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Neues Bündnis: Bessere Luft kann viele Tote verhindern

30.06.2026 2 Min. Lesedauer

Eine neu gegründete Allianz fordert von der Politik strengere Grenzwerte im Kampf gegen Luftverschmutzung. Die Bemühungen der Bundesregierung zur Umsetzung der EU-Luftqualitätsrichtlinie in nationales Recht bleibe deutlich hinter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zurück, kritisierte das Bündnis „Saubere Luft 2030“ heute in Berlin. Rund 20 Akteure aus Gesundheitswesen, Wissenschaft sowie Umwelt- und Verbraucherverbänden haben sich dafür zusammengeschlossen. Die Einhaltung der WHO-Empfehlungen könne „jedes Jahr zehntausende Todesfälle vermeiden“, unterstrich Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Der Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums beschränke sich nur auf die EU-weiten Mindeststandards, monierte das Bündnis. Die neuen Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub lägen damit auch künftig doppelt so hoch, wie von der WHO empfohlen. Durch Ausnahmen und Fristverlängerungen bei den neuen EU-Vorgaben drohten zudem Verzögerungen bis nach 2040. Die Allianz setzt sich deshalb dafür ein, mindestens die neuen EU-Luftqualitätsgrenzwerte spätestens bis 2030 sicher und flächendeckend umzusetzen. Schnellstmöglich müssten zudem die WHO-Leitlinien eingehalten werden.

Jede Verbesserung der Luftqualität sei wirksame Prävention und ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Gesundheit, betonte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt. „Insbesondere Feinstaub zählt zu den größten umweltbedingten Gesundheitsrisiken und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie weitere chronische Erkrankungen.“ Luftverschmutzung werde aber auch mit Erkrankungen wie Demenz oder Diabetes in Verbindung gebracht. Der Klimawandel verschärfe die Probleme noch. Etwa 95 Prozent der städtischen Bevölkerung seien Luftbelastungen ausgesetzt, die die WHO-Leitlinien überschreiten. 

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Der Kardiologe Thomas Münzel konstatierte, es fehle der politische Wille, die WHO-Empfehlungen konsequent umzusetzen. „Nicht als Kür, sondern als das, was sie sind: evidenzbasierter Gesundheitsschutz für Millionen von Herzpatientinnen und Herzpatienten in Deutschland.“

Saubere Luft sei „kein Luxus, sondern ein Grundrecht“, betonte DUH-Chef Resch. Menschen in Deutschland dürften nicht weiter krankmachender Luft ausgesetzt werden, „obwohl wir die Lösungen längst kennen“. Neben verbindlichen Grenzwerten fordert die Allianz, schnell wirksame Maßnahmen in Verkehr, Wärme, Landwirtschaft und Industrie zu beschließen. Laut einer aktuellen Studie könnten allein durch mehr Elektrofahrzeuge 8,8 Millionen Todesfälle bis 2050 verhindert werden. (imo)