehnts fort.
Auch Wohlbefinden und Zuversicht haben sich verschlechtert. Nur noch 57 Prozent der Kinder und Jugendlichen blicken positiv in die Zukunft. Im Vorjahr waren es 62 Prozent. Zugleich berichten 49 Prozent von einem verminderten Wohlbefinden, nach 41 Prozent im Schuljahr 2022/23. Rund der Hälfte fällt es schwer, im Alltag interessante Dinge wahrzunehmen sowie gut gelaunt, entspannt und aktiv zu sein – Aspekte, die nach Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO zu einem guten Wohlbefinden zählen. „Damit aus den akuten Belastungen von heute keine chronischen Krankheiten von morgen werden, müssen wir junge Menschen stark machen“, sagte Studienleiter Reiner Hanewinkel dazu. Das wirksamste Instrument dafür sei Gesundheitskompetenz.
Zugenommen haben auch konkrete gesundheitliche Belastungen. Fast jedes zweite Schulkind berichtet von Schlafproblemen, 2019/20 waren es noch 36 Prozent. Mehr als zwei Drittel fühlen sich mindestens einmal wöchentlich erschöpft. Drei Jahre zuvor lag der Anteil bei 52 Prozent. Eine Rolle könnte dabei nach Einschätzung von Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte (BVKJ), übermäßiger Medienkonsum spielen. Auch die zunehmenden Schwierigkeiten von Kindern, Interessantes im Alltag wahrzunehmen, bringt der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit intensiver Mediennutzung in Verbindung.
Angesichts dieser Entwicklungen werden zunehmend strukturelle Veränderungen diskutiert – darunter auch die Einführung eines eigenen Schulfachs Gesundheit. Fast drei Viertel der Befragten befürworten diese Idee. 28 Prozent bewerten den Vorschlag sogar als „sehr gut“. (sr)
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