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RKI schätzt Zahl der Hitzetoten auf inzwischen 14.000

20.08.2026 3 Min. Lesedauer

Die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle ist mit rund 14.000 in diesem Jahr besonders hoch. Das geht aus dem heute veröffentlichten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) für die 32. Kalenderwoche hervor. Von den geschätzten 14.000 Hitzetoten gehen etwa 9.600 auf die besonders heiße Zeit Ende Juni zurück. Ex-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält die Zahlen für „unterschätzt“, wie er der „Rheinischen Post“ (RP) sagte. Er appellierte an die Union, der von der SPD geforderten Grundgesetzänderung zuzustimmen, um Klimaanpassung und damit auch Hitzeschutz als Gemeinschaftsaufgabe zu verankern.

Vor allem ältere Menschen ab 75 Jahren sind laut RKI vom hitzebedingten Tod betroffen. In der Altersspanne 75 bis 84 Jahre waren es 3.450 Menschen und ab 85 Jahre 7.040, die im Zusammenhang mit extremen Temperaturen in diesem Sommer bis zum Erfassungszeitpunkt 9. August gestorben sind. Die Zahl der Frauen ist dabei fast doppelt so hoch wie die der Männer. Nach RKI-Angaben lässt sich das „auf den hohen Frauenanteil in den älteren Altersgruppen zurückführen“. Bei der Erhebung handelt es sich um Schätzungen, da in den meisten Fällen die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen zum Tod führt. 

„Die wenigsten Menschen sterben bei Hitze an einem klassischen Hitzschlag“, erläuterte SPD-Politiker Lauterbach in der RP. So könne etwa eine hohe Hitzebelastung dazu beitragen, dass aus einem bestehenden Vorhofflimmern ein Schlaganfall entstehe. Er gehe davon aus, dass die tatsächlichen hitzebedingten Todeszahlen vermutlich höher ausfallen als in der RKI-Schätzung angeben. Das monierte zuvor bereits der Intensivmediziner Uwe Janssens. Lauterbach halte aber die „eher konservative Methodik“ des RKI dennoch für gut vertretbar, „denn die relativen Veränderungen lassen sich so trotzdem gut abbilden“. Das RKI erläutert auf seiner Homepage, dass in der heißen Periode Ende Juni/Anfang Juli die Schätzung des Modells geringer ausgefallen sei, weil nur die Wochenmitteltemperatur berücksichtigt werde und Daten der Bundesländer verzögert vorlägen.

Für die Wirtschaft hat Hitze teure Folgen. Eine dreitägige Hitzewelle verursacht nach Hochrechnungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) auf Basis von AOK-Routinedaten zusätzliche Kosten in Höhe von rund 32 Millionen Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. 

Ob die SPD ihre Forderung nach einer Grundgesetzänderung durchsetzen kann, um den Bund bei der Bekämpfung der Klimafolgen stärker zu beteiligen, ist noch offen. Kommende Woche will die schwarz-rote Koalition bei ihrer Kabinettsklausur in Schloss Neuhardenberg darüber beraten. Für die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit braucht es Stimmen aus der Opposition. (imo)

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